Die Deutschtürken und der Holocaust
Angenommen,nur einmal angenommen, Cem Ozdemir würde irgendwann der erste deutsche Aussenminister mit Migrationshintergrund- was würde er dann bei seinem Antrittsbesuch in Israel sagen?Würde er vor der Knesset die Sicherheit des jüdischen Staates zum Teil der deutschen Staatsräson erklären?
Und wie würde seine deutschtürkische Community auf solche Auftritte reagieren?
Ufuk Tokara hat z.Bsp. jeden Tag mit dem Verhältnis von türkischen und arabischen Zuwanderern zum Holocaust zu tun.Der 30jährige ist der erste türkischsprachige Historiker im jüdischen Museum in Berlin, der auch Jugendliche herumführt.Wenn er türkischen oder arabischen Schülern die Ausstellung zeigt, wird er oft mit aggressiven Unterton gefragt,"ob er Jude sei".
Ist er nicht!Er hat Geschichte an der Humboldt-Uni studiert.
Von den Naziverbrechen und dem Holocaust wissen diese Schüler so gut wie gar nichts.Die deutsche Geschichte ist nicht Teil ihrer Identität, sie leben in der deutschen Gegenwart.Wenn überhaupt identifizieren sie sich mit der türkischen Geschichte ,vermittelt durch die eigene Familie oder den Moscheenverein ohne kritische Reflexion.So Topkara.
Aycan Demirel gründete vor 6 Jahren die kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA).Als er nach Deutschland kam, war er überrascht, wie sehr politisches Engagement gefördert wurde.Deshalb schockierte es ihn umso mehr, wie feindseelig im türkisch-arabischen Kreuzberg über Juden und Israel gesprochen wurde.Er merkte, wieviele Zuwanderer und ihre Kinder über die deutsche Vergangenheit wissen, und dass sie eine völlig andere Perspektive auf das "Jüdische" in der Welt haben.
So werden Juden nicht als Opfer sondern als Täter wahrgenommen.Als Besatzer,Unterdrücker,als israelische Soldaten, die Palästinenser erschiessen.
Der historische Bezug sei nicht der Mord an sechs Millionen Juden in Europa, sondern die Konflikte im nahen Osten.
In besagten Schulen werden immer wieder die gleichen Fragen gestellt:Warum Juden?Wo ist unsere Geschichte?
Sie kommt nicht vor.
Migranten sind in der grossen deutschen Erzählung nicht vorgesehen.
Aber wie lange kann das bleiben, in einem Land mit mittlerweile über 15 Millionen Menschen, die keine familiären Bezüge zur deutschen Vergangenheit haben?
Verwirrung besteht oft bei muslimischen Jugendlichen, wen sie erfahren ,dass in ihrem Kiez auch einmal Juden lebten.Oft gebe es nur eine fanatische Ablehnung "der Juden".
Demirel erzählt von einem Erlebnis, wo bei einem Fest eine Gruppe palästinensischer Mädchen einen Volkstanz aufführen sollten, und eine Mutter ihrer Tochter das Mittannzen verbat.Als Begründung nannte sie:"Meine Tochter kann sich ohne meine Erlaubnis in Israel in die Luft sprengen, aber nicht ohne meine Erlaubnis an der Aufführung teilnehmen."
Antisemitische Klischees sind unter muslimischen Jugendlichen weit verbreitet.Auf youtube oder facebook werden die gewaltbereiten Parteien Hisbollah und Hamas verherrlicht, wird vor der jüdischen Weltverschwörung gewarnt.
Vor kurzem tauchte eine Rundmail auf, die zum Boykott von Aldi und Lidl aufrief "da der Gewinn an einem bestimmten Tag direkt an den Staat Israel gehe"Genauso wurde zum Boykott von Coca-cola aufgerufen, da Amerika Israel unterstütze.
Wie erklärt man Jugendlichen, die von solchen Verschwörungstheorien geprägt sind,den Holocaust?Wie, dass Juden millionenfach Opfer waren?
Ein Weg dieser Initiative ist, die Dinge zu hinnterfragen und zu erklären, wie der Staat Israel entstand.Reisen nach Israel werden organisiert.Viele dieser Jugendlichen haben noch nie in ihrem Leben einen Juden kenengelernt.Das Bild des diffusen Feindbilds wird durch solche Reisen hinterfragt.
Für diese Arbeit hat Deirels Initiative viel Anerkennung erfahren, aber auch Ärger.Migrantenverbände und linke Gruppen kritisieren das Projekt heftig.
Auch Ufuk Topkara meint, dass auch ein Deutschtürke verpflichtet sei zur besonderen Sensibilität gegenüber dem Antisemitismus, was das Eintreten für das Existenzrecht Israels mit einschliesst.
Demirel machte die Erfahrung bei einer Reise nach Israel mit ausschliesslich palästinensischen Judendlichen, bei denen diese ständig auf Deutsch angesprochen wurden.Er hatte das Gefühl,sie seien als Palästinenser nach Israel gereist, und als Deutsche zurückgekommen.
(Quelle:Die Zeit)
Themen zum Beitrag
Kommentare zum Beitrag
Andreas, aber ganz ohne Informationen über die Vergangenheit sollten die Jugendlichen nicht bleiben.
Neue Einwanderer müssen doch auch die Vergangenheit in einem Test beantworten.
Natalie, gut rechaschiert.
Ein guter Bericht und es gibt noch viel zu tun.
Keine Kriegsverbrechen sollten vergessen werden.
Es ist wichtig, dass Jugendliche zum kritischen Denken und Hinterfragen angeregt und herangezogen werden.
Nur so kann sich etwas ändern.
> "Andreas, aber ganz ohne Informationen über die Vergangenheit sollten die Jugendlichen nicht bleiben"
Ja, aber deshalb schrieb ich ja auch: "Wenn man neuen deutschen Staatsbürgern die deutsche Geschichte vermittelt, ist das ja ok. Aber man kann nicht verlangen, dass die den gleichen Bezug dazu haben, wie die Einheimischen."
Die Kinder von Einwanderern müssen das eh in der Schule lernen, wie jedes
andere Kind auch.
Erwachsene kann man nur anregen aber nicht zwingen - gibt auch Millionen Ureinwohner, die keine Lust haben, sich mit diversen Abschnitten aus der Geschichte noch mehr zu beschäftigen, als sie es eh machen müssen durch all das, dem man nicht entgehen kann.
Und wie gesagt, wenn Einwanderer Staaten wie Israel NUR als das sehen, was sie sind, und nicht durch die Geschichte vorbelastet sind, wie wir, dann ist das etwas Normales und nichts Schlimmes. Vielleicht sollte man auch umgekehrt diesen unbelasteten Blickwinkel an die Ureinwohner vermitteln.
"Und wie gesagt, wenn Einwanderer Staaten wie Israel NUR als das sehen, was sie sind, und nicht durch die Geschichte vorbelastet sind, wie wir, dann ist das etwas Normales und nichts Schlimmes. Vielleicht sollte man auch umgekehrt diesen unbelasteten Blickwinkel an die Ureinwohner vermitteln."
Damit reihst du dich genau in das Klientel ein, auf das dieser Bericht Bezug nimmt.Traurig!
Wirst du wieder nur persönlich oder wirst du deinen komischen Vorwurf auch noch sachlich begründen?
Bin gespannt.
Um auf deinen Text zu reagieren, muss ich "persönlich" sein!!!Wie kann ich sonst darauf antworten?Auf das "wieder" werde ich hier mal nicht weiter eingehen, wer wann "persönlich" wurde, sei mal dahin gestellt.
In dem Text wurde gerade dargestellt, dass viele Kinder von Einwanderern eben NICHT dieses Thema ausführlich in der Schule bearbeiten.Daher ist ja die Arbeit dieser ausserschulisch Tätigen gerade das Thema,...........
