Leben in Würde bis zuletzt - Hospizgruppe St. Elisabeth feiert ihr 15-Jähriges mit einem Festakt im Pfarrzentrum
Schwerkranken und Sterbenden bis zuletzt ein Leben in Würde zu ermöglichen – dieses Kernanliegen der Hospizbewegung stand auch im Mittelpunkt des Festakts, mit dem die Schwabmünchner Hospizgruppe St. Elisabeth ihr 15-jähriges Bestehen beging.
Gleich zu Beginn der Jubiläumsveranstaltung unterstrich Stadtpfarrer Klaus Ammich in einem ökumenischen Gottesdienst, dass alten, kranken und pflegebedürftigen Menschen „als Ebenbildern Gottes die gleiche Würde zukommt wie den Leistungsfähigen“. Die Hospizbegleiter zeigten den Betroffenen mit ihrem Dienst, dass sie „Zuwendung und Liebe wert sind“. Gestaltet wurde die Andacht in der Stadtpfarrkirche St. Michael, an der auch Ammichs evangelischer Kollege Christian Agnethler mitwirkte, von ehrenamtlichen Mitarbeitern und der Band „Subito“. Im weltlichen Teil sorgten Dr. Franz Willer und sein Sohn David am Klavier für einen würdigen Rahmen.
Anneliese Winter, die die Hospizgruppe initiiert und von 1996 bis 2007 an deren Spitze stand, erinnerte im Pfarrzentrum nicht nur an die Anfänge mit zunächst 14, später rund 20 Helfern, sondern brachte auch das Ziel der karitativen Arbeit auf den Punkt: Schwerkranke und Sterbende sollten ihre letzten Wochen und Tage schmerzfrei und möglichst in der gewohnten Umgebung verbringen können. Wie die Begleitungen heute eng vernetzt mit Ärzten und Pflegekräften koordiniert werden, berichtete die Antonie Forstner, die seit 2007 als hauptamtliche Palliativfachkraft der Hospizgruppe vorsteht. Eindrucksvoll ergänzt wurde die Einsatzleiterin von Eva Schorer, eine der mittlerweile rund 30 Ehrenamtlichen, die Einblicke in die praktische Arbeit gab. Uschi Baiter machte sichtbar, dass der überkonfessionell angelegte Offene Trauertreff in der Michaelspfarrei den Angehörigen auch nach dem Tod eines lieben Menschen zur Seite steht.
Den Hauptpart des Festakts übernahm Dr. Margarethe Beck, die Fachgebietsleiterin Hospiz beim Diözesan-Caritasverband Augsburg, die in ihrem Vortrag die Geschichte der modernen Hospizbewegung skizzierte und aktuelle Herausforderungen benannte, besonders aber hervorhob, welche Faktoren die Begleitung Sterbender gelingen lässt: „Zeit haben, vertrauensvolle Beziehungen aufbauen und Gefährte sein.“
Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller würdigte die Aufbauleistung von Anneliese Winter, dankte allen Hospizhelfern für ihren herausragenden Einsatz und wünschte ihnen zugleich viele „erfüllende Momente“.
Andreas Claus, der stellvertretende Vorsitzende des örtlichen Caritasverbands, unter dessen Dach die Hospizgruppe St. Elisabeth tätig ist, nahm Bezug auf deren Patronin. Wie die Heilige fänden die Hospizhelfer sich nicht mit den gesellschaftlichen Bedingungen ab, sondern engagierten sich für die Schwachen: „Sie sorgen sich um Sterbende, wo der Zeitgeist der Verfügbarkeit von Leben am Anfang und Ende das Wort redet.“


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