Offener Brief an die Bürger des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen

Liebe Bür­ger­meis­ter des Land­krei­ses Neuburg-Schrobenhausen,

die Flücht­linge müs­sen gerecht auf die Mit­glied­staa­ten der EU ver­teilt wer­den. Diese For­de­run­gen kann man momen­tan von vie­len Ver­ant­wort­li­chen hören. Natür­lich auch von vie­len unse­rer kom­mu­na­len Akteure. Bis es eine Lösung auf euro­päi­scher Ebene gibt, wer­den noch viele Flücht­linge in unse­rem Land­kreis ankom­men. Sor­gen Sie für eine faire und gerechte Ver­tei­lung in unse­rem Land­kreis. For­dert nicht nur Quo­ten bei den Ande­ren ein, sorgt für die Ein­füh­rung und deren Umset­zung in unse­rem Land­kreis. Wenn jeder sein Stück der Last trägt, wird auch die große Her­aus­for­de­rung durch die momen­tan hohen Flücht­lings­zah­len trag­bar sein.

Es wer­den immer mehr, wöchent­lich müs­sen wir in unse­rem Land­kreis neue Flücht­linge auf­neh­men. In Deutsch­land sol­len die Flücht­linge nach dem König­stei­ner Schlüs­sel (feste Quo­ten­re­ge­lung, 1% der Bevöl­ke­rung) ver­teilt wer­den. Dies stellt für alle Betei­lig­ten eine große Her­aus­for­de­rung dar.

Aber nicht nur im Gro­ßen, auch im Klei­nen sollte es gerech­ter zuge­hen. Was ist mit der Quote in unse­rem Land­kreis? Wir erle­ben gro­ßes Enga­ge­ment bei ehren­amt­li­chen Hel­fern, sind aber nahe an der Belas­tungs­grenze: zusätz­li­che Unter­stüt­zer in den Gemein­den sind dort sicher zu finden.

Im Okto­ber 2014 waren sich die Bür­ger­meis­ter unse­res Krei­ses einig, dass Neu­burg keine dezen­tra­len Lösun­gen anbie­ten müsse. Mit einer der größ­ten Gemein­schafts­un­ter­künfte für Asyl­be­wer­ber in Bay­ern würde die Stadt schon jahr­zehn­te­lang ihr Soll und das für den gesam­ten Land­kreis über­er­fül­len. Schro­ben­hau­sen und ALLE wei­te­ren Gemein­den sind gefordert.

Es wur­den und wer­den Stand­orte geprüft und oft wie­der ver­wor­fen, denn Richt­li­nien und Vor­schrif­ten müs­sen ein­ge­hal­ten wer­den. Stand­orte bie­ten zu wenig Platz, ent­spre­chen nicht den feu­er­recht­li­chen Vor­schrif­ten, dem Immis­si­ons­schutz oder andere Argu­mente wer­den gesucht und gefunden.

Der erste Stand­ort für ein Con­tai­ner­dorf in Schro­ben­hau­sen wurde umge­setzt. Der erste Con­tai­ner steht etwa 20 m vom Bahn­gleis ent­fernt dazwi­schen die Bürgermeister-Götz-Straße. Geplant wurde das Dorf für 94 Bewoh­ner. Das Dorf ist in die­ser Woche voll belegt wor­den, nach der „Ver­dich­tung“ sind jetzt 188 Plätze mög­lich. Die seit Jah­ren gesperrte Stadt­halle soll ab der kom­men­den Woche wie­der als Über­gangs­lö­sung die­nen. Geplant für 20 Bewoh­ner sol­len nun bis zu 120 Men­schen (ver­dich­tet) unter­ge­bracht werden.

Warum ist das in Schro­ben­hau­sen mög­lich, aber an ande­ren Stand­or­ten im Land­kreis nicht?

Ein wei­te­rer Stand­ort für ein Con­tai­ner­dorf und/oder Trag­luft­halle am Höge­nauer Weg wird geprüft. Offi­zi­elle Zah­len für die Unter­brin­gung dort gibt es noch nicht. Immer wie­der hört man aber von 200 Plät­zen (vor oder nach der Ver­dich­tung?). Trag­luft­hal­len und Stadt­halle kön­nen höchs­tens Not­lö­sun­gen sein. Men­schen­wür­dige Unter­brin­gung ist nur noch mög­lich, wenn geeig­nete Gebäude auch genutzt wer­den. Dann gibt es in Schro­ben­hau­sen noch die (fast)leerstehenden alten Grund­schu­len an der Georg-Leinfelder-Straße und in Mühl­ried, diese kön­nen ggf. für Zwe­cke der Unter­brin­gung von Asyl­be­wer­bern ertüch­tigt werden.

Groß­ar­tige Sprü­che und demons­tra­tive For­de­run­gen brin­gen keine Lösun­gen. Immer nur reden und den ande­ren die Arbeit über­las­sen, so kann und darf es nicht wei­ter gehen. Gemein­sam heißt nicht „Die Ande­ren sol­len es gemein­sam schul­tern.“. Es sind ALLE gefor­dert. Es muss geeig­ne­ter Wohn­raum gefun­den oder auch erstellt wer­den. Städte und Gemein­den müs­sen gemein­sam mit Land­rats­amt und Bau­amt ihre Ermes­sens­spiel­räume maxi­mal aus­nut­zen. Es müs­sen aus­rei­chende Infor­ma­tio­nen ver­öf­fent­licht wer­den um die Akzep­tanz und die Auf­nah­me­be­reit­schaft zu fördern.

Klaus Toll

Hel­fer­kreis Prä­senz Schro­ben­hau­sen
Offene Türen — inten­tio­na­ler Treff e.V.
Bürgerwerkstatt-SOB
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.