Nachlese Bergfunkaktivität vom 13./14.8.2016 auf dem Hesselberg

Ankunft in aller Frühe auf dem Hesselberg (JN59GB).
 
Richtige Aufstellposition gefunden, Antennen aufgebaut.
 
Ohne Dampf kein Kampf.....3-kW-Aggregat zur Versorgung beider Funkstationen plus Zubehör.
 
"Rot-weisse Konkurrenz" im Hintergrund :-)
Bericht zum Funkwochenende Hesselberg 13./14.8.2016

Anscheinend hat es der Wettergott (..oder wer auch immer zuständig ist, hi) mit uns dieses Jahr gut gemeint. So hatten wir auch am besagten Wochenende des 13./14. August das Glück daß unser Vorhaben wenigstens wettermäßig unter einem guten Stern zu stehen schien. DC1ERA (Roland) und ich hatten beschlossen, an diesem Wochenende auf den Hesselberg zu fahren und dort ausgiebigen Funkbetrieb zu machen.
Am Freitag zuvor musste ich noch das ganze Equipment in mein Fahrzeug verladen. Die „Logistik“ eines solchen Einsatzes ist auch so eine Sache....wenn irgendetwas vergessen wird, steht man am Ende da und kann alles hinschmeißen weil eines der wichtigsten Dinge versehentlich zuhause liegenblieb. Also nach Plan die Funktechnik verstauen, Benzin fürs Aggregat, entsprechende Verlängerungskabel, Dreifachstecker, Campingtisch, Klappstuhl, Ersatzstecker, Adapter, Lötkolben, Lampen....irgendwann war alles bis ins letzte Eck vollgestopft.
Samstag früh um 5 Uhr fuhr ich dann Richtung Augsburg – und traf dann auf vereinbarter Strecke meinen Mitstreiter Roland der bereits ein Stück in Richtung Hesselberg unterwegs war. Macht schon was her, bereits von weitem den mit Mast und mehreren Antennen bestückten Hänger zu sehen. So ging es dann im „Convoy“ weiter zu unserem Ziel.....

Gegen 6:30 Uhr kamen wir oben auf dem Hesselberg an. Das letzte Stück über den holprigen Schotterweg zum bekannten Parkplatz fahren – und – hervorragend....alle Plätze frei und noch niemand da! Nun schnell die Fahrzeuge so abstellen daß wir ausreichend Platz für unsere Antennen haben, das Notstromaggregat in passender Position aufstellen können – und sich am Ende nicht doch noch jemand zwischen unsere Autos „hineinquetscht“. Anschließend ging es ans Stationen und Antennen aufbauen...
Wir hatten unsere eigentlich bisher bewährte und nahezu gleiche Ausrüstung dabei. An Funkgeräten stand bei Roland ein Yaesu FT 857 mit LDG AT 100 PRO II Automatiktuner im mobilen Shack. Nebenbei lief ein ICOM ID 5100 auf der 145.500 FM und auf dem Heimatrepeater DB0UA/70 mit. Ich hatte einen Yaesu FT 897 mit LDG AT 897 plus ATU für 2m/70cm SSB und Kurzwelle aufgestellt, und im Auto selbst lief noch ein ICOM ID 5100 gelegentlich mit. Als Antennen hatten wir beide exakt dieselben in Betrieb. Für VHF/UHF eine 5/8-El.-Duobandyagi, für die Kurzwellenbänder einen OCF-Dipol mit 42 Metern Länge.
Ich hatte für meine persönlichen Versuche noch einen Laptop mitgenommen und entsprechend verkabelt um einige Versuche mit digitalen Betriebsarten machen zu können.
Als alles aufgestellt, angeschlossen und überprüft war, gabs erstmal einen Stapel Weißwürste. Schließlich müssen nicht nur Geräte, sondern auch die „Operatoren“ mit ausreichend Energie versorgt werden.