Es geht auch nicht darum, dass Einwanderer sich mit der deutschen Schuld zu identifizieren zu haben, sondern dass sie schlichtweg erst in der "Gegenwart" beginnen zu denken und zu fühlen, anstatt für die Vorgeschichte sensibilisiert zu sein.
> "sondern dass sie schlichtweg erst in der "Gegenwart" beginnen zu denken und zu fühlen, anstatt für die Vorgeschichte sensibilisiert zu sein"
Ja, und dazu könnte ich mich nur wiederholen: "Und wie gesagt, wenn Einwanderer Staaten wie Israel NUR als das sehen, was sie sind, und nicht durch die Geschichte vorbelastet sind, wie wir, dann ist das etwas Normales und nichts Schlimmes."
Das bedeutet nur, dass es nichts Schlimmes ist, wenn sie den Staat Israel realistisch betrachten. Es schließt ja nicht aus, dass spätestens mit Einwanderung ihre Kinder die Geschichte Deutschlands lernen werden.
"Normales und nichts Schlimmes"
Was ist normal ein einem aufgebauschten Feindbild ohne Hintergrundkenntnisse?
Ich sagte nichts von einem "aufgebauschten Feindbild", sondern sagte "wenn Einwanderer Staaten wie Israel NUR als das sehen, was sie sind"
Was daran schlimm sein soll, die Realität zu sehen wie sie ist, kann ich jetzt nicht so nachvollziehen.
Andreas, es geht ja in dem Artikel genau darum!Dass intelligente Menschen mit Immigrantenhintergrund nicht so aufgeklärten und schlichter denkenden Menschen mit Immigrationshintergrund erklären und verdeutlichen, dass es eine Zeit vorher gab, die das jetzige Ergebnis bewirkt hat.
Eigentlich nicht so schwer zu verstehen,....
Dagegen habe ich ja nichts gesagt. Auch dumme Feindbilder oder Vorurteile soll man gern bekämpfen.
Wenn aber Araber u.ä. einfach nur einen Staat so sehen, wie er ist und seine Taten sehen und bewerten, so wie sie sind, dann ist DAS nichts Schlimmes!
Und da kann man meinetwegen denen auch was vom europäischen Antisemitismus der Vergangenheit erzählen!... ABER um einen gegenwärtigen Staat zu betrachten und seine gegenwärtigen Taten zu bewerten, muss man das alles NICHT wissen.
Sicher können solche historischen Informationen Zusammenhänge oder kausale Verbindungen erkennen lassen, aber die rechtfertigen oder entschuldigen die heutigen Taten Israels ja nun nicht, weil das nichts miteinander zu tun hat.
Wer das heutige Israel kritisiert, ist dadurch kein Antisemit, dem man deutschen Geschichtsunterricht um die Ohren hauen muss und dann muss er alles toll finden, was Israel macht.
Es geht nicht darum, "alles toll" zu finden, was Israel macht,....
Es geht darum, dass diese Menschen hier gar nicht betroffen sind, aber ein difuses Feindbild ohne Hintergrundwissen besitzen.
Es ist ja auch nicht gerade "toll" was extreme Menschen andersherum tun, um diesen Staat zu vernichten.
Frag dich doch mal selbst ganz ehrlich!
Ausserdem geht es hier nicht nur um Araber.Türken sowieso sind keine Araber,.......
Es geht darum, Feinbilder abzubauen.Hinter die Geschehnisse zu blicken.
Zu verstehen, warum sich Feindbilder entwickeln.
Du schreibst wie ein manipuliertes Opfer.Schwarz und weiss.Immer wieder.
Kein Funke in die andere Richtung, völlige Versperrung .
Schade.
und übrigens, ich muss nicht nach Amerika einwandern, um über die Schicksale der Indianer betroffen zu sein!
Das ist eine Charakterfrage, dafür muss man nicht in irgendein Land einwandern, um sich zu fragen, wo Unrecht geschieht!
> "Es geht darum, dass diese Menschen hier gar nicht betroffen sind, aber ein difuses Feindbild ohne Hintergrundwissen besitzen"
Ich sagte doch, dass man Vorurteile und Feindbilder bekämpfen soll.
Aber wenn Araber oder Türken das heutige Israel betrachten und anhand der heutigen Handlungen bewerten, dann ist das ausreichend und über deutsche Geschichte müssen sie im Prinzip überhaupt nichts wissen, um das tun zu können.
Der damalige Holocaust hat doch nichts damit zu tun, was Israel heute - sogar völkerrechtswidrig - Schlimmes den Palästinensern antut.
> "Das ist eine Charakterfrage, dafür muss man nicht in irgendein Land einwandern, um sich zu fragen, wo Unrecht geschieht!"
Eben.
nein.Nicht eben.
Was ich schrieb war, dass man nicht erst hinreisen muss.
Worum es hier geht, ist, dass schon gereist wurde,............
> "Worum es hier geht, ist, dass schon gereist wurde,............"
Häää?
Du hast das schon verstanden.
Aber immer wieder bemerkenswert, wie ein "häää?" als Antwort bestätigt, was man von dem Gegenüber sich denkt,..............
Du hast das schon verstanden.
Aber immer wieder bemerkenswert, wie ein "häää?" als Antwort bestätigt, was man von dem Gegenüber sich denkt,..............
Nun laßt mal eure Vorurteile im Köcher, und die persönlichen Animositäten hebt Euch auf für den Tag, an dem Ihr das auch persönlich austragen könnt. Muß ja nicht öffentlich sein.
Warum sollen eigentlich türkischstämmige Jugendliche, die seit Geburt oder durch Zuwanderung Deutsche sind, die Vergangenheit unserer deutschen Vorfahren leben? Reicht es nicht, daß wir sie leben, daß auch ich sie leben muß? Was können sie davon leben? Wer kann wünschen, daß sie es leben?
Was die öffentliche Wahrnehmung Israels betrifft, wird von den jungen Menschen unabhängig von ihrem Migrationshintergrund wahrgenommen, was Israel nach außen transportiert. Möchte Israel ein anderes Bild von sich in der Öffentlichkeit, wird es durch seine Taten dafür zu sorgen haben. Aktuelles Geschehen und 65 Jahre zurückliegende Geschichte sind zwei Dinge, deren subjektive Vermengung objektiver Betrachtung nur selten standhält. Den jungen Menschen ihre Beobachtungsgabe und ihren Verstand abstreiten, weil ein bestimmtes Geschichtsbild vermittelt werden soll, halte ich für sehr bedenklich.
Freilich ist es in Deutschland schwierig, einen objektiven Standpunkt einzunehmen, ohne nicht gleich mit der Keule der Vergangenheit überwältigt zu werden. Türkischstämmigen Jugendlichen fehlt das Training für daraus resultierende und erwartete Haltung. Und wenn es eine Charakterfrage ist, sich zu fragen, wo Unrecht geschieht, man dazu in kein Land einwandern mußt, wie Du sagst, Natalie, dann ist es auch eine Charakterfrage, auf aktuelle Wahrnehmung, auf das Offensichtliche eine ehrliche Antwort zu geben. Wenn ein Jugendlicher unabhängig von Herkunft und Nationalität sieht, es geschieht Unrecht, dann ist es eher unaufrichtig, zu antworten, von 1933 bis 1945 ist durch Deutsche größeres Unrecht geschehen. Erstens betrifft und trifft dieses Unrecht den betreffenden Jugendlichen nicht, macht ihn sehr wohl betroffen, zweitens wird das aktuelle Unrecht damit nicht zu Recht, drittens suggeriert solche Betrachtungsweise, wem Unrecht geschehen sei, dem stehe zu Unrecht zu tun. In einer zivilisierten Gesellschaft westlicher Werte jüdisch-christlicher Abkunft sollten wir über den Codex Hamurapi, über Auge um Auge, Zahn um Zahn hinaus sein. Oder aber wir bekennen uns grundsätzlich zur Sharia.
