Amateurfunk auf dem Hügel "2.0" :-)

...unser altbewährter Platz....bei schönstem Funkwetter.
 
Kennzeichnung der Antennenabspannung.....man weiß ja nie wer hineinstolpert :-)
 
Die Fachleute beim "Ratscherl"...
Wie oft liest man in den gängigen Funkforen, daß auf den Amateurfunkfrequenzen – speziell VHF/UHF – ja irgendwie „nichts mehr los ist“. Tja – im Netz zu jammern ist relativ leicht – etwas gegen die Leere auf den Frequenzen zu tun, ist anscheinend schon um einiges schwerer.....

Daher hatten wir (DC1ERA / DO1MDE) beschlossen, mal wieder mit unserem kompletten Equipment auf einen Hügel zu fahren und dort einen Tag Funkbetrieb zu machen. Geplant wurde Samstag den 09.07.2016. Gut daß der Wetterbericht hervorragendes Wetter versprochen und sich auch daran gehalten hatte – und so standen wir um 09:15 Uhr am Standort in JN58JE auf 600 m/ASL und begannen mit dem Aufbau des Funkequipments. Zuerst wurde das Notstromaggregat in etwa 40 Metern Entfernung aufgestellt – so nervt einen der Krawall nicht – und die Kabeltrommel zu den Fahrzeugen ausgerollt. Anschließend wurden die Masten in die Halterungen gestellt, mit den Antennen bestückt und auf ihre Endhöhe ausgeschoben.
Das Agreggat wurde angeworfen, die Geräte angeschlossen und gleich mal geprüft ob alles an den Zuleitungen und Antennen selbst in Ordnung ist. Freude auf allen Rängen....kein Stecker locker, die Instrumente zeigen gutes SWR an – alles betriebsbereit......

Wir hatten nahezu dieselbe Ausrüstung vor Ort – lediglich bei den verwendeten Funkgeräten gab es einen kleinen Unterschied. Roland hatte einen Yaesu FT 857 als Transceiver, einen LDG AT 100 Pro II Automatiktuner zur Antennenanpassung – bei mir stand ein Yaesu FT 897 D mit einem angeflanschtem LDG AT 897 Pro auf dem Tisch. Zusätzlich hatte ich mittels Adapter ein Standmikrofon ICOM SM 8 testhalber am Yaesu angeschlossen um mal ausgiebig zu testen, wie sich diese Geräte/Mikrofonkombination eigentlich macht.

Als Antennen für VHF/UHF wurden von uns beiden eine Duobandyagi nach DK7ZB mit 5/8 Elementen eingesetzt. Für die Kurzwellenbänder hatten wir zwei „OCF-Dipole“ nach ON4BAA an die Maste gehängt. Wir hatten beide als „Inverted-V“ gegen den Boden gespannt...mal sehen wie sich die Antennen so bewähren...

Die Duobandyagis zeigten sich im nunmehr zweiten Hügeleinsatz als recht gute Antennen. Die Verarbeitungsqualität ist recht robust, ordentliche Mastschellen dran, am Anschlusskasten eine N-Buchse. Was mir speziell nicht so gefällt – der Anschlusskasten selbst ist auf dem Boom verbaut, und so muß das Speisekabel irgendwie oben auf dem Boom entlanggeführt und dann nach unten abgeführt werden – oder aber man lässt es zwischen den Elementen hindurch hinunterhängen. Besser wäre gewesen, den Anschluss an der Unterseite des Booms zu installieren um dann die Kabelableitung etwas einfacher zu machen – aber was soll´s. Die Antennen sind übrigens für etwa 90 Euro bei „Hogt Telekom“ in den Niederlanden erhältlich...für den interessierten OM der sich ebenfalls sowas zulegen möchte......

Das SWR bei den Antennen – im 2-m-Band regt sich der Zeiger sogut wie gar nicht – im 70-cm-Band geht es etwa bis 1,3 : 1 – also optimal....
Zur „Performance“ kann man natürlich aus dem Grunde schon nichts sagen – es war eben einfach kein Contestwochenende – und deshalb die besagte „tote Hose“ auf den beiden Bändern 2m und 70cm. Obwohl ich unseren Einsatz in zwei der großen Funkforen im Netz schon Tage vorher angekündigt hatte, konnte ich gerade mal etwa 5 SSB-Verbindungen auf 2 Meter machen – im 70-cm-Band verhallten meine Rufe im Nirvana.
Eigentlich sehr schade....das Wetter war astrein, es war Samstag....und es verwundert mich irgendwie immer wieder daß einesteils „gejammert“ wird das nichts los ist – andererseits – wenn man dann was macht und mal versucht die Bänder etwas zu beleben, schaltet keiner seine Gerätschaften ein. Lediglich bei einem Contest kommt man aus dem Loch – schreit seine 5/9 plus laufender Nummer in die Luft – und dann verschwindet anscheinend die SSB-Maschine wieder bis zum nächsten Contest im Schrank, hi? Gut – wirklich gestört hatte es uns nicht da wir ohne irgendwelche Erwartungen auf den Hügel gefahren sind. Schön wäre es dennoch gewesen wenn ein paar mehr Funkkollegen „in der Luft“ gewesen wären....