Nachdem wir ordentlich gefuttert hatten, ging es ans Werk. Nachdem DC1ERA auf 2 Meter anrief, drehte ich erstmal über die Kurzwelle um ihm nicht „in die Quere“ zu kommen. So hatte ich auch gleich auf 15 Meter eine Station aus der Türkei mit hervorragendem Signal am Rohr...sozusagen als „GutenMorgenQSO“ wurde das auch gleich ein längeres Gespräch.
Anschließend wechselte ich auch rüber ins 2-m-Band. In den Morgenstunden profitierten wir gleich von den noch etwas angehobenen Ausbreitungsbedingungen und ich konnte F0FYP mit 5/8 in meinem Log vermerken. Nach und nach kamen dann die eine oder andere Gegenstation noch auf die Frequenz und es ging das eine oder andere nette QSO zusammen. Ich war sogar etwas überrascht daß es doch so viele Verbindungen im 2-m-Band auf SSB im Verlaufe dieses Tages wurden....speziell weil kein Contest- oder anderweitiges Spezialevent angesagt war. Gerade deshalb war die Freude groß daß immer wieder Anrufe zu hören waren und wir doch einige gute Entfernungen machen konnten. Selbst in den Abendstunden waren immer wieder Signale zu hören – und so konnte ich um 20:30 noch IV3GBO aus Udine(I) arbeiten der ebenfalls mit einer dicken Feldstärke vorhanden war.

Zur späteren Stunde ließ dann der Betrieb auf den UKW-Frequenzen nach und wir schalteten mal ein wenig über die Kurzwellenfrequenzen. Auffällig war daß gerade das 10-m-Band bis nahezu Mitternacht offen war. Die Stationen waren zwar nicht gerade mit starken Signalen vorhanden, aber es ging dennoch kreuz und quer durch den europäischen Raum in nahezu allen Richtungen. Auf 80 Meter war wie gewohnt viel Betrieb mit sehr starken Signalen – und vor allem mal absolut ungestört durch den ansonsten die Frequenzen beeinträchtigenden Störsignale die zuhause ab und zu sehr nervend sind. Kein PLC, keine schrottigen Router- oder Handynetzteile, keine streuende Chinatechnik die einem so manches mal die Verbindungen sehr erschweren – richtig schönes, sauberes Band in den man auch sehr schwache Stationen endlich mal hören und auch arbeiten konnte.

Irgendwann überkam uns dann doch die Müdigkeit. So versuchten wir, uns eine Runde aufs Ohr zu hauen und etwas zu schlafen. Das hatte – zumindest bei mir – nicht wirklich funktioniert. Ich döste also vor mich hin...und maximal hatte ich eine Stunde so richtig geschlafen. Gegen kurz vor 4 Uhr waren wir dann beide wieder wach. Also – raus aus den Autos und draußen ein bißchen die krummen Knochen vertreten. Da an den Funkgeräten noch nichts interessantes geboten war und anscheinend alles noch schlief hatten wir nun wenigstens die Gelegenheit den weiten Ausblick vom Hesselberg genießen zu können. Obendrein gab es eine stundenlang absolut klare Nacht und einen phantastischen Sternenhimmel den man wahrscheinlich so nicht so oft zu sehen bekommt. Das – und die absolute Ruhe dort oben – allein das wäre es schon wert gewesen einfach mal dort hinzufahren und zu übernachten. Diese Idee schienen übrigens viele andere Leute ebenfalls gehabt zu haben...ich hätte nicht gedacht daß es tatsächlich soviele Menschen zum Nachtspaziergang an diesen Ort zieht!

Gegen 6:00 Uhr rührte sich langsam wieder etwas an den Funkgeräten. Gerade im 2-m-Band kamen schon in aller Frühe die ersten „Bettflüchtlinge“ auf und so wurde der Sonntagmorgen gleich von einer deutschen und zwei Schweizer Stationen belebt. Schnell die Antenne in die richtige Richtung gedreht – und die beiden „eidgenössischen Kollegen“ standen ebenfalls mit starken Signalen an und konnten so ins Log aufgenommen werden. Bis zum Mittag kamen dann noch einige Verbindungen zusammen...und auch auf 145.500 FM fanden sich dann noch ein paar Gegenstationen zum gemütlichen Gespräch ein.

Gegen Mittag wurde es dann allerdings recht ruhig. Wir hatten ja auch alles was auftauchte bereits abgearbeitet, die Müdigkeit kam dann obendrein noch dazu – und so beschlossen wir, noch ein „Abschlussfresschen“ auf dem Berg zu machen und dann anschließend den Abbau zu beginnen. Gesagt, getan....und gegen 13 Uhr hatten wir dann unsere Stationen abgebaut und verstaut und starteten zur Rückfahrt in unsere „heimatlichen Gefilde“.

