36-Jähriger Stammzellspender verschaffte einem Leukämiepatienten Zeit

Marc Feis spendete Stammzellen für einen Leukämiekranken
 
Die aktuellen Typisierungstermine finden Sie unter www.stefan-morsch-stiftung.de
Sankt Wendel: Rathaus |

Jeder, der sich als Stammzellspender zur Verfügