Die Welt in Heimarbeit umrunden: Bernd Rummert stellt im Schwabmüncher Museum aus
„Künstler sein heißt: nicht rechnen und zählen“: Die Worte von Rainer Maria Rilke hat sich Bernd Rummert zu Herzen genommen. Am 18.07. wurde seine Ausstellung „Heimarbeit“ eröffnet. Im Schwabmünchner Museum sind zahlreiche Arbeiten des Künstlers zu sehen, die den Besucher einladen, ein Stück mit um die Welt zu reisen.
1987 hat sich Rummert das Ziel gesetzt, Draht in der Länge des Erdumfangs in Etappen zu bearbeiten und so die Welt zu umrunden. Er sitzt in seinem Bauernhaus in den Stauden und dreht den Draht in Heimarbeit mit einer Rundzange in Spiralen, die er als Grundlage für seine Kunst verwendet.
Die ausgestellten Objekte zeigen zwei Wege, die Bernd Rummert auf seiner Reise gleichzeitig beschreitet. Zum einen die Wegstrecke. Der gedrehte Draht wird zum Beispiel in Holzkisten gelegt und mit den zurückgelegten Kilometern benannt. Doch die Aufzeichnung der Strecke bleibt die Ausnahme. Der Reiz des Projekts, etwa 42 0000 km Draht zu bearbeiten, liegt in der theoretischen Erreichbarkeit. Zum anderen die Suche nach plastischen Ausdrucksformen. Ausgestellt ist ein aufgerollter „Teppich“ von 2010. Damit werden die in einem Bündel zusammengefassten Spiralen zu einer eigenständigen Skulptur.
Die Vernissage wurde begleitet von der Schauspielerin Carla Andrä und dem Musiker Josef Holzhauser, die in in ihrem Projekt „Text will Töne“ Gedichte und Musik gemeinsam inszenieren.
Der zweite Bürgermeister der Stadt Hans Nebauer freute sich in seiner Eröffnungsrede, dass im Schwabmüncher Museum wieder ein regionaler Künstler ausstellt. Die Leiterin des Museums, Sabine Sünwoldt, wies in ihrer Rede unter anderem auf die Möglichkeit der Vollendung des Projektes hin, was Rummert von anderen Künstlern mit ähnlichen Zielen unterscheidet. Dennoch wünscht sie sich, dass die Reise nie ein Ende finden möge, um nicht ein bloßer Rekordversuch in der Menge des bearbeiteten Drahtes zu werden.
Aus diesem Grund hält sich Bernd Rummert an das Motto von Rilke und vermeidet eine genaue Berechnung seiner zurückgelegten Wegstrecke. Schließlich sollte der Besucher einfach der Aufforderung der Leiterin des Museums nachgehen und „dem Draht durch seine Verwirrungen, Verstecke und Verwandlungen folgen.“



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