Amateurfunk unterwegs......DC1ERA / DO1MDE....erster Portabeleinsatz 2016.

Der Standort am Testtag...
 
....blauer Himmel, Sonnenschein.....top!
 
DC1ERA Rolands "mobile Sendestelle".
 
DO1MDE/p im Einsatz
Bereits im vergangenen Jahr hatten mein Funkkollege Roland (DC1ERA) und ich (DO1MDE) festgestellt daß bei uns beiden ein gemeinsames Interesse am „portablen Funkbetrieb“ besteht. Wir hatten ja schon einmal unser vorhandenes Equipment zu einem „Bergeinsatz“ auf den Hesselberg mitgenommen und nicht nur an den erreichten Funkverbindungen unseren Spaß gehabt, sondern auch einfach an dem ganzen Drumherum eines solchen Einsatzes.
In den Wintermonaten hatten wir daher oft darüber gesprochen, im kommenden Jahr öfter mal irgendwelche günstig gelegenen Standorte aufzusuchen und von dort aus Funkbetrieb zu machen. Um diese Idee umzusetzen war jedoch erstmal eine entsprechende Materialbeschaffung erforderlich.

Meine dafür benötigte Ausrüstung war ja eigentlich schon sogut wie vorhanden. Da ich über die Sommermonate den Großteil des Funkbetriebes von meinem Gartengrundstück aus mache sind dort mehrere Antennen installiert sodaß ich nur noch von zuhause die jeweils benötigten Funkgeräte mitnehmen muß. Ein Aluminium-Schiebemast, eine Auffahr-Halterung dafür und eine selbstgebaute Kurzwellenantenne für mehrere Bänder hatte ich auf Lager, nach etwas Internetsuche fand ich dann noch einen Onlineshop in Holland der einige 2m/70cm-Duobandyagis in seinem Angebot hatte. Nach kurzer Rücksprache mit Roland orderte ich zwei „5/8-El.-Yagis“ die für den SSB-Bereich eingesetzt werden sollen.
Zumindest ich war jetzt mit allem ausgestattet was ich brauchte.

Rolands „Materialbeschaffung“ gestaltete sich da schon etwas umfangreicher. Als er sein Vorhaben schilderte, sich einen Anhänger mit Kofferaufbau beschaffen zu wollen und diesen entsprechend als „mobile Funkstelle“ auszurüsten.....dachte ich zuerst an eine „schnell vorübergehende Idee“. Wenn ich mir allerdings anschaue was inzwischen daraus geworden ist gefällt mir diese Idee hervorragend! Innen in Eigenregie ausgebaut um einen richtigen „Shack“ zu haben, zwei Mobilantennen für VHF/UHF auf dem Dach, eine Masthalterung für einen Schiebemast außen angebaut, Innenbeleuchtung aus LED verbaut.....feine Sache.
Zusätzlich mussten noch die benötigten Geräte angeschafft werden. Nach und nach wurden ein Yaesu FT 857 für KW und 2m/70cm SSB mit einem LDG AT 100 proII Automatiktuner, ein ICOM ID 5100 für D-Star und FM, ein kräftiges 50-A-Netzteil und ein Notstromaggregat angeliefert. Kabel, Adapter, Stecker und anderweitiger Kleinkram wurde nebenbei mitgeordert. Fazit – Ende April wurde das gesteckte Ziel von Roland auf jeden Fall erreicht und der „Funkhänger“ war einsatzbereit.

Nachdem der Wetterbericht glaubhaft schönes Wetter angesagt hatte, starteten wir am 7.5.2016 den ersten Einsatz auf einem Hügel mit 625m/NN in unserer Nähe zum testen unseres Equipments. Um 09:00 trafen wir uns in Schwabmünchen und fuhren dann im „Zweierconvoy“ zu unserem auserkorenen Einsatzort.
Oben angekommen , wurde gleich mit dem Aufbau der Stationen begonnen. Antennen an die Masten schrauben, Kurzwellenantenne aufhängen, alles verkabeln, Aggregat starten, Funkgeräte anschließen und testen ob alle Verbindungen und Stecker zu den Antennen in Ordnung sind. Nachdem alles stand, waren beide Stationen betriebsbereit. Inzwischen war auch das Wetter perfekt – blauer Himmel und Sonne pur!

Nun schalteten wir unsere Geräte an und begannen langsam den Funkbetrieb aufzunehmen. Vorteil des Tages war daß um 16:00 Uhr ein VHF/UHF-Contest beginnt und somit die Chancen höher waren daß auf den Bändern mehr los ist.
So erwischten wir auch gleich einige die ihr Equipment bereits aufgebaut hatten und eifrig am abstimmen und testen waren. Rund um 144.300 Mhz war gut Betrieb, und die weiteste Gegenstation die wir mit unserem Material arbeiten konnten war 414 km entfernt. Das war zwar kein Rekord, aber zumindest mal ein Ergebnis. Besondere Ausbreitungsbedingungen herrschten auf 2m/70cm auch nicht – und wir waren ja gegenüber vielen Conteststationen leistungs- und antennenmäßig mit 50 Watt und einer Duobandyagi regelrechte Sendezwerge. Im 70-cm-Band war sogut wie alles tot und ich konnte gerade zwei Gegenstationen erwischen.....einer davon stand gerade mal 10 Kilometer entfernt.
Als der Contest dann startete, vergaben wir noch an etwa 20 Stationen ein paar Punkte und überließen dann das Feld den „Kampffunkern“ zur Jagd nach den begehrten Plätzen.