Und damit kein Mißverständnis aufkommt: Weder bin ich Faschist noch Antisemit, noch Moslem. Im Gegenteil, ich fühle mich der jüdischen Sache verbunden, zähle Juden zu meinen Freunden. Mit denjenigen Juden, die meine Freundschaft erwidern, kann, darf und will ich mich in aller Freundschaft, ggf. aber auch kritisch unterhalten dürfen. So seltsam es klingt: das funktioniert!
Wenn ich in ein Land gehe , dann interessiere ich mich .
Dann möchte ich eine Vergangenheit erkennen,die Gegenwart und die erhoffte Zukunft.
Und das sogar nur , wenn ich da Gast bin und Urlaub mache.
Es ist ein Grundbedürfnis.
Geschichte von anderen Ländern ist eine Vorraussetzung, um ein wenig schwarz/weiss zu durchbrechen.
Mein Weg ist plump.
Das weiss ich.
>Der Weg ist plump<
Natalie, das sehe ich nicht so.
Hauptsache ich interessiere mich für ein Land, ob von zu Hause aus oder wenn ich dort in Urlaub bin.
Wäre der Weg nur plump, müßte ich mir eine Antwiort nicht wohl überlegen. Persönlich halte ich den Weg, propagandistisch auf das Bewußtsein unbelasteter Mensch einzuwirken, für fragwürdig. Propaganda lehne ich grundsätzlich ab! Jugendliche, gleich welcher Herkunft, erhalten im Geschichtsunterricht und an den Bildungsanstalten Kenntnisse, die nicht auf ihre Herkunft Rücksicht nehmen und nichts auslassen. Selbst aber diese Unterweisung bemüht sich in stillem deutschen Schuldeingeständnis um keine vollständige Darstellung, bleibt eindeutig proisraelisch zielgerichtet, unkritisch bis beschwichtigend, beschönigend für die Jetztzeit. Deshalb nachstehend eine für einen Thread eigentlich zu ausführliche Darlegung, wofür ich im Interesse der Sache um Geduld und Verständnis bitte.
Bereits die Überschrift des Threads offenbart tendenziöse Implikationen, die nicht dadurch aufgehoben werden, daß zum Schluß als “Quelle“ DIE ZEIT genannt wird. Nein, die gedankliche Verbindung zwischen Holocaust und Deutschtürken ist nicht zulässig. Nein, es gibt sie nicht, die Deutschtürken. Entweder sie sind Türken, oder sie sind Deutsche. Wer Deutscher im Sinne des Staatsbürgerrechtes ist, ob Türke oder Jude, muß sich seinen Migrationshintergrund nicht vorhalten lassen! Wer Geschichte bemüht, sich ihrer bedient, tut dies im Kontext. Andernfalls ist er nicht Historiker, sondern Gesinnungshändler. Ein verfehlter Handel.
Das Buch der Geschichte hält mehr bereit, als die Verpflichtung türkischstämmiger Jugendlicher mit Migrationshintergrund auf den Holocaustschrecken. Beginnen will ich mit dem Kongreßpolen aus Plonsk, David Grün: Immerhin seit 1906 in Palästina, wußte dieser famose Mann und Politiker nach 31 Jahren im Land Palästina 1937 und eine deutliche Weile vor dem Holocaust:
“Politisch sind wir die Aggressoren. Das Land gehört den Arabern, weil sie es bewohnen, während wir von draußen kommen und hier siedeln, und aus ihrer Perspektive wollen wir ihnen ihr Land wegnehmen, bevor wir hier richtig angekommen sind. Ihr aktiver Widerstand richtet sich gegen das, was sie als Usurpierung ihrer Heimat durch Juden betrachten. ...“
Seit 1948 ist der Mann David Grün, der auch jahrelang Führer der “Jewish Agency“ war, besser bekannt als David Ben Gurion, 1949 erster Ministerpräsident Israels.
Fortfahren muß ich dann noch mit Mahatma Ghandi, ein Friedensmann. Auch er äußerte sich vor den eigentlichen Verbrechen des Holocaust in einem Artikel mit dem Titel “Ein nicht aggressiver Blick über das Böse und die Aggression“, erschienen am 20.11.1938 in der von ihm in drei Sprachen (Englisch, Hindi und Gujarati) herausgegebene Wochenzeitschrift “Garigan“:
1- Ich habe mehrere Briefe erhalten, in denen ich gebeten wurde, mich über meine Ansichten zum jüdisch-arabischen Problem in Palästina und zu der Verfolgung der Juden in Deutschland zu äußern. Es war nicht einfach für mich über diese sehr schwierigen Themen meine Meinung kund zu tun.
2 - Ich habe volle Sympathie für die Juden, ich habe sie sehr nah in Südafrika erlebt. Manche von ihnen wurden Freunde von mir, durch sie las ich vieles über ihre lange Verfolgung. Sie wurden ausgestoßen von den Christen, ihre Behandlung durch die Christen war der Behandlung der Ausgestoßenen durch die Hindus sehr ähnlich. Diese stützten sich auf religiöse Argumente, mit denen sie ihre unmenschliche Behandlung zu legitimieren suchten.
3 – Deswegen und unabhängig von meinen Freundschaften war diese Behandlung der wichtigste und allumfassendste Grund für meine Sympathie für die Juden.
4 – Diese meine Sympathie aber verschließt meine Augen nicht vor Erfordernissen der Gerechtigkeit. Ihr Ruf nach einer nationalen Heimat der Juden gefällt mir nicht sehr. Denn das Recht auf diese Heimat wird auf das heilige Buch zurückgeführt und wird durch den beharrlichen Wunsch zur Rückkehr nach Palästina begründet: Warum nehmen die Juden nicht wie andere Erdenvölker dort ihre Heimat, wo sie geboren wurden und wo sie ihr Lebensunterhalt verdienen?
5 – Palästina gehört den Arabern, wie sinngemäß England den Engländern oder Frankreich den Franzosen. Es ist ein Fehler und ist unmenschlich, dass die Juden über die Araber bestimmen. Das, was heute in Palästina geschieht, kann nicht durch irgendein moralisches Gesetz legitimiert werden. Das Mandat ist illegal, es ist ein Ergebnis des letzten Krieges. Eine teilweise oder ganze Überführung des Landes der Araber, die Palästina bevölkern, an die Juden als ihre nationale Heimat ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
6 – Die geeignetste Maßnahme, die ergriffen werden müsste, ist, beharrlich darauf zu wirken, die Juden dort, wo sie geboren und aufgewachsen sind, gerecht zu behandeln: Die Juden, die in Frankreich geboren wurden, sind Franzosen genau wie die Christen, die in Frankreich geboren sind, Christen sind. Wenn es für die Juden keine andere Heimat gibt als Palästina: Werden sie der Idee verfolgen, die anderen Erdenteile, wo sie ansässig sind, sehnsüchtig zu verlassen? Oder wollen sie sich eine zweite Heimat sichern, um sich dort auf Wunsch niederzulassen?
Der Schrei nach einer nationalen Heimat bietet eine indirekte Rechtfertigung für die Deutschen, die Juden zu vertreiben und das ist ein Akt gegen die Menschlichkeit.
7 – Die Verfolgung der Juden durch die Deutschen scheint jedoch einzigartig in der Geschichte zu sein. Despoten früherer Zeitalter waren niemals so dem Wahn verfallen wie Hitler, der so weit ging, mit fanatischem Glauben ein neues mörderisches Herrenvolk zu schaffen.
8 – Wenn es keinen Krieg gegen Deutschland gibt - auch nicht wegen des Verbrechens an den Juden - dann wird es sicherlich auch keine Allianz mit ihm geben: Wie kann es eine Allianz zwischen einer Nation, die sich auf Gerechtigkeit und Demokratie beruft, geben und einer Nation, die ein erklärter Feind beider ist? Oder wird sich England auf eine Militärdiktatur hinbewegen?
