Buchplauderei vom Januar 2015

Lesen ist für mich immer die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen, schrieb der Aphorismensammler und Publizist Peter E. Schumacher.

Mit „Solang die Welt noch schläft“, dem Auftakt ihrer "Jahrhundertwind"-Trilogie ist es Petra Durst- Benning gelungen, ein spannendes Buch über den Kampf um die eigenen Träume zu schreiben.
Gegen Ende des 19. Jahrhundert verbindet junge Frauen ein, aus heutiger Sicht unspektakulär simpler Wunsch: Sie wollen Fahrrad fahren.
So auch die Hauptperson des Romans, die couragierte Josefine aus Berlin. Sie lernt auf einer Reise in den Schwarzwald die für Frauen geradezu skandalöse Leidenschaft des Radfahrens kennen. Das Gefühl der grenzenlosen Freiheit lässt sie nicht mehr los. Zurück in Berlin begeistert sie auch ihre Freundinnen Isabella und Clara dafür und gemeinsam finden sie Mittel und Wege, um ihrer neuen Leidenschaft zu frönen und sich über Anstand und Grenzen hinweg zu setzen.
Der Jahrhundertwind beflügelt die mutigen Frauen, die ihrer Zeit voraus sind und schon lange vor Beginn der Emanzipationsbewegung die Selbstbestimmung anstreben und damit Erfolg haben.

Auch Asta Scheibs Romanbiographie „Eine Zierde in ihrem Haus“ greift diesen Gedanken der Selbstbestimmung auf. Sie erzählt die Geschichte einer berühmten Dynastie und einer ungewöhnlichen Frau.
Im Alter von erst sechzehn Jahren wird Ottilie von Faber im Jahr 1893 zur Alleinerbin der Bleistiftfabrik A.W. Faber ernannt. Sie beugt sich dem Willen der Familie und heiratet ihrem Großvater und der Firma zuliebe den Grafen Alexander zu Castell-Rüdenhausen, obwohl sie in einen anderen verliebt ist. Alexander hat einen unstillbaren Ehrgeiz und Geltungsdrang und versucht Ottilie sukzessive von den Geschäften der Bleistiftfabrik fernzuhalten und in ein Hausfrauen-Dasein zu drängen.
Doch Ottilie begehrt dagegen auf, kämpft mit Herzblut für ihre Ziele und es gelingt ihr schließlich gegen alle gesellschaftlichen Zwänge, ihr eigenes Leben zu leben.

Herzblut damals und heute. Zurück in unserer Zeit begeben wir uns ins Allgäu, wo das Autoren-Duo Klüpfel und Kobr ihren inzwischen kultigen Kommissar Kluftinger in seinem 7. Fall mit Herzblut ermitteln lassen.
Im gleichnamigen Krimi erhält der Kommissar während einer Pressekonferenz einen anonymen Anruf. Kluftinger ist sich sicher, dass er am anderen Ende der Leitung einen Mord miterlebt. Doch von seinem Vorgesetzten und seinen Kollegen wird er nur belächelt und so ermittelt er auf eigene Faust. Am Tatort findet er tatsächlich jede Menge Blut, aber von einer Leiche keine Spur …..
Der fesselnde, unterhaltsame und oft witzige Schreibstil des Autorenduos gewürzt mit viel Lokalkolorit sorgt dafür, dass man sich bis zu letzten Seite bestens unterhalten fühlt.


Allzeit fesselnden und unterhaltsamen Lesestoff im neuen Jahr
wünscht Euch Sabine
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1 Kommentar
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 29.01.2015 | 19:01  
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