Meine Kurzwellenantenne hatte aich eigentlich gar nicht mitnehmen wollen da wir in erster Linie unsere VHF/UHF-Stationen austesten wollten. Nachdem im Auto aber noch genug Platz war hatte ich sie dann doch noch untergebracht und mit an den Schiebemast montiert. Die Antenne ist eine „OCF-Antenna“ nach ON4BAA und hat ein bißchen was von einer umfrisierten FD-4. Sie ist außermittig gespeist, an die 41 Meter lang und ich hatte sie als Inverted-Vee aufgehängt weil sich gerade passende Abspannpunkte an dem Standort ergaben. Am Yaesu FT 897 D verwende ich einen angeflanschten LDG AT 897 pro Automatiktuner der den Rest „passend“ macht.
Es hatte sich im Nachhinein gelohnt, diese Antenne mitzunehmen. Während Roland im 2-m-Band funkte, konnte ich ein bißchen im 10- und 15-m-Band bei passenden Bedingungen einige schöne Verbindungen fahren. Unter anderem hatten wir ein paar Sonderstationen erreicht die sich auch die Zeit für ein etwas ausführlicheres Gespräch nahmen – beispielsweise 4X68TT „Special Callsign celebrating Israels 68th Independence“
mit Operator Amir („Shalom“4X6TT) oder ES5Q aus Estonia – der Conteststation des „Tartu Radio Club“.

Nebenbei – wenns mal etwas ruhiger wurde – hatte ich dann noch ein bißchen über die lokalen Frequenzen gedreht und auch auf der 145.500 Mhz FM gerufen. Bis auf einen Bekannten der im Auto unterwegs war, gab es aber auf den Simplexfrequenzen sogut wie nichts zu hören. Offenbar war trotz des schönen Wetters auch keiner zu den typischen SOTA-Aktivitäten in den Bergen unterwegs...schade.
In D-Star hatte ich das Mobilgerät mitlaufen – es war ja an dem Tag wohl auf dem Grandsberg ein D-Star-Treff – aber auch da war eher wenig los. Auf dem „Deutschland-Süd-Reflektor“ ergab sich mal ein kurzes QSO, das wars dann aber auch schon. Wahrscheinlich war das Wetter für viele Funkkollegen auch einfach zu schön um sich am absolut sonnigen Nachmittag an die Gerätschaft zu setzen.......?

Fazit:
Roland und ich sind beide keine aktiven Contester, hektische DX-Jäger oder Diplomsammler – und unter diesem Aspekt kann ich sagen daß sich der Tag für uns gelohnt hat. Es ging dabei rein um den Spaß, was aufzubauen und es zu genießen in der freien „Prärie“ gemütlich den Tag mit unserem schönen Hobby zu verbinden. Der Standort an dem wir waren (JN58HD) ist sehr ruhig gelegen und normalerweise darf er nur von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren werden.....daher hatten wir dort keine neugierigen, handyknipsenden Touristen die sich eventuell von Funkwellen angegriffen fühlen – oder anderweitigen Freaks die etwas daran auszusetzen haben daß das Notstromaggragat dauernd läuft – und so konnten wir ungestört unserem Hobby nachgehen. Wir haben viele interessante und nette Verbindungen gefahren, konnten unsere Geräte und Antennen ausgiebig testen. Alles an Technik hat „überlebt“, es gab keine Ausfälle oder Defekte.....und bei schönstem Wetter bei einem „Funkpäuschen“ ein gekühltes Bierchen (Danke fürs eiskühlen, Roland :-))) ) und ein Brotzeitchen genießen – genau das macht die Kombination „draußen sein und Amateurfunk“ zum echten Spaß.

Nachdem unser Testbetrieb gelungen ist und wir nebenbei noch die kleinen „Kinderkrankheiten“ bei unserem Ersteinsatz beseitigen konnten – wissen wo´s gefehlt hat und was wir beim nächstenmal in den Werkzeugkisten und Zubehörkoffern noch mitführen sollten – freuen wir uns natürlich schon auf unseren nächsten „Bergtag“. Wir werden solche Portabeltage kurzfristig in den diversen Foren rechtzeitig ankündigen und vielleicht dann auch den einen oder anderen dazu anstiften, seine Gerätschaften anzuschalten und mal nach uns zu hören. Wir werden in Zukunft auch noch CB-Funk und Freenet-Gerät dabeihaben und auch auf diesen Frequenzen für interessierte Funkkollegen „standby“ sein.

Ein "Highlight" hatten wir auch noch. Meistens - wenn Roland und ich irgendwo miteinander funkten, meldete sich ein weiterer Kollege in unser Gespräch und machte bei der Runde mit - in diesem Falle DK6MH (Helmut). Ich dachte mir lange nichts dabei als er oft den Zusatz "Trike-Mobil" zu seinem Rufzeichen nannte. Auf Nachfrage erklärte er dann daß es sich nicht um ein Trike im herkömmlichen Sinne - also die "fetten motorradähnlichen Dinger mit dickem Sound" handelt, sondern um ein Fahrrad.....
Als wir auf unserem Hügel standen, nutzte Helmut die Gelegenheit um uns auch mal persönlich kennenzulernen und machte einen Abstecher mit seinem "Trike" zu unserem Funkstandort. Helmut - Danke daß Du vorbeigekommen bist - haben uns echt gefreut - und bist ein richtig "cooler Typ"!
Das Trike - nun denn - eine zeitlang kamen wir aus dem staunen nicht mehr heraus! Was ein Gerät!! Sowas hab ich ehrlich gesagt noch nie gesehen - und wenn ich die ganzen Um- und Anbauten sehe (Funk, Navigation, Radio, MP3....wie ein Flugzeugcockpit im Kampfjet!).....einfach nur geil!

Mit vy 73s
DC1ERA Roland
DO1MDE Mike
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