"Überallfernsehen" (DVB-T) pro und kontra

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Tagesschau im Gartengrundstück :-)
„Überallfernsehen“ (DVB-T)....pro und kontra

Inzwischen ist es ja schon einige Jahre her daß das herkömmliche analoge Antennenfernsehen durch das sogenannte „Überallfernsehen“ - besser gesagt DVB-T (Digital Video Broadcast/Terrestrial) – abgelöst wurde. Die Digitalisierung macht eben vor nichts mehr halt....auch nicht vor unseren „Glotzen“...

Versprochen wurde von den Betreibern viel – durch DVB-T sollen auch Zuschauer die nicht über Satelliten- oder Kabelfernsehen ausgestattet sind, mit ausreichend vielen und auch bild- und tontechnisch qualitativem Antennenfernsehen versorgt werden können. Obendrein soll auch überall flächendeckender Empfang gewährleistet sein....daher der Beiname „Überallfernsehen“. Im fahrenden Auto, auf dem Campingplatz, am Baggersee, im Gartengrundstück – mit DVB-T soll man allerorts ausreichend gut mit entsprechenden Fernsehprogrammen versorgt sein. Nun denn.....

Die Neugier, gemischt mit technischem Spieltrieb und ausreichender Hobbykasse, ließ mich in einem hier nicht näher beschreibenswertem Supermarkt in der Elektroabteilung „zuschlagen“ und so einen portables DVB-T-Fernsehgerät mitnehmen. Es handelt sich dabei um einen „ODYS MoveOn“ mit einem 10,1-Zoll LED-Bildschirm, integriertem LiIon-Akku, Stromversorgung 220 und 12Volt für Auto/Boot, mitgelieferter Fernbedienung und DVB-T-Antenne.

Zuhause ausgepackt – an die Stromversorgung angeschlossen, das Antennchen angesteckt und erstmal einen Suchlauf durchgeführt, fand das Gerät 16 Sender. Die Bildqualität ist hervorragend, die Tonqualität eher nichts besonderes. Das liegt aber nicht am DVB-T-Sender sondern an in dem eher recht flachem Gerät verbauten Lautsprecher der relativ dünn klingt und auch bei ganz aufgedrehter Lautstärke gerade mal eine akzeptable Leistung bringt. Gut – letztendlich soll ja nicht das Gerät bewertet werden, sondern das Fernsehen selbst.
Die Bildqualität ist tatsächlich perfekt. Das variiert möglicherweise ein bißchen je nach verwendetem Gerät, gefällt aber sonst wirklich gut. Wenn die Empfangslage stabil ist gibt es absolut keine störenden Beeinflussungen von Bild und Ton und die Qualität steht in keinem Fall der des Satellitensignales nach.

Der nächste Test mußte dann unbedingt im Auto stattfinden. Das Gerät verfügt ja über eine Möglichkeit zur externen Spannungsversorgung – und so habe ich mir den Zigarettenanzünder-Adapter nachgekauft den es in jedem durchnittlichem Elektrohandel oder auch Supermärkten für ein paar Euro gibt. Rein ins Auto – Gerät angesteckt – Antenne auf die Konsole gestellt und den Suchlauf aktiviert. Das Ergebnis – ein Witz – gerade mal zwei Sender gefunden! Aber – das war zu erwarten – mit der im Fahrzeuginnenraum installierten Antenne geht da natürlich nicht viel da die Karosserie selbst fast wie ein faradayscher Käfig wirkt. Also – Fenster heruntergelassen und die kleine Antenne aufs Wagendach gestellt, nochmals einen Suchlauf gestartet – und siehe da – 12 Sender wurden gefunden. Diese konnten auch wieder in gewohnter Qualität wiedergegeben werden.

Sogut wie untauglich ist dieser Fernsehempfang jedoch während der Fahrt. Trotz außen am Fahrzeug befindlicher Antenne gibt es etwa ab 60 km/h immer mehr Bild- und Tonstörungen, die typische „Klötzchenbildung“ wird mehr und mehr bis zum kompletten Bildausfall. Irgendwann zwischen 80 und 100 km/h ist komplett Schluss mit fernsehen....fast durchgehend „blauer Bildschirm“ und ganz selten ein paar Fetzen von Bild und Ton – komplett unbrauchbar.
Es gibt zwar ein paar technische Möglichkeiten den TV-Empfang während der Fahrt zu verbessern, ist aber wohl eher für die meisten nicht so interessant. Es gibt im Handel Mobilantennen mit integriertem Vorverstärker oder aber man schaltet zwei solcher Antennen zusammen, so kann man mittels der „Antennendiversity“ für passablen Empfang während der Fahrt sorgen. Das ist aber dann wohl Sache der „echten Freaks“....

Seine Stärken zeigt das DVB-T-Fernsehen wohl am Badesee, auf dem Campingplatz, im Gartengrundstück oder beim zelten – eben an Standorten an denen es nicht möglich ist, auf die Schnelle eine Sat-Antenne aufzubauen oder eine große Stromversorgung mitzuführen. Die portablen Geräte verfügen zumeist über relativ gute Empfänger, zusätzliche externe Antennen sind klein in ihrer Bauform und leicht mitzuführen, schnell ist alles installiert....und nach einem kurzen Suchlauf sind die Geräte betriebsbereit. Günstige TV-Geräte für den portablen Einsatz finden sich bereits ab etwa 50.-€ im gängigen Handel wobei da die Bildschirmgröße mit etwa 5 – 7 Zoll etwas klein ausfällt. Persönlich empfehle ich ab 10 Zoll – so sieht man auch ausreichend wenn man nicht direkt vor dem Gerätchen sitzt. Eine separate DVB-T-Antenne ist unbedingt erforderlich da mit den in manchen Geräten integrierte Teleskopantenne nicht allzuviel zu empfangen ist – und bei ungünstigen Empfangsverhältnissen hat man mit einer abgesetzten Antenne doch etwas mehr Spielraum.

Einziges Manko – die Senderauswahl ist natürlich sehr begrenzt. In Ballungsgebieten oder an guten Standorten sind durchaus mal 24 Sender möglich, im Schnitt sind es je nach Standort etwa zwischen 12 und 16 Sendern die man empfangen kann. Und selbst dann geht beispielsweise nichts mit RTL – die sind nämlich aus dem Überallfernsehen ausgestiegen weil die Zuschaueranzahl die den Sender per DVB-T empfängt nicht ausreicht um den technischen und finanziellen Aufwand zu rechtfertigen – so die Begründung des Senders. Für denjenigen der getrost auf RTL verzichten kann ist jedoch immer noch genug an etwas anspruchsvollerem TV-Angebot vorhanden um selbst unterwegs mit Nachrichten oder anderweitigen Informationen versorgt zu werden. Beispielsweise gerade während der Fußball-WM hatte es absolut Spaß gemacht während der Arbeitszeit mit diesem Empfänger so manches Spiel mitverfolgen zu können – oder im Gartengrundstück bei frisch gegrilltem nebenbei die Tagesschau zu sehen finde ich persönlich interessant genug um so ein DVB-T-Gerätchen angeschafft zu haben :-)
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 20.07.2014 | 16:44  
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