9 – Können die Juden sich gegen diese schändliche Unterdrückung wehren? Gibt es einen Weg, die Selbstachtung zu wahren und nicht in das Gefühl der Ohnmacht, der Pflichtversäumnis oder der Niedergeschlagenheit zu verfallen?
10 – Es ist für mich wichtig zu erwähnen, dass es für die Juden leichter ist als für die misstrauischen Inder, meinem Rezept der „Satyagraha“- Kampagne zu folgen. Sie haben in den Indern Südafrikas ein konkretes Beispiel. Die Inder haben dort eine ähnliche Stellung verkörpert wie die Juden in Deutschland. Ihre Unterdrückung hatte auch einen religiösen Hintergrund gehabt, und somit können sie den Weg des friedlichen gewaltlosen Widerstands gehen.
11 – Die Juden Deutschlands können sich mit einer besseren Voraussetzung als die Inder Südafrikas mittels einer „Satyagraha“ wehren. Sie haben doch die Weltöffentlichkeit hinter sich
12 – Und noch ein Wort an die Juden Palästinas: Ich habe keinen Zweifel, dass sie dort den falschen Weg beschreiten und dass Palästina, nach Vorstellung des heiligen Buches, nicht ein geografisches Stück Land ist, sondern eine Herzensauffassung. Wenn sie nach dem geografischen Palästina als ihre nationale Heimat blicken, dann ist es falsch, es im Schutz der britischen Mörser zu betreten. Für die Juden gibt es hunderte von Wegen sich mit den Arabern zu verständigen, aber nur wenn sie auf die Gewehrlanze der Briten verzichteten. Tun sie das nicht, dann werden sie Partner der Briten bei der Beraubung eines Volkes sein, das ihnen kein Unrecht angetan hat.
13 – Ich verteidige hier nicht die Übergriffe der Araber und ich wünsche, sie würden den gewaltfreien Widerstand gegen das, was sie als illegitimen Angriff gegen ihr Land erfahren, suchen. Aber – gemäß der allgemein anerkannten Regeln des erlaubten und des unerlaubten – kann man bezüglich ihres Kampfes gegen die britisch-jüdische Aggression und gegen das Unrecht nichts gegen die Araber sagen.
14 – Lassen wir die Juden, die ein auserwähltes Volk zu sein glauben, ihre Fähigkeiten festigen, den gewaltfreien Weg für die Verteidigung ihres Platzes auf dieser Erde suchen. Jedes Land gilt als Heimat für sie, Palästina auch. Nicht durch Aggression, sondern durch Liebe.
Ein jüdischer Freund schickte mir ein Buch mit dem Titel „Jewish Contribution to Civilization“ von Cecil Roth. In dem Buch wird der Beitrag der Juden zur Bereicherung der Weltliteratur, der Kunst, der Musik, des Theaters, der Wissenschaft der Medizin und der Landwirtschaft, etc. aufgeführt. Mein Rat an die Juden: Sie dürfen nicht zulassen, im Westen als Verstoßene von oben herab oder mit Verachtung behandelt zu werden. Sie können als menschliche Wesen mit dem Respekt und der Gunst der Weltöffentlichkeit rechnen. Dieses ist die von Gott gewollte Schöpfung. Im Gegensatz zu einem menschlichen Wesen, das den Hang hat, rasch in Barbarei zu verfallen – das wird von Gott missachtet.
(Aus der ägyptischen Tageszeitung „Al-masry Al -youm“ vom 11.04.09 ins Deutsche übersetzt von Riyad Helow, München)
Spricht jemand über Geschichte, Geschichte der Juden, Geschichte des Staates Israel, sollte er nicht ein Item unterschlagen, möchte er glaubwürdig bleiben. David Ben Gurion und Mahatma Ghandi durften vor mehr als 70 Jahren “Klartext“ reden. Dennoch liegt hinter uns die elende Katastrophe des deutschen Holocaust. Hinter uns liegen gut sechzig Jahre Geschichte des Staates Israel. Weder für das eine noch für das andere tragen jugendliche Zuwanderer nach Deutschland Verantwortung oder Verpflichtung. Es wäre eine ungeheure Anmaßung, den jungen Zuwanderern mit Zueignung der deutschen Staatsbürgerschaft Verantwortung für deutsche Unrechtstaten, für deutsche Geschichte auferlegen zu wollen, ihnen hierfür „Geschichtsbewußtsein“ abzuverlangen!
Enden will ich mit einer Frage, die mir ein junger Türke gestellt hat: “Stellen Sie sich vor, ich komme als Kurde mit türkischem Paß in Ihr Land, nehme Ihre Staatsangehörigkeit und Ihren Paß, kaufe mir ein Grundstück, hisse die kurdische Flagge, verteile kurdische Pässe und Staatsangehörigkeit und nenne das Land Kurdistan. Würden Sie mich nicht wenigstens einsperren?“
Weil und obwohl ich um vollständige Kenntnis der Geschichte des Staates Israel stets bemüht bleibe, darum kämpfe, mir der europäischen Geschichte der europäischen Juden stets bewußt bleibe, wünsche ich dem Staat Israel gutes Gedeihen in Gerechtigkeit und Frieden und ... Mut zur Wahrheit!
Gut, dass du die Quelle bemerkt hast,denn dies war eine Zusammenfassung.Auch die Überschrift wurde übernommen.
Deutschtürken nennen sich viele dieser übrigens auch selbst, momentan.Vielleicht entwickelt es sich ja in:in bin Deutscher mit türkischen Vorfahren.Wie auch immer.Ich bin da wertfrei und ohne Vorurteile.
Eben.Israel ist ein Ergebnis des Krieges.Genau das soll ja deutlich gemacht werden.Die Hintergründe des Entstehens dieses Staates.Ohne die Vergangenheit zu kennen, ist die heutige Situatuion nicht sensibel zu verstehen.
Das Thema des Holocaust wird in der 9. Klasse kurz angeschnitten, und erst ab der 10. Klasse tiefer angegangen.Es ist kein Vorurteil, wenn ich sage, dass viele arabisch oder türkischstämmige Kinder nicht über die 9. Klasse hinaus besuchen,sondern Statistik.
Gerade deshalb wird die Arbeit von auch selbst arabisch oder türkischstämmigen Intellektuellen hier beschrieben, die sich um ein Verständnis des aktuellen Geschehens bemühen, und dies mit den Hintergründen näher bringen.
Interessant der Teil mit dem Kurdenproblem von einem Türken gesagt,.......
Dass auch ein eigenständiger Staat und sei er auch so klein , nicht gewünscht ist, passt.
Geht es nur noch ums Prinziep?
Wenn man die Kurden nicht unterdrücken würde, hätten sie keine Ambitionen, auch endlich ein zu Hause zu haben!
Und Ghandi wollte für seine (!) Menschen Frieden.Und das in seiner Heimat!
Da wir eh vom Thema abgekommen sind(denn es ging um die allgemeine Ablehnung an den"Juden" ansich, ohne Hintergrundwissen dieser Jugendlichen):
Für mich ist Israel nicht ein rein jüdischer Staat.In Haifa z.Bsp. gab es lange einen Bürgermeister, der alle Feste hat feiern lassen.Egal welcher Religion.
Das ist ein Vorbild.
Natalie, Du hast den Quelltext bearbeitet, so bearbeitet , daß es DEIN Text ist. Was Du unbearbeitet übernommen hast, hast Du aus "Überzeugung" übernommen.
