Landschaftspflegeverband beschließt ökologische Umgestaltungen am Schwarzbach - Vor allem der Weißstorch soll von der Großmaßnahme profitieren

Die Vorstandschaft des LPV begutachtet den Schwarzbach bei Gennach
Vorstand und Fachbeitrat des Landschaftspflegeverbands Landkreis Augsburg machten sich auf der vergangenen Sitzung in Langerringen ein Bild von der Situation am Schwarzbach westlich von Gennach. Wie Bürgermeister Konrad Dobler dem Gremium berichtete, stehen dort gemeindliche Unterhaltungsmaßnahmen an. In diesem Jahr soll ein 400 m langer Gewässerabschnitt südlich der Ortsverbindungsstraße Gennach-Ettringen bearbeitet werden. Der Landschaftspflegeverband wird diese gemeindliche Hochwasserschutz-maßnahme um eine ökologische Komponente ergänzen. Dabei sollen Biotopstrukturen für den Weißstorch entstehen. Das Vorhaben entspricht den Vorgaben des behördlichen Arten- und Biotopschutzprogrammes für den Landkreis Augsburg und wird den Verband etwa 40.000 € kosten. Es wird von der Regierung von Schwaben mit Mitteln der Landschaftspflege-Richtlinien bezuschusst. Der Verbandsvorsitzende Hans Merk bezeichnete das Vorhaben als weiteren Meilenstein im BayernNetz Natur-Projekt „Gennachmoos“, dessen Träger der Landschaftspflegeverband ist. Die Verbandsvorstandschaft stimmte dem Projekt geschlossen zu, einmütige Unterstützung kam auch vom Fachbeirat, der sich aus Behördervertretern von Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz zusammensetzt sowie von der Gemeinde.

Der bei den Gennachern auch „Suez“ genannte Schwarzbach wurde in seiner jetzigen Form bereits in den 1960er Jahren gebaut und zwar im Zuge eines Flurbereinigungsverfahrens. „Ökologische Überlegungen spielten damals noch keine große Rolle, entsprechend technisch wurde das Gewässer angelegt. Der extrem einförmige und kanalartig ausgebaute Graben sollte vor allem zur Ableitung von Hochwässern und der Entwässerung des ehemaligen Gennacher Moores dienen. „Heute würde man das ganz anders anpacken“, erklärt Geschäftsführer Werner Burkhart. Die Planungen gehen dahin, den Bach innerhalb des einheitlich 16 m breiten Gewässergrundstückes leicht hin und her schwingen zu lassen. Es sollen Aufweitungen mit Flachwasser- und Sumpfbereichen entstehen sowie flache Feuchtwiesenstreifen mit Mulden und Schlenken. Besonders in Trockenzeiten, wenn auf den Wiesen kaum noch Futter zu finden ist, sind derartige Strukturen eine Lebensversicherung für die Storchenfamilie. Sie sind eine wichtige Ergänzung zu den bereits bestehenden Feuchtbiotopen des Landschaftspflegeverbands. Die ökologische Gestaltung wird sich vorerst auf einen 400 Meter-Abschnitt beschränken und soll in den kommenden Jahren weiter nördlich fortgesetzt werden. Die angrenzenden Feldwege oder Nachbargrundstücke werden nicht beeinträchtigt.
BayernNetz Natur: In derzeit 378 BayernNetz Natur-Projekten (BNN-Projekte) in allen bayerischen Landesteilen werden wertvolle Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere neu geschaffen und gepflegt, sowie Maßnahmen zum Ressourcen- und Klimaschutz ergriffen.

BNN-Projekte zeichnen sich durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten aus. Oberstes Prinzip ist die Freiwilligkeit aller Maßnahmen und der kooperative Ansatz. BayernNetz Natur setzt die Vorgaben Bayerischen Arten- und Biotopschutzprogrammes um und dient dem Aufbau eines landesweites Biotopverbundsystems. Im Landkreis Augsburg befinden sich aktuell fünf BNN-Projekte in Umsetzung.
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