Als Fazit kann ich sagen – es hatte sich wirklich gelohnt auch auch richtig Spaß gemacht. Ich hab mich sehr darüber gefreut daß der ansonsten recht tote 2-m-SSB-Bereich ganz gut frequentiert wurde obwohl kein Contest lief. Bei vorhergehenden Bergeinsätzen war das nämlich auch schon ganz anders indem man stundenlang gerufen hatte und über den ganzen Tag vielleicht drei QSOs im Kasten hatte. Der Hesselberg ist geographisch so günstig gelegen daß es im weiten Abstand keine größeren Erhebungen gibt und man somit freies „Schussfeld“ in alle Richtungen hat. Er ist (noch) perfekt befahrbar daß man mit dem Auto bis nach oben fahren und so auch schwereres Equipment aufstellen kann.
Bis auf eine Ausnahme hat auch unsere Funkausrüstung diesen Dauereinsatz gut überstanden. Einziger Wermutstropfen...der Automatiktuner an Rolands Station ist ohne irgendeinen ersichtlichen Grund „gestorben“. Leider war er deshalb nicht in der Lage seine Gerätschaft im abendlichen 40- und 80-m-Band einzusetzen....ein bißchen schade wenn so etwas gerade bei so einem Unternehmen passiert und man ja nicht unbedingt auch noch einen Ersatztuner dabei hat. Nun denn – das Gerät wird nun eingeschickt (Garantiefall) – und mal sehen woran es gelegen hat daß das Teil versagt hat.
Die Antennen haben sich ebenfalls gut geschlagen und gaben keinen Anlass zur Kritik. Gerade die beiden Duobandyagis waren eine gute Anschaffung und sind genau das richtige für solche Aktivitäten. Das Notstromaggregat versorgte beide Stationen, Computer, Licht und Kühlschrank mit ausreichendem „Dampf“ und auch der Benzinverbrauch war recht gering. Kurzum – auf die Technik war Verlass.....

Eine Sache hatte mich dennoch überrascht. Daß gerade der Hesselberg ein Publikumsmagnet ist und selbst nachts von vielen Spaziergängern und Touristen besucht wird - darüber wurde ich von Roland bereits vorgewarnt. Daß allerdings soviele Leute an unserem Hobby interessiert sind und uns angesprochen haben „was wir denn da tun“ und ob man „sich das mal anschauen darf“....damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Unter den „neugierigen“ waren zwar auch einige die mit der Materie zu tun hatten – also ein Funkamateur (Gruß hiermit an DL1DL), ehemalige CB-Funker und auch ein Weltkriegsveteran der als Funker im Einsatz war – sondern auch ganz normale „nichttechnische“ Leute die einiges an Fragen stellten...und die man natürlich gerne beantwortete.
Lediglich ein einzelner musste zwangsläufig aus dem Rahmen fallen indem er uns im Tonfall eines Vorgesetzten fragte „wie lange denn das Aggregat noch laufen soll und ob wir denn eine Genehmigung dafür haben“. Nachdem er kurz und knapp von Roland erklärt bekam daß die Stationen die ganze Nacht laufen werden und wir keinerlei Genehmigung dafür benötigen zog er mit etwas beleidigtem Gesicht und der Bemerkung „hochinteressant“ ab und kam auch nicht mehr wieder.

Was meine Versuche in digitalen Betriebsarten betraf....ich will nicht unbedingt sagen daß ich enttäuscht war, zumal ich ohne große Erwartungen an diesen Versuch heranging. Daß es allerdings nicht eine einzige Gegenstation gab obwohl die Aktion angekündigt war...anscheinend gibt es in dieser Richtung überhaupt keine Interessenten. Wie gesagt – ich war schon angenehm überrascht daß es doch ganz ordentlich Funkbetrieb rund um die 144.300 Mhz in SSB gab obwohl keinerlei Events wie Contest oder ähnliches stattfanden. Schade – auf den Kurzwellenbändern ist PSK31, SSTV, JT65, RTTY jeden Tag zu hören und zu arbeiten – im Bereich 2m/70cm leider überhaupt kein einziges Signal. Nun denn – da der Laptop sowieso mitgenommen werden musste und auch das Datenkabel immer dabei ist....vielleicht ist ja doch mal irgendwann jemand für solche Experimente bereit.

Am Ende kann ich sagen – es hatte wieder richtig Spaß gemacht! Hiermit ein Dankeschön an DC1ERA für den Einsatz (..und für die zuerst eingefrorenen und dann aufgeplatzten Würste, hi!!)..an die Gegenstationen die uns gearbeitet und für das eine oder andere schöne QSO gesorgt haben – und an den Wettergott der uns wieder einmal wohlgesonnen blieb.

Bis zum nächstenmal!

73 de DC1ERA/DO1MDE
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Helmut Moller aus Augsburg | 20.08.2016 | 14:19  
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