"nachgedacht"..............Funkbetrieb auf Relaisfunkstellen (Amateurfunk)

Relaisfunkstellen......Lust oder Frust?

Als deutscher Funkamateur, der unter anderem mit Handfunkgeräten oder aus dem Auto heraus mit anderen, gleichgesinnten Mobilisten oder portablen Stationen sprechen möchte, hat man gegenüber so manchem anderen Land einen großen Vorteil. In Deutschland haben wir nämlich ein dichtes, mit sehr wenigen „Funklöchern“ versehenes Netz von Relaisfunkstellen die den „Funkverkehr der portablen und mobilen Funkstationen unterstützen und deren Reichweite erhöhen sollen“......so zumindest lautet der weiteste Sinn eines solchen Repeaters.

Mit dem technischen Fortschritt und dem Einzug des Internets wurden diese Verbindungsmöglichkeiten noch erweitert. Der Funkamateur kann mittels Steuerbefehlen von seinem Funkgerät aus diverse Relaisfunkstellen übers Internet zusammenschalten (Echolink) und so – wenn er es denn möchte – beispielsweise aus dem Auto heraus oder vom gemütlichen Spaziergang mit dem Handfunkgerät „mal schnell“ einen Smalltalk mit einem amerikanischen Funkamateur in New York halten der gerade mit seinem Auto unterwegs zur Arbeit ist.
Auch könnte er von seinem Urlaubsort aus dem Liegestuhl heraus auf diese einfache Weise Verbindung mit seinem befreundeten Funkkollegen am Heimatort aufnehmen um die Wetterdaten auszutauschen und aus der Urlaubsgegend berichten ohne großes Kurzwellenequipment im Reisegepäck mitschleppen zu müssen. Also – alles in allem eine feine Sache.......

Diese Relaisfunkstellen stehen im allgemeinen an exponierten Standorten um dem Benutzer eine größtmögliche Reichweite zu gewährleisten. Hochhäuser, Fernmelde- und Fernsehtürme, Berge – je höher, umso besser. Als Beispiel – auf der Zuspitze befindet sich das höchstgelegene deutsche Relais DB0ZU mit einer Reichweite bzw. einem Einzugsbereich von nahezu 400 Kilometern. Das ist doch mal eine Hausnummer – nicht wahr?

Nun ist die Errichtung und der dauerhafte Betrieb einer solchen Relaisfunkstelle nicht unbedingt eine einfache Sache. Vorab muss das Ding durch die BnetzA genehmigt werden und bekommt ein Rufzeichen zugeteilt. Der Betreiber selbst muss erst mal im Voraus dafür Sorge tragen daß Antennen und der Schrank für die Elektronik irgendwo aufgestellt werden können, für die Stromversorgung gesorgt ist, bei Echolink-Repeatern einen Internetanschluss realisieren kann – und entweder schon ein fertiges Relais irgendwo erwerben, eines selbst oder mit anderen engangierten Funkamateuren konstruiert und baut, die Antennen beschafft.
Falls mal die Elektronik versagt oder eine Antenne vom Sturm weggerissen wird – Reparaturarbeiten sind immer mit Geld, Arbeit und viel eigenem Enthusiasmus verbunden – maximal gibt’s von den Nutzern mal ein Lob, meistens Kritik wenn mal was nicht geht, Hilfe eher kaum....und wenigstens spendet der eine oder andere noch ab und zu mal ein bißchen Geld um bei den laufenden Kosten etwas beizutragen.

So – nun ist die schöne Relaisfunkstelle errichtet, funktioniert einwandfrei – Freude auf allen Rängen! Doch – wo Freude vorhanden ist, kommt auch gleich bestimmt jemand der es versteht diese sogleich wieder zu dämpfen.

Wenn man sich schon nicht mehr eisern und stur wie ein Betonklotz an eindeutig bestehende Regeln halten muss ist das ja in Ordnung und durchaus zu tolerieren. Auch ist ja der Amateurfunk ein „technisch-wissenschaftlicher Funkdienst“ auf dessen Existenz, Stellenwert und Aufrechterhaltung von den meisten Funkamateuren großer Wert gelegt wird. Die meisten halten sich auch an die geschriebenen und auch ungeschriebenen Regeln und garantieren so einen ungestörten Funkbetrieb und ein meist harmonisches „Miteinander“ mit großer Freude am gemeinsamen Hobby.

Wir erinnern uns daher nochmals. Die Relaisfunkstellen dienen zur Reichweitenerhöhung zwischen portablen und mobilen Stationen.
Auch hat niemand etwas dagegen wenn Feststationen mit großen Antennen über solche Relais arbeiten – kann ja auch sein daß man etwas ungünstig wohnt, keine Dachantennen aufstellen darf, der Vermieter nichtmals Balkonantennen erlaubt – dann ist man schon froh wenn man mit der Handfunke aus der Wohnung heraus mit Hilfe solcher Relaisstationen doch auch mal mit Funkkollegen in größerer Entfernung Verbindung aufnehmen kann....

