„Helfen macht glücklich – vor allem den Helfer“ - Freiwilligen-Agenturen Schwabmünchen, Königsbrunn und Bobingen nehmen Arbeit auf

Wollen Ehrenamtliche fördern und unterstützen (von links nach rechts): Susanne Schönwälder, Regionalleiterin St. Gregor-Jugendhilfe; Bernd Müller, Erster Bürgermeister Schwabmünchen und Jutta Rosenbauer-Frick, Freiwilligen-Agentur Schwabmünchen mit dem Logo der Freiwilligen-Agentur Schwabmünchen.
Schwabmünchen: St. Gregor-Jugendhilfe, Museumsstraße 14 |

Jutta Rosenbauer-Frick hat eine lange „Karriere“ als Ehrenamtliche und dabei viele unterschiedliche Aufgaben gemeistert. Bei der St. Gregor-Jugendhilfe half sie unter anderem einer Irakerin, einer Kongolesin und deren Kindern dabei, den Weg in unsere Gesellschaft zu finden. „Fast immer bin ich mit einem großen Glücksgefühl, dem ‚Helpers High’ nach Hause gekommen.“, so Rosenbauer-Frick. Inzwischen sei es sogar wissenschaftlich erwiesen: wenn wir uns um das Wohl anderer kümmern, werden in unserem Gehirn Glückshormone ausgeschüttet. Nun will sie, wie auch ihre Kollegen Werner Zahn in Königsbrunn und Bernd Beigl in Bobingen, durch ihre Engagementberatung in den drei neu geschaffenen Freiwilligen-Agenturen für andere Menschen, die sich engagieren möchten, die passende Aufgabe finden und sie vor, bei und nach ihren Einsätzen begleiten.

Auf einer Pressekonferenz am 14. Oktober stellten Jürgen Reichert, Direktor der St. Gregor-Jugendhilfe, die drei beteiligten Bürgermeister und die beteiligten Mitarbeiter vor Ort das Projekt vor, das in diesen Tagen seine Arbeit aufnimmt. Im ersten Schritt soll in den nächsten Wochen und Monaten in Institutionen, Kirchen, Vereinen und Verbänden der Bedarf an freiwilliger Arbeit abgefragt werden, um dann Angebot und Nachfrage zusammenzubringen.

Dabei werden Freiwillige keinesfalls zu Lasten bestehender Einsätze akquiriert, betonte Susanne Schönwälder, zuständige Regionalleiterin der St. Gregor-Jugendhilfe. Zwei Drittel aller von Freiwilligen-Agenturen Vermittelten seien zuvor noch nie ehrenamtlich aktiv gewesen. „Wir wollen schlummerndes Potential wecken und Anlauf- und Informationsstelle für Interessierte sein, die noch nicht wissen, wo und wie sie sich einbringen können.“ Und selbstverständlich solle auch keine Erwerbsarbeit ersetzt werden.

Es sei ja auch gar nicht möglich, alle notwendige und sinnvolle Arbeit im Gemeinwesen durch die öffentliche Hand zu finanzieren, bestätigte der Königsbrunner Bürgermeister Ludwig Fröhlich. Aber im Ehrenamt sehe er eine große Chance, im Lebensraum Lechwertach mit dem Einsatz verhältnismäßig geringer Mittel die Lebensbedingungen zu optimieren. Die Kosten für die drei 450-Euro-Kräfte in den Agenturen werden durch das Förderprojekt LEADER der Europäischen Union und des Freistaats Bayern ermöglicht. Das Begegnungsland Lechwertach hat bei der Beantragung der Mittel unterstützt. Die St. Gregor-Jugendhilfe, so Benjamin Früchtl, sei dabei ein idealer Partner, weil in der Region gut verwurzelt.

Die Kooperation der drei Kommunen ermögliche, im südlichen Landkreis Augsburg eine Größe zu erreichen, unterhalb derer nach den Erfahrungen des Bobinger Bürgermeisters Bernd Müller eine professionelle Arbeit nicht möglich sei. Er hat in Bobingen den Quartiersmanager beziehungsweise „Kümmerer“ Bernd Beigl mit der Freiwilligen-Agentur betraut, weil es so weitere Synergie-Effekte gäbe.

„Ich bin dabei“ prangt im Logo der neuen Freiwilligen-Agenturen. Der Schwabmünchner Bürgermeister Lorenz Müller ist davon überzeugt: „Das werden mehr sein, als wir denken“. Er sieht einen „Riesenbedarf“ im sozialen Bereich, bei der Unterstützung von Familien, aber auch im kulturellen Bereich. Im Sport sei das durch die Vereine ja schon recht gut gelöst, er hoffe aber, dass es den Agenturen gelingt, durch ihre Arbeit auch in den anderen Bereichen zu motivieren, zum Beispiel viele so genannte „Best Ager“.

„Best Ager“ – also Mensch in den besten Jahren – ist auch Werner Zahn, der nach 40 Jahren bei der Deutschen Bank seinen „Wartestand“ auf die Rente dazu nutzt, sich zu engagieren. Er wird in den nächsten hundert Tagen auf mehr als fünfzig Institutionen zugehen, von Kindergärten und Schulen bis zum Seniorenheim und Hospiz, von der freiwilligen Feuerwehr bis zum Tierheim, ihren Bedarf in Bögen erfassen, telefonisch und persönlich nachfragen, um danach die richtigen Helfer zu vermitteln – selbstverständlich kostenfrei. Auch in überschaubare Einsätze auf begrenzte Zeit will er vermitteln. Über einen ersten Ehrenamtlichen zur Unterstützung in der Aufbauphase würde er sich sehr freuen.

Eigene Freiwilligen-Projekte hat Jutta Frick-Rosenbauer bereits im Kopf: Kinder als Paten für benachteiligte Grundschüler. Eine Praktiker-Gruppe, die bei älteren oder hilfebedürftigen Menschen kleine Handwerkerdienste übernimmt. Sozialpaten für die Erstberatung von Bürgern in finanziellen oder sozialen Schwierigkeiten, die durch den Behörden- und Antragsdschungel helfen. So viel Begeisterung für die neuen Aufgaben, davon ist Jürgen Reichert überzeugt, ist ansteckend. Er freut sich nicht nur aus Kostengründen über die neuen Strukturen, die ermöglichen, dass sich gemeinnützige Organisationen und Ehrenamt vernetzen. „Freiwillige bringen Pluralität in die soziale Arbeit, unterschiedlichste neue Ideen, Kreativität und frische Energie“.

Kontakt:
Freiwilligenagentur Schwabmünchen
Jutta Rosenbauer-Frick
Museumstraße 14
86830 Schwabmünchen
Telefon (08232) 80 87 750
E-Mail: freiwilligenagentursmue@st-gregor.de
Präsenzzeiten: Donnerstag von 16.00 bis 18.00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung
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