Willkommen auf Deutsch – Asylbewerber in Deutschland

Wann? 09.06.2015 20:00 Uhr

Wo? CinePark Kino Schrobenhausen, Bürgermeister-Stocker-Ring 1, 86529 Schrobenhausen DE
Schrobenhausen: CinePark Kino Schrobenhausen |

Flüchtlinge in der Nachbarschaft – Wie reagieren die Menschen?


Am kommenden Dienstag, 9. Juni läuft aus aktuellem Anlass als „Kino für Toleranz – Spezial“ um 20.00 Uhr im Cinepark-Kino der deutsche Dokumentarfilm „Willkommen auf Deutsch“ aus dem Jahr 2014. Für diesen Film haben die Regisseure Carsten Rau und Hauke Wendler ein Jahr lang mit der Kamera beobachtet, was passiert, wenn Flüchtlinge ankommen. Kontrovers, sehr emotional und auch amüsant zeigt der Film, dass die Situation schwierig, aber nicht hoffnungslos ist.

Wie reagieren Menschen, wenn in ihrer Nachbarschaft Asylbewerber untergebracht werden? „Willkommen auf Deutsch“ geht diesem Thema nach und beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der Asyl- und Flüchtlingspolitik. Im Zentrum des Films stehen die vielzitierte „Willkommenskultur“ und die Frage nach der Offenheit der deutschen Bürger gegenüber Migranten. Die Regisseure beobachten zwei kleine Gemeinden in Niedersachsen, in denen Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Sie erleben, wie sich Bürgerinitiativen gegen die Unterbringung der asylsuchenden Menschen gründen. Sie lernen aber auch Leute kennen, die sich ohne Wenn und Aber für die Flüchtlinge einsetzen. Für die Asylsuchenden selbst ist die Ankunft in Deutschland zwar oft das Ende einer jahrelangen Odyssee, doch viele Probleme dämpfen ihre Erwartungen an die neue Heimat. Die Kamera begleitet die Flüchtlinge, die Anwohner sowie den Bereichsleiter der unterbesetzten Landkreisverwaltung – stellvertretend für die 295 Landkreise bundesweit.
In den vergangenen zehn Jahren haben die beiden Regisseure immer wieder Filme zum Thema Flucht und Migration gemacht, zuletzt den Dokumentarfilm „Wadim” aus dem Jahr 2011, der mehrere Auszeichnungen erhielt und bei Festivals im In- und Ausland gezeigt wurde. Für jeden dieser Filme haben sie Flüchtlinge begleitet, die unter erschütternden Umständen in Deutschland leben mussten. Die öffentliche Reaktion darauf war von Empörung und Empathie geprägt – aber geändert hat sich wenig.
In „Willkommen auf Deutsch“ stehen deshalb nicht allein die Flüchtlinge im Mittelpunkt, sondern auch ihre deutschen Nachbarn. Die Filmemacher stellen die Frage, wie es zusammenpasst, dass Menschen beteuern, sie hätten nichts gegen Ausländer, kurz darauf aber Bürgerinitiativen gründen, weil sie angesichts eines neuen Asylbewerberheims um die körperliche Unversehrtheit ihrer Töchter oder den Marktwert Ihrer Eigenheime fürchten?
Diesen großen Fragen geht der Film im ganz Kleinen nach: in zwei gut situierten Gemeinden, die für Tausende anderer stehen. Das Ziel dabei ist - weil es heute mehr denn je darauf ankommt - ins Gespräch zu kommen. Auch um Ausschreitungen, wie es sie in Deutschland Anfang der 90er-Jahre gab, frühzeitig vorzubeugen. „Denn letztlich“, so sagen die Regisseure, „entscheidet sich in den Köpfen der Bürger, ob Deutschland bereit ist, Not leidenden Menschen Schutz und Zuflucht zu gewähren oder nicht“.
Der Film ist ohne Altersbeschränkung freigegeben, die Altersempfehlung der Filmemacher liegt bei 14 Jahren. Er dauert 90 Minuten und wird auch am Sonntag, 14. Juni um 11.00 Uhr gespielt. Nach den Aufführungen besteht in der Kinobar BBC die Möglichkeit, sich zusammenzusetzen und über den Film, aber auch über die Situation in Schrobenhausen zu unterhalten. Der nächste Film im Kino für Toleranz läuft wie gewohnt am letzten Dienstag im Monat, also am 30.6.15 und hat den Titel „Timbuktu“.
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