Jbo Seelze: Kleine Anekdoten aus 20 Jahren in 20 Tagen

Die Jbo-Krawatte 1994
 
Bericht zum Orchestervater (im Bild: Imants Ellings-Elias, Annika Mielke, Christian-Ulf Petzold, Anne Hansen) (Foto: Landkreis-Zeitung)
Heute: Wie alles begann... [1994]

Der Verein Jugendblasorchester Seelze e.V. wird 20 Jahre alt - und das werden wir am 15. Juni um 15 Uhr mit einem Jubiläumskonzert im Neuen Forum in Seelze feiern. Bis dahin sind es noch genau 20 Tage, in denen wir Ihnen und euch kleine Geschichten und Anekdoten aus unseren 20 Jahren Vereinsgeschichte erzählen wollen. Heute starten wir mit unserer kleinen Reihe und erzählen, wie alles begann...

„Was machen wir bloß nach der Schule?“. Vor dieser Frage stehen jährlich Tausende von Schulabgängern. Und diese Frage stellte sich auch für einige angehende Abiturienten des Georg-Büchner-Gymnasiums Letter (GBG) im Frühjahr 1994. Allerdings ging es dabei nicht um die beruflichen Aussichten, sondern um die musikalischen Perspektiven. Sie alle fühlten sich im Schulorchester als „ältester und erfahrenster Jahrgang“ sehr wohl, und auch das Repertoire entsprach ihrer Vorstellung von moderner Blasmusik. In dem Orchester, in dem die meisten von ihnen zusätzlich aktiv waren, fühlten sie sich nicht unbedingt ernstgenommen und gefördert. [Sturm- und Drangzeit!] Auch die gespielten Stücke entsprachen nicht immer ihren Vorstellungen. Was also tun?

„Wir gründen unser eigenes Orchester! Jung und modern!“, so lautete die Antwort. [Eine Schnappsidee ? Wir werden sehen!] Gesagt - getan. Schnell war mit dem „Neuen Forum“ in der neu gebauten Orientierungsstufe ein Probenraum gefunden und eine erste Besetzung aus 30 Aktiven und einigen Ehemaligen des Schulorchesters zusammengestellt. Erste Proben [noch ohne Schlagzeuger] fanden schon vor den Sommerferien unter der Leitung von Tanja Skubowius (heute Taddey) statt.

Die musikalische Pause in den Sommerferien nutzen die Initiatoren, um das Orchester auch organisatorisch auf sichere Fundamente zu stellen: ein Verein sollte es sein, möglichst als „e.V.“ eingetragen. [Wie war das noch mit „jung und modern“?] Satzungen wurden geschrieben, Inhalte nächtelang diskutiert und Ideen wieder verworfen. Schließlich wurde am 27. August 1994 der Verein „Jugendblasorchester Seelze“ gegründet. Vorsitzender wurde Andreas Rutsch und Ole Schütza sein Stellvertreter. Die Kassengeschäfte übernahm Michael Stalke. Zum Dirigenten wurde Steffen Hospodarz gewählt.

Der erste Schritt war getan. Als nächstes mussten Geld und Noten aufgetrieben werden. Durch Spenden von Eltern und einem finanziellen Zuschuss der Stadt Seelze von 1.000,- DM konnten die ersten Notensätze angeschafft werden. Eine „Einkaufstour“ des Vorstands [übers Wochenende im Wohnmobil nach Schleswig-Holstein - was könnte schöner sein?] brachte einen Berg gebrauchter Noten zurück nach Seelze. Diese konnten vom Symphonischen Blasorchester Norderstedt günstig erworben werden.

Am 7. September endete die Sommerpause des jungen Orchesters, und mit dem ersten Stück „Spirit of Youth“ nahm man [jetzt mit Schlagzeuger] die Probenarbeit auf.

Die Gründung eines neuen Orchesters hatte sich inzwischen herum gesprochen. Und waren die Initiatoren anfangs noch vom „musikalischen Establishment“ belächelt worden, so nahm man den neuen Verein nun als ernsthaften Konkurrenten wahr. Das „Übernahmeangebot“ eines lokalen Blasorchesters mag als Beleg dafür dienen, welchen Eindruck das Jbo inzwischen hinterlassen hatte: „Jung, modern, irgendwie anders und voller Engagement“.

Lebhaft verlief die Diskussion über das Orchester-Outfit. „Uniform“ oder nicht? [Siehe unter: „jung und modern“]. Ein einheitliches und unverwechselbares Outfit sollte es dann aber doch sein. Blue-Jeans und ein weißes Hemd waren Konsens. Aber beim einheitlichen Farbtupfer schieden sich die Geister. [Immer wieder ein heißes Thema]. Schriftführerin Ricarda Müller hatte verschiedene Seidenkrawatten, Tücher und Schals her- und vorgestellt. Im ersten Anlauf konnte man sich aber noch nicht auf ein Modell einigen. Dies gelang erst im Januar 1995. Fortan waren dezent-rote Krawatten mit Jbo-Logo und Seidenschals in gleicher Farbe das Erkennungszeichen des Orchesters.

Am 26. November [kurz vor der Sportschau] war es dann soweit: der erste Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt in Letter. [Regen, 5 Grad - Ekelwetter. Das Schlagzeug und die Holzbläser standen dicht gedrängt unter einem Partyzelt, den Dirigenten und die Blechbläser ließ man im Regen stehen. Egal. Es ging voran, und das war wichtig].

Von Steffen Hospodarz

Repertoire:
One Moment in Time, Spirit of Youth, White Christmas, Winter Wonderland UND Hootenanny

Presseberichte mit freundlicher Genehmigung der Umschau, Rundblick, Landkreis-Zeitung/Leine-Zeitung.
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