Jusos Augsburg-Land: Barrierefreiheit an allen Bahnhöfen!

Die Jusos versuchen es selbst: Mit dem Rollstuhl zum Zug am Bahnhof Bobingen. (v.l.n.r.) Leander Schüler (stellv. Kreisvorsitzender Jusos Augsburg-Land), Florian Bachmayr (Königsbrunn), Lucas Kral (Schwabmünchen) (Foto: Michael Rehm)
 
Ohne Hilfe geht es nicht. Leander Schüler (stellv. Kreisvorsitzender Jusos Augsburg-Land) im Rollstuhl muss von Lucas Kral (links) und Florian Bachmayr (rechts) die Treppe zur Unterführung heruntergetragen werden. (Foto: Michael Rehm)

Die Jusos kämpfen für einen besseren Nahverkehr im Landkreis Augsburg. Im Rahmen ihrer Nahverkehrskampagne #AVVerbessern haben sie sich diesmal den Bahnhof Bobingen näher angeschaut. Und zwar aus der Sicht eines Rollstuhlfahrers: Sie wollten wissen, ob man als Rollstuhlfahrer alleine zum Zug nach Augsburg kommen kann. Das Ergebnis: Es ist Unmöglich. Deshalb fordern die Landkreis Jusos mehr Investitionen in die Barrierefreiheit im ÖPNV.

Wie barrierefrei ist der Nahverkehr? Um das herauszufinden, haben sich die Jusos Augsburg-Land drei Rollstühle geliehen und versucht, damit vom Bobinger Bahnhof zum Augsburger Hauptbahnhof zu kommen. Nach anfänglichem Optimismus stellte sich aber recht schnell Ernüchterung ein. Zugänglich ist nur Gleis 1, an dem die Züge in Richtung Buchloe verkehren. Doch selbst hier ist das Bahnsteigsniveau mit 22 cm deutlich zu niedrig um sicher ein- und aussteigen zu können. Züge nach Augsburg halten nur an den drei anderen Gleisen des Bahnhofes. Möchte man mit dem Rollstuhl zu einem dieser drei Gleise, muss man über Treppen durch eine Unterführung auf den gegenüberliegenden Bahnsteig. Da die Treppe sehr steil ist, braucht man mindestens zwei kräftige Personen, die einen nach unten tragen. Auf der anderen Seite das gleiche Spiel. Von Barrierefreiheit also keine Spur am Bobinger Bahnhof.

Eigentlich sollte das alles durch das das Programm der Staatsregierung „Bayern barrierefrei 2023“ geregelt werden. Bobingen steht leider nicht auf der Liste. Auch die Bahn scheint kein Interesse daran zu haben, diesen Missstand zu beseitigen. Die Lösung wären zwei kleine Aufzüge, um die Unterführung zu überbrücken.

An vielen Bahnhöfen im Netz des Augsburger Verkehrs Verbundes (AVV) ist ein Zu-, Um- oder Ausstieg für gehbehinderte Menschen nur schwer oder gar nicht möglich. Oft versperren Treppen oder zu niedrige Bahnsteigkanten den Zugang zu den Regionalzügen. Dies hat weitreichende Folgen im Leben der Betroffenen, denn gerade Personen die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, brauchen den ÖPNV, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Mobilität ist essenziell um beispielsweise zur Arbeitsstelle, zur Schule oder zum Arzt zu gelangen. Doch dies wird Rollstuhlfahren und anderen Gehbehinderten durch das Fehlen von Fahrstühlen oder Rampen verwehrt. „Wir dürfen in unserer Gesellschaft unsere älteren und behinderten Mitmenschen nicht vergessen!“, fordert Fabian Wamser, Vorsitzender der Landkreis Jusos. Für eine demografisch alternde Gesellschaft wie die in Deutschland, in der künftig immer mehr Menschen auf Gehhilfen wie Rollatoren oder Rollstühle angewiesen sein werden, ist Barrierefreiheit und die damit verbundene Mobilität ein essentielles Thema!

Deshalb fordern die Jusos Augsburg-Land jetzt einen barrierefreien Zugang zu allen Haltestellen und Bahnhöfen. „Auch wir junge Menschen werden einmal alt sein. Solche Investitionen in den Nahverkehr sind auch Investitionen in unsere Zukunft!“, sagt Lucas Kral, Juso aus Schwabmünchen. Florian Bachmayr aus Königsbrunn sieht zudem in einem barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe Vorteile für alle: „Senioren, Familien mit Kinderwagen, Reisende mit viel Gepäck, die Fahrradmit-nahme und Menschen mit Bewegungseinschränkungen – sie alle würden von der Barrierefreiheit profitieren!“
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2 Kommentare
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Basti S. aus Aystetten | 20.07.2016 | 15:55  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 20.07.2016 | 20:08  
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