Israel ist ein Ergebnis des Krieges? Welchen Krieges bitte? Israel ist nicht einmal Folge des Holocaust! Während vor einem Jahr 60 Jahre Israel gefeiert wurde, wurden letztes Hahr 75 Jahre älteste Stadt Israel gefeiert. Das muß man sich mal vorstellen! Hat Theodor Herzel wegen des Krieges seinen Plan entwickelt? Ist die Belfort-Declaration nach dem Krieg abgegeben worden? Ist David ben Gurion alias Grün 1906 wegen des Krieges nach Palästina eingewandert? Haben Juden das Attentat auf das King David Hotel wegen des Krieges verübt?
Erzähl mir nichts von Lehrplänen und der Aufbereitung des Themas Holocaust im Unterricht! Steck Dir Deine "Statistik" an den Hut. Du schmeißt hier einfach eine Stammtischparole auf den Tisch, nennst sie Statistik. Also raus mit dem Ding: Name des Verfassers, Erhebungsanlaß, Fragestellung, Zeitraum, Ort, Vergleichsgruppen, Zahlen, Zahlenquelle, wissenschaftliche Auswertung, Schlußfolgerung??? Wo ist die "Statistik"??? Mach Dich kundig, was in den Curiculae der Hauptschulen, die Du hier ansprichst, ab welcher Jahrgangsstufe enthalten ist, welche Module, welche Cluster, welche Bausteine vorgeschrieben sind! Holocaust ist für nicht deutschstämmige Kinder dann und mit und nach solchem Unterricht immer noch nicht mehr, als ein geschichtlicher Fakt, mit keiner anderen Wertigkeit als der des Turmbaus zu Babel, der Schlacht bei Issus, der Gründung Roms, Krönung Karls des Großen, oder der Völkerschlacht bei Leipzig, wobei über Karl/Charles sich noch Franzosen und Deutsche streiten, was den nicht französisch- oder deutschstämmigen Schülern am Hinterteil vorbei geht, weil sie noch eine eigene Geschichte haben.
ABM für arabisch- oder türkischstemmige Intellektuelle ist eine Sache. Die Intellektuellen für proisraelische und/oder projüdische Propaganda einzusetzen, halte ich für sehr fragwürdig und frage gleichzeitig nach darin enthaltener "Intellektualität". Schon die Bezeichnung "Deutschtürke" ist eine andere Sache, eine ungeheuerliche und ungehörige dazu! Hier versuchst aber speziell Du, Natalie, eine Verantwortlichkeit herzustellen, welche den jugendlichen Deutschen mit Migrationshintergrund nicht zukommt, nicht zugemutet werden darf! So wie ich als Deutscher mit der Gnade der späten Geburt mich nicht hinter die Parole Nazi zurückziehen, Verantwortung delegieren, ausschlagen kann, so können Menschen mit Migrationshintergrund bei Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft weder in Verantwortung genommen werden, noch schulden sie den Deutschen ein geschärftes Bewußtsein für solche Verantwortlichkeit. Sie schulden das auch keinem deutschen oder irgend einem anderen Juden. Dem Staat Israel schon gar nicht!
Gründlichst mißverstehst und mißdeutest Du mein "Beispiel" des Kurdenproblems! Nimm die Aussage von David ben Gurion, ersetze das Wort Kurde durch Südtiroler, Baske, Nordire oder sonst eine Nationalitätensynonym und Du bekommst den Kern der Aussage: Niemand kann, darf, soll unter Berufung auf Geschichte in einem fremden Land Grund erwerben und diesen Grund zu einem eigenen Nationalstaat erklären! So sieht und will es das Völkerrecht! So hat es David ben Gurion 1906 und 1936 gesehen, auch 1949! Oder sollen die nach Australien und Neuseeland ausgewanderten keltischstämmigen Bewohner nach Europa zurückkehren und ehemalige keltische Regionen als ihren Staat ausrufen? Soll Bayern nun Südtirol annektieren?
Die Verquickung der Kurdenfrage mit der Existenzfrage Israels ist historisch und sachlich Unfug! Mit dem Wunsch nach "einem kleinen Staat, und sei er noch so klein", hat es erst rechts nichts zu tun. Aber solcherlei Verdrehung paßt ins Bild Deines Textes, zu Deiner Absicht, Natalie. Der junge Türke mit kurdischem Hintergrund hatte mit seiner Frage an mich keine Ambitionen auf einen "Kurdenstaat", sondern er hat den Mechanismus, nach welchem der Staat Israel entstanden ist, sehr bildlich und leicht verständlich beschrieben!
Freilich gehts ums Prinzip! Es geht um das Prinzip Menschenrechte! Ein Staat, der sie für sich beansprucht, muß sie auch leben, im Innern und nach außen! Gegenüber jedem anderen muß er sie achten. Mit Hinweis auf Shoah sich vor der Einhaltung drücken und "Bewußtsein" für Holocaust von Unbeteiligten verlangen, ist nicht nur falsch, sondern unredlich!
Mahatma Ghandi wollte u.a. für "sein" Land die Kolonialherrschaft beenden, dieses Ende auf friedlichem Wege erreichen. Dann wollte er noch Freiheit und Frieden für alle, so z.B. schon damals für Südafrika. Und wir wissen alle, wie lange das gedauert hat!
Nein, es geht bei dem Thema nicht um die allgemeine Ablehnung der "Juden" an sich durch deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund! Es ist auch nicht Aufgabe deutscher Schulen und deutscher Gesellschaft, entgegen offensichtlicher Wahrnehmung Dritter ihnen ein anderes Bild eines Landes zu zeichnen, zu implantieren als das, welches offensichtlich ist. Das wärte a) Propaganda, b) Politik. Beides ist für Schule schon rein rechtlich unzulässig. Vor allem aber, obwohl ich nicht betroffen bin, finde ich Deine Unterstellung, die jungen Zuwanderer nach Deutschland hegten generell Vorbehalte gegen Juden, wogegen mit proisraelischenr Propaganda "intellektuell" vorgegangen werden muß, als Ungeheuerlichkeit und Zumutung. Gehirnwäsche gehört nicht zur Demokratie und Informationsfreiheit!
Was Haifa betrifft, nimm seine vollständige Geschichte, meinetwegen einschlißlich der (deutschstämmigen) Templer von 1869, des britischen Eisenbahnanschlusses von 1918, des Hafens von 1933 und verrate mir, wie ein Bürgermeister dieser Stadt, welcher Abkunft auch immer, mit Gründung des Staates Israel die Fest- und Feiertage der multikulturellen Bevölkerungsstruktur wohl hätte untersagen wollen, waren doch die Bürger der Stadt in der Mehrzahl nicht Juden?!!! So lebensmüde wäre auch hierzulande kein Bürgermeister, gewachsene kulturelle Strukturen zu verbieten.
An anderer Stelle hatte ich Dir schon gesagt, Natalie, Dein Thread dient nicht der Verständigung, trägt nicht zum Verständnis für Juden, zum Verständnis des Staates Israel bei! Im Gegenteil, er ist eher geeignet, Vorurteile zu bestätigen, nicht zuletzt, weil Du mit Vorurteilen hier arbeitest.. Du wolltest, nehme ich an, um Verständnis für Juden und Israel werben. Ohne Wissen und nur unter Benutzung von Gemeinplätzen wird das nicht gehen. Die Verhältnisse aber sind nicht so einfach, wie Du sie gerne hättest, und für ihre Veränderung zu wirken, bedarf gründlichster Kenntnis und größte Sorgfalt, daneben Geduld. Dabei ist der Prozeß, wie besonders die aktuellen Zeiten zeigen, nicht vor Rückschlägen gefeit, auch nicht bei deutschstämmigen Deutschen, nicht einmal bei Juden. Es gibt eine große Zahl von Gründen für einen Staat Israel. Es gibt nicht weniger Gründe, die dagegen sprechen. Am wirksamsten aber ist es, wenn Israel für sich selbst spricht!