Doch nun kommt sein „Auftritt“ - der Störenfried tritt in Aktion.
Dieser kann es nämlich einfach nicht sehen/hören daß zwei Funkamateure ein nettes Funkgespräch miteinander haben.
Also – mit dem Wissen daß man stärker als eine der beiden Stationen ist, drückt man wortlos auf die Sendetaste. Somit kann man die Funkverbindung zwischen den beiden ordentlich arbeitenden Stationen erfolgreich zerstören.

Oder – wenn man doch etwas testet – beispielsweise ein neues Funkgerät, ein Mikrofon, eine andere oder neue Antenne – dann kann man natürlich das Relais als „Teststation“ verwenden indem man es auftastet, den Bestätigungston (Rogerbeep) abwartet und dadurch unter anderem testen kann ob die neue Antenne auch entsprechend gut funktioniert.

Man kann natürlich auch einfach nur den halben Tag in seiner Funkbude sitzen und sinnlos hundertmal hintereinander den 1750-hz-Ton zum Relais öffnen aussenden, den anderen Funkamateuren die auf der Frequenz standby sind damit fürchterlich auf den Wecker gehen – logischerweise sein Rufzeichen nicht nennen (was ein korrekter, ernsthaft etwas testender Funkamateur nämlich macht!) daß auch ja keiner herausbekommt welcher gefrustete Depp gerade sein Unwesen treibt.
Oder aber diejenigen, denen die Intelligenz fehlt, sich bei einem gerade schön laufendem Funkgespräch korrekt unter Nennung seines eigenem Rufzeichens, Vornamens und Standortes hineinzumelden und etwas sinnvolles zum Gespräch beizutragen (...was eigentlich erwünscht und gern gesehen ist) – und dafür lieber inkognito irgendwelche dämlichen Zwischenrufe zu tätigen um seinen eigenen Frust irgendwo loszuwerden.

Es ist unter normalen Leuten sogar möglich, Kritik oder eigene Meinungen in eine Diskussion einzubringen ohne daß ein Streit hervorgerufen wird – kein Problem. Aber....die Funkkollegen dumm aus dem Hintergrund anzumachen, zu beleidigen – und dann nichtmals mit seinem Rufzeichen und Namen hinter seinen Aussagen zu stehen zeugt nicht nur von absoluter Feigheit, sondern verstößt eigentlich sogar gegen geltende Gesetze und Vorschriften. Man hatte es ja mal gelernt – zu Beginn und am Ende einer Funkverbindung, spätestens alle 10 Minuten – MUSS das eigene Rufzeichen genannt werden.

Man könnte ja auch – selbst wenn einem Zuhörer das Thema, das gerade besprochen wird, nicht gefällt – einfach mal geflissentlich die Klappe halten, das Funkgerät ausschalten, auf eine andere Frequenz gehen und woanders zuhören/mitmachen anstatt aus dem heimischen Funkraum hinter Frauchens Röckchen versteckt, heimlich die Taste drückt und mault. Das macht nämlich genau so viel Sinn als ob man sich den ganzen Tag im Fastfoodrestaurant den Mampf in die Backen stopft – aber bei anderen Leuten den ganzen Tag über den „Schweinefraß“ herzieht.

Den „Dauerspaßauftastern“ sei gesagt – wenn´s langweilig ist, nehmt doch eure Ehefrau an der Hand und geht eine Runde spazieren, setzt euch mit ihr zum ausgiebigen Frühstück in ein schönes Straßencafe oder knuddelt eine Runde – so tut ihr was gutes und nervt die anderen Leute nicht.

Und wenn ihr bei testen euer Rufzeichen nennt, unterscheidet euch das sofort als echter Funkamateur von einem dümmlichen, problembehaftetem, vielleicht lizenzlosem Dämlack der gefrustet auf seinem Funkgerät herumdrückt......

...und der Relaisbetreiber freut sich sicher richtig darüber wenn „sein“ Werk auch vernünftig und mit Freuden genutzt wird – weil dann sein Einsatz und seine Arbeit entsprechend gewürdigt wird – anstatt mit einem dauernden Mißbrauch konfrontiert zu werden und er irgendwann das Ding einfach abschaltet und abbaut. Dann hat nämlich selbst der korrekt nutzende Funkamateur nichts mehr davon......und der Störer auch nicht mehr.

Mit freundlichen Grüßen
73s :-)
Mike DO1MDE
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 14.07.2015 | 01:37  
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Mike Zehrfeld aus Schwabmünchen | 14.07.2015 | 12:23  
54.295
Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 14.07.2015 | 17:18  
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