Kurzwelle betreffend....die OCF-Dipole funktionieren richtig gut. Beide Antennentuner mussten sehr wenig arbeiten um die Antennen auf astreines SWR zu bringen. Ich konnte schnell ein paar Stationen im 10- und 15-m-Band arbeiten....und pünktlich ging dann ein großer Contest los.....und so verschwand ich schnell im Hintergrund. Ist eben nicht so mein Ding...Akkordfunkbetrieb...hihi...

Zuverlässig wie eine Schweizer Uhr.....stand unser Funkkollege Helmut (DK6MH) mit seinem einem Kampfjet ähnelndem „Elektro-Trike“ auf der Matte und hatte seinen Yaesu FT 991 im Gepäck. Hervorragend.....so kam ich endlich dazu, dieses Gerät mal live auszuprobieren! Also – schnell die Stromversorgung am Netzteil angeklemmt, die Antennen umgesteckt – und schon kamen die ersten Töne aus dem Lautsprecher.....

Ich war von der doch recht kompakten Bauform des Gerätes überrascht. Auf der HAM-RADIO kam mir das Teil etwas größer vor....allerdings sind die Maße des Gerätes nahezu mit dem FT 897 mit angeflanschtem ATU gleich. Somit ist das Ding auch „fielddaytauglich“ und man muß kein Riesengerät irgendwo unterbringen. Das Display kommt gut, das Manko mit dem doch nicht sooooo gutem Wasserfall im Display wurde schon zur Genüge benörgelt....und ob man den Yaesu-eigenen C4FM-Digitalkram unbedingt haben muss lasse ich mal so im Raum stehen. Aber alles in allem gefällt das Gerät recht gut, bis auf ein paar verschmerzbare Kleinigkeiten beim Bedienungskonzept finde ich das Teil ganz interessant. Der interne ATU kam bis auf 80 Meter mit meinem OCF-Dipol ziemlich schnell zurecht....und somit konnte ich mal schnell ein paar QSOs abspulen.
Jaaa.....der „habenwollenFaktor“ sagt daß ich mir das Gerät in meinem Shack schon vorstellen könnte. Der momentane Preis gefällt mir allerdings noch nicht. Das liegt einfach nur daran daß ich das Digitalzeugs ja mitkaufen würde obwohl ich´s nicht brauche – aber sicherlich wird auch dieses Gerät mal etwas günstiger werden....und dann kann ich ja nochmals drüber nachdenken :-)
Ich hab dem Besitzer des Gerätchens den freundlichen Vorschlag gemacht daß ich es gleich in meinem Auto lassen würde – leider hat er sich trotz ein paar „Bestechungsradler“ nicht auf diesen Deal eingelassen....... :-)

Das Fazit dieses Tages....
Es hat auch Spaß gemacht obwohl es für den Materialaufwand sehr wenig Funkverbindungen gab. Das Equipment konnte getestet werden und hatte keinerlei Ausfälle. Das Notstromaggregat lief knapp 8 Stunden durch und versorgte uns zuverlässig mit dem benötigten „Dampf“. Der Besuch von Helmut ist immer wieder eine feine Sache – mit ihm gibt’s immer ein ordentliches „Ratscherl“ und wird nie langweilig...eben ein sehr angenehmer und netter Zeitgenosse. Obendrein hatten wir in Sachen „Öffentlichkeitsarbeit“ ein langes Gespräch mit einem Motorradfahrer der mit seinem Geländebike bei uns vorbeiheizte....dann doch zurückkam und recht neugierig unseren Aufbau betrachtete und anschließend von Roland umfangreich zur verwendeten Technik und dem Thema Amateurfunk informiert wurde.

Also – auch dieser Tag war prima – und so freuen wir uns schon auf den nächsten „Portabeleinsatz“ der bereits im August stattfinden wird. Der wird dann ein bißchen länger – es wird ein anderer Standort weiter im Norden sein, etwas höher wie unser bisheriger Platz – und wir werden dort über Nacht bleiben und unser Glück zusätzlich im abendlichen bzw. nächtlichen 40- und 80-m-Band versuchen. Vielleicht hört man ja dann den einen oder anderen „Sesselfunker“ der aus dem heimatlichen Shack auf den Bändern zugange ist....würde mich auf jeden Fall freuen..

„Special thanks to“ DC1ERA (Roland), DK6MH (Helmut), den netten OM vom Peißenberg und den Gegenstationen die uns gearbeitet haben...

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4 Kommentare
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Roland Eser aus Gersthofen | 13.07.2016 | 16:22  
7
Helmut Moller aus Augsburg | 15.07.2016 | 10:59  
15.376
Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 28.07.2016 | 11:44  
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Mike Zehrfeld aus Schwabmünchen | 28.07.2016 | 12:00  
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