"Natalie, Du hast den Quelltext bearbeitet, so bearbeitet , daß es DEIN Text ist. Was Du unbearbeitet übernommen hast, hast Du aus "Überzeugung" übernommen."
Blödsinn!Du hast das Datum meines Eintrags und dann recherschiere.
Ich gebe wenigstens zu, dass ich eine Zusammenfassung gestaltet habe, anstatt mich mit fremden Federn zu schmücken.
Mich hat die Reaktion interessiert.Und das(!) ist gelungen :-)
"Du schmeißt hier einfach eine Stammtischparole auf den Tisch, nennst sie Statistik. Also raus mit dem Ding: Name des Verfassers, Erhebungsanlaß, Fragestellung, Zeitraum, Ort, Vergleichsgruppen, Zahlen, Zahlenquelle, wissenschaftliche Auswertung,"
Tja, Teja, das liegt vielleicht daran, dass ich nicht nur bei Wiki schnüffel, sondern mit echten Menschen rede.
"Schon die Bezeichnung "Deutschtürke" ist eine andere Sache, eine ungeheuerliche und ungehörige dazu! "
Dann beschwer dich bei "die zeit" oder denen, die sich selber so nennen.
Und hier wurde aber auch gar nichts von"schulden" gesprochen!Sondern von einer Form des Einfühlvermögens.Für manche Menschen wohl nicht nachvollziehbar,...!
Das hat überhaupt nichts mit Gehirnwäsche zu tun!
Sich in eine Situation von anderen hineinversetzen zu können, ist das Gegenteil von Gehirnwäsche.
"An anderer Stelle hatte ich Dir schon gesagt, Natalie, Dein Thread dient nicht der Verständigung, trägt nicht zum Verständnis für Juden, zum Verständnis des Staates Israel bei! "
Nun, ich habe das Thema mit einem gutem Freund aus der Gemeinde besprochen.Und auch andere denken nicht so wie du.
Und deine Art zu schreiben ist auch nicht immer gerade sachlich,.........
Ja, so ist das, Natalie! Yehuda Blum, Avi Primor, Henry Brandt, Mietek Pemper, Imre Kertesz, Rafael Seligmann begegnet man nicht auf Wiki. Nicht einmal ihre Arbeiten sind in Deutsch auf Google verfügbar, auch nicht die von z.B. Lennie Brenner oder Mike Berry/Greg Philo. Und heute Nachmittag, am 8. März 2010 um 16:30 Uhr, findet das fünfte Begegnungstreffen im Rahmen der "Woche der Brüderlichkeit" nicht auf Wiki statt, sondern im "Goldenen Saal" , live.
Wer eine Statistik als Beweis anführt, selbst wenn er sie von Wiki hätte, muß zuerst das "Suchwort" kennen, um sie zu finden. Dann hat er immer noch die Schwierigkeit, sie gegenchecken und verifizieren zu müssen. Zuletzt sind aber dann auch noch das Lesen der Statistik und Interpretation des Zahlenmaterials eine Kunst. Gut, Du verfügst nicht über solche Kunstfertigkeit. Deshalb mußt Du uns aber nicht die Unwahrheit erzählen, eine Statistik behaupten, die es nicht gibt, nichteinmal auf Wiki! Das liegt einfach daran, daß Du nicht nur ein Wahrnehmungsproblem hast, sondern ein noch größeres mit der Wahrheit.
Bei "DIE ZEIT" soll ich mich beschweren, weil Du ein dümmliches Zitat dreist benutzt hast.? Warum sollte ich mich überhaupt beschweren? Die Verwendung des Zitates sagt doch alles über seinen Verwender. Es ist eine dreiste Unverschämtheit! Es ist Deine Unverschämtheit.
Von Einfühlungsvermögen wurde hier gesprochen? Du fabulierst in wundersamer Rabulistik über "Deutschtürken", die es nur bis in die 9. Klasse schafften, vom deutschen Schulsystem mangelhaft unterrichtet würden, voller Vorurteile seien, ein falsches Bild von Juden und Israel hätten, welches nun arabisch- und türkischstämmige "Intellektuelle" dringend berichtigen müßten. Fühle Dich in die Welt, die Informationen und Wissen dieser jungen Menschen erst einmal ein, dann geht Dir vielleicht eine Meteora auf, wie sehr Du diese Menschen verletzt und beleidigst! Statt dessen maßt Du Dir ein Urteil über sie an, willst in ihr "Bewußtsein" eingreifen. Gehirnwäsche!
Dann wollen wir auch die "andere Stelle" bemühen, Natalie, die PN, die hier gemeint und eine Antwort auf Dein Konvolut gegen einen anderen Teilnehmer am Thread ist:
----------------- Ursprüngliche Nachricht -----------------
von: Teja Bernardy
Datum: 02.03.2010 10:40 Uhr
Betreff: Re: Deine Kontroverse mit Andreas
Hallo, Natalie,
junge Menschen geben mit Rücksicht auf Deine persönliche Betroffenheit und Deine Gefühlslage wegen der Folgen aus Holocaust mit Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft ihr Denkvermögen nicht ab, übernehmen keine historische Verantwortung. Sie kennen Dich ja nicht einmal! Im Gegenteil, sie haben ein Recht darauf, hier weder in Anspruch genommen, noch mitschuldig gemacht zu werden! Am schlimmsten aber ist es, indem Du unschuldigen Menschen, z.T. verfolgten Kurden und Armeniern -ja, ein Teil der türkischstämmigen Deutschen kommt von dort!- auch noch das Armeniendesaster ankreidest, um für "Deine Juden" respektive für Dich moralischen Vorteil daraus zu ziehen. Das ist Unmoral!
Tut mir leid, aber das halte ich für keine Diskussionsgrundlage. So möchte ich nicht diskutieren. Laß uns bitte diesen Dialog an dieser Stelle beenden. Sparen wir uns weitere PNs!
Shalom
Teja
Datum: 07.03.2010 05:38
Betreff: Aw Re: Deine Kontroverse mit Andreas
Teja.Ich kreide niemanden etwas an.
Es ist aber Fakt, dass dieses Verbrechen verschwiegen wird.Türkische Schriftsteller, die darüber berichten, werden verfolgt.DAS ist unmoralisch.
Du unterstellst mir Richtungen und Meinungen, das ist interessant.So kann man nämlich Ansichten erkennen.
Kein Problem.Ich werde dir nicht mehr schreiben.
:-)
Tja, Natalie, das ist ein echtes Kreuz. Nie beantwortest Du eine konkrete Frage konkret. Nie nimmst Du Tatsachen an. Immer weichst Du aus und wirst persönlich. Dann beschwerst du Dich:
"Und deine Art zu schreiben ist auch nicht immer gerade sachlich,........."
Lies nur Deine Antwort oben auf meine Antwort-PN, wie"sachlich" Du jetzt schreibst, "dieses Verbrechen" -welches?- werde verschwiegen. Türkische Schriftsteller, die darüber berichten, würden verfolgt. Das sei unmoralisch. Und Du behauptest, es sei Fakt. Zwar weiß ich nicht, wer Dir etwas in den Kaffee getan hat, aber jugendliche sogen. "Deutschtürken" sind das nicht, die angeblich verfolgt werden, weder hier noch sonstwo. Hier werden sowieso keine Schriftsteller verfolgt. Und nun nenne mir bitte den türkischen Schriftsteller, der wegen eines Berichtes über das von Dir bemühte "Verbrechen" in der Türkei verfolgt wird, auch wenn das mit dem Thema hier überhaupt nichts zu tun hat. Selbst wenn sie Tausendfüßler sind, Natalie, Lügen haben kurze Beine!
Immerhin aber, Natalie, Glückwunsch! Du kannst meine Ansichten erkennen. Obwohl ich sie hier schreibe und offen auf den Tisch lege? Heilige Einfalt, ich danke dir!
Also Gut, Du hast das Thema mit einem guten "Freund aus der Gemeinde" besprochen. Und auch andere denken nicht wie ich? Wie denkt denn der "gute Freund aus der Gemeinde"? Das hier ist ein offenes Diskussionsforum, in welchem die Gedanken persönlich offen ausgetauscht werden, jeder für sein "offenes" Wort einzustehen hat, sich nicht hinter schwarzen Röcken versteckt, andere vorschickt.
Niemand muß meiner Meinung sein! Für Rechthaben gibt es nicht einmal ein Gummibärchen. Jede Diskussion lebt von unterschiedlichen Meinungen. Tauschen verständige Menschen ihre Argumente aus, sind das einerseits Meinungen, andererseits Urteile, denen notwendig Vorurteile vorausgehen. Gelegentlich gelingt es, durch bewiesene Tatsachen das eine oder andere Vorurteil im Dialog aufzulösen. Das ist ein nützlicher und spannender Prozeß. Nur um Vorurteile wiederzukäuen, braucht es keine Wörter. Kopfnicken langt! Die unbelehrbaren Rechthaber aber sollten unter sich auf ihrer Wiese bleiben. Das Grünzeug mundet niemandem.
Sage bitte Deinem "Freund von der Gemeinde" er möge wenigstens erst einmal den Text dieses Threads vollständig lesen, ehe er Dir sagt, was Du hier sagen sollst. Aber auch dann gilt: Dir habe ich nichts mehr zu sagen. Das Gespräch mit meinen Freunden ist einfach fruchtbarer, für Juden und für Israel.
Damit jeder, nicht nur "Deutschtürke" sich von Meinungen und Vorurteilen welcher Art verabschieden oder sie verfestigen kann, hier zwei aktuelle Nachrichten ohne jedes Urteil/Voruteil:
Neue israelische Baupläne im nordöstlichen Teil von Jerusalem gefährden die gerade erst angekündigten indirekten Gespräche mit den Palästinensern. Israels Innenministerium billigte während des Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden den Bau 1600 weiterer Wohnungen in der Region. Die Palästinenser erklärten, die Pläne seien eine Provokation. Das Viertel, das Israel ausbauen will, liegt im besetzten Gebiet, das die Palästinenser als Teil eines künftigen eigenen Staates beanspruchen.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt die israelischen Pläne für den umstrittenen Siedlungsbau im nordöstlichen Teil Jerusalems. Der Generalsekretär habe erneut deutlich gemacht, daß die Siedlungen gegen internationales Recht verstoßen. Das sagte ein Sprecher Bans. Das israelische Innenministerium hatte gestern den Bau von 1600 weiteren Wohnungen im Viertel Ramat Shlomo angekündigt. Es liegt im besetzten Gebiet, das die Palästinenser als Teil eines künftigen eigenen Staates beanspruchen.
Damit das für die lt. Natalie notwendige Unterweisung durch arabische und türkische Intellektuelle für "Deutschtürken" zur Überwindung von lauter Vorurteilen nicht gleich wieder untergeht und den Neu-Deutschen nicht wieder fahrlässig vorenthalten wird:
Der geplante israelische Siedlungsausbau im Ostteil Jerusalems stößt auf scharfe Kritik der USA. Vizepräsident Joe Biden sagte in den Palästinensergebieten, die Entscheidung untergrabe das Vertrauen für neue Verhandlungen. Israel hatte angekündigt, 1600 weitere Wohnungen im arabischen Ostteil der Stadt zu bauen. Die Palästinenser sprechen von einer echten Krise: Washington solle die Entscheidung nicht nur kritisieren, sondern darauf bestehen, daß sie rückgängig gemacht wird.
Auch die Bundesregierung bezeichnete den geplanten Ausbau als «nicht akzeptabel». «Inhaltlich und auch vom Zeitpunkt her» werde damit «ein völlig falsches Signal ausgesandt», sagte ein Sprecher von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Mittwoch in Berlin. Alle politische Anstrengungen müßten sich derzeit darauf konzentrieren, die Voraussetzungen für umfassende Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern zu schaffen, «damit die Kernfragen des Konflikts geregelt werden können».
Auch die Arabische Liga drückte am Mittwoch ihre Empörung über das neue Bauprojekt aus und berief eine Sondersitzung der arabischen Botschafter in Kairo ein. Botschafter Mohammed Sobeih sagte, die arabischen Staaten hätten den Generalsekretär der Liga, Amre Mussa, bereits beauftragt, bei den Vereinten Nationen gegen den Siedlungsbau in Ost-Jerusalem zu protestieren. Sobeih dementierte jedoch Berichte, wonach die Arabische Liga Abbas deshalb das Mandat für die indirekten Friedensgespräche mit Israel entziehen will.
Die vorstehenden Pressemitteilungen ohne Wertung/Urteil/Vorurteil/Kommentierung für Meinungsbildung zur Kenntnis.
Als Gedächtnisstütze/Handreichung/Ergänzung zur modularen Systematik für arabische und türkischstämmige Intelektuelle, betraut mit der Unterweisung von jugendlichen "Deutschtürken" zur Beseitigung von Vorurteilen gegenüber Juden/Israel zwei weitere Notizen:
Vom Land Palästina waren 1948 52% der Fläche den Juden zugesprochen worden, 48% den Palästinensern. Heute bleiben den Palästinensern ca.18% des ursprünglichen Landes.
Israel hat vor dem traditionellen Freitagsgebet (12.3.2010) auf dem Tempelberg in Jerusalem das Westjordanland abgeriegelt. Die Sperre gelte bis zur Nacht zum Sonntag, teilte die Armee mit. Israel gestattet nur noch muslimischen Männern, die älter als 50 Jahre alt sind, den Zugang zu der heiligen Stätte. Die Palästinenser sehen darin einen Verstoß gegen die Religionsfreiheit.
Damit die Unterweisung der "Deutschtürken" durch arabische und türkischstämmige Intellektuelle nicht langweilig wird, etwas aus der heutigen Tagespresse, die auch "türkischstämmige" Deutsche lesen dürfen:
>>Der Zentralrat der Juden in Deutschland rügte die Siedlungspläne als “formidable Fehlleistung“ und “falsches Signal zur falschen Zeit“. Vizepräsident Dieter Graumann sagte: “Bedauerlicherweise spielt ein solcher Fehler nur den Feinden Israels in die Hände.“ (dpa)
Die US-Regierung fordert sie, die EU fordert sie, selbst der israelische Ministerpräsident Netanjahu hat sie zähneknirschend zumindest nach außen akzeptiert: die Zwei-Staaten-Lösung. Konkret würde das bedeuten, es muß im Rahmen einer Friedenslösung für den Nahen Osten neben Israel einen Palästinenserstaat geben, der das Westjordanland und den Gazastreifen umfaßt. An eine solche Lösung glaubt der bekannte israelische Journalist David Witzthum, Moderator der Hauptnachrichten im israelischen Fernsehen nicht. “Für diese Idee ist der Zug schon abgefahren“, sagte der Journalist anläßlich einer Veranstaltung der “Woche der Brüderlichkeit“ in Augsburg. Der Journalis schätzt: “Israel wird die großen Siedlungen im Westjordanland niemals räumen.“ Seit der israelischen Besetzung der“Westbank“ 1967 sind dort mehr als 100 israelische Siedlungen errichtet worden, unter fortgesetzter Mißachtung der UN-Resolutionen.
Zur Erinnerung hier das Motto der "Woche der Brüderlichkeit:
VERLORENE MAßSTÄBE
Selbstverständlich informiert sich der arabisch- oder türkischstämmige Intellektuelle zur Vorbereitung auf die Unterweisung für junge "Deutschtürken" zum Thema Juden/Israel nicht nur aus einer Zeitung wie DIE ZEIT. Wäre er sonst intellektuell? Gerne darf es auch die SZ / Süddeutsche Zeitung sein. Zum Beispiel im nachfolgenden Artikel:
"Amira Hass, Israelische Journalistin zwischen den Fronten"
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.281, Samstag, den 05. Dezember 2009, Seite 4
Jeder wählt sich seine Heimat, und sie hat sich einen Platz zwischen den Fronten gesucht. Als Jüdin lebt Amira Hass allein unter Palästinensern; erst war es Gaza, nun ist es Ramallah. Für die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet die Journalistin aus den Palästinensergebieten - über Erniedrigungen und Wut, über Hoffnungslosigkeit und Gewalt, über Krieg und wenig Aussicht auf Frieden. Weltweit hat ihr das viel Anerkennung eingebracht und zahlreiche Preise, so wie jetzt die Auszeichnung als "Journalistin des Jahres" durch die Organisation "Reporter ohne Grenzen". In Israel aber gilt sie vielen als Nestbeschmutzerin. Statt mit Preisen wird sie von ihren Landsleuten bisweilen mit Schmähungen und Drohungen überhäuft.
Seit mehr als 16 Jahren wohnt Amira Hass nun schon dort, wo andere Israelis höchstens in Uniform hinkommen. Manche halten das für gefährlich, manche schlicht für verrückt, sie hält es für ihre Pflicht. Mit flüchtigen Eindrücken von Stippvisiten mag sie sich nicht zufrieden geben, sie teilt den Alltag des Feindes, der dann gar nicht mehr so feindlich erscheint. Nur so kann sie in ihren Artikeln und Büchern all die kleinen und großen Tragödien beschreiben, die sich unmittelbar vor ihren Augen abspielen.
Doch was die 53-Jährige sieht und immer wieder aufrüttelnd beschreibt, wollen viele Israelis so genau gar nicht wissen. In den Spiegel, den Amira Hass einer Gesellschaft vorhält, die als Besatzungsmacht ihre eigentlichen Ideale verrät, wollen sie nicht schauen. Im jüngsten Gaza-Krieg hat sie das wieder deutlich spüren müssen, und das Schweigen oder gar die Ignoranz gegenüber all dem Leid, das sie schilderte, sind für sie wohl noch schlimmer als die persönlichen Beschimpfungen. Bei der Verleihung des Journalistenpreises in Paris sagte sie nun, daß sie sich nicht einmal freuen könne über diese Auszeichnung, "denn meine Artikel haben es nicht geschafft, die Leute dazu zu bringen, ihre Ansichten in Frage zu stellen". Jeden Tag, so sagt sie, müsse sie "an die Überlebenden in Gaza denken, die erzählen, daß sie ihre Verwandten beneiden, die während der Militäroperation gestorben sind".
Für ihre Arbeit braucht Amira Hass also nicht nur Mut, sondern auch eine sich stets erneuernde Motivation. Sie braucht, kurz gesagt, eine Mission. Auf die Frage, was sie antreibt, hat sie einmal geantwortet: "Es ist die Wut über das, was ich tagtäglich erlebe." Doch es ist wohl noch mehr - es ist auch das Schicksal ihrer Familie. Ihre Eltern sind Holocaust-Überlebende aus Osteuropa, und es hat sich ihr die Geschichte eingeprägt, die ihre Mutter von der Deportation nach Bergen-Belsen erzählte: Nach zehn Tagen Transport seien sie aus dem Viehwaggon geklettert, erschöpft und voller Furcht, und um sie herum hätten deutsche Frauen gestanden, stumm und ohne Mitgefühl. "Dieser teilnahmslos zuschauende Blick hat sich bei mir eingebrannt", hat Amira Hass gesagt. "Mir war klar, daß ich nie nur Zuschauer sein wollte."
Viele Landsleute werfen der Reporterin vor, daß sie zu sehr Partei für die Palästinenser ergreifen würde. Sie selbst nennt einen einfachen Grund dafür, warum sie nicht neutral sein könne. "Ich bin Israelin." Peter Münch
Nicht zu danken. Gehört zur Informatiospflicht - auch für "Deutschtürken"! :-)
Zur Informationspflicht gehört selbstverständlich auch, nicht nur einen Blick auf die Bildungs- und Gedankenwelt junger Deutscher mit Migrationshintergrund zu werfen, Holocaust-Verantwortung für "Deutschtürken" einzufordern, sondern der jungen Generation Israels einen Blick zu widmen, und sei es nur eine simple DPA-Meldung von heute:
"Das israelische Supermodel Bar Refaeli ist wegen seiner Liaison mit dem Hollywood-Star Leonardo DiCaprio von israelischen Rechtsradikalen angegriffen worden.
«Heirate lieber einen netten jüdischen Jungen», schreibt der rechtsextremistische Aktivist Baruch Marzel in einem Brandbrief an die in den USA lebende 24-Jährige. Er habe nichts persönlich gegen DiCaprio, der zweifelsfrei ein talentierter Schauspieler sei, aber der nicht-jüdische 35-Jährige sei einfach nicht der Richtige. «Komm zu Verstand (...) Heirate nicht Leonardo DiCaprio. Schädige nicht die kommenden Generationen», zitieren die israelischen Medien am Dienstag aus dem Brief.
«Assimilation ist schon immer ein Feind der Juden gewesen», heißt es darin weiter. Und dann appelliert Marzel an die Familienehre: «Es ist kein Zufall, dass du als Jüdin geboren worden bist. Deine Großmutter und deren Großmutter hätten sich nicht träumen lassen, dass einer ihrer Abkömmlinge eines Tages die kommenden Generationen vom Judentum abtrennen wird.»
Der Siedleraktivist schrieb im Namen der Organisation Lehava (Flamme), der gemischte Ehen von Juden ein Dorn im Auge sind. In einem Interview mit der «Jerusalem Post» legte Marzel dann noch nach: Jemand, der so berühmt sei wie Bar Refaeli, solle sich schämen, das Judentum auf diese Weise zu betrügen. Marzel wollte dem Supermodel eigentlich am Telefon die Leviten lesen. Sie habe aber nicht abgenommen, sagte er.
Nach jüdischem Religionsgesetz wären die Kinder von Bar Refaeli auch Juden, weil die Religionszugehörigkeit über die Linie der Mutter weitergegeben wird. Viele Juden sehen jedoch gemischte Ehen als Gefahr für das Fortbestehen des jüdischen Volkes. Sie befürchten unter anderem ein Abrücken von den jüdischen Traditionen.
Das Top-Model hat auch anderweitig Ärger in seiner Heimat. Zum einen wird Bar Refaeli von manchen Landsleuten verübelt, dass sie sich um den für Frauen obligatorischen Militärdienst in Israel gedrückt hat. Und zum anderen schäumt der Fiskus, weil sie in Israel keine Steuern zahlt. Ein israelischer General hat zum Boykott von Waren aufgerufen, für die Bar Refaeli wirbt. © DPA


Wenn man neuen deutschen Staatsbürgern die deutsche Geschichte vermittelt, ist das ja ok. Aber man kann nicht verlangen, dass die den gleichen Bezug dazu haben, wie die Einheimischen.
Wenn man als Deutscher nach Amerika auswandert, ist es nicht verkehrt, etwas über deren Geschichte zu lernen - aber man wird kaum einen emotionalen Bezug zur Versklavung der Schwarzen oder den Holocaust an die Indianer entwickeln können, weil man damit halt nicht aufgewachsen ist.
Und wenn arabische Einwanderer Israel primär als Besatzer sehen, ist das ja nun sicher nicht überraschend angesichts der Realitäten in der Region. Mit Antisemitismus hat Israelkritik jedenfalls nichts zu tun. Man ist ja auch noch kein Ami- oder Christenhasser, nur weil man Ähnliches an den USA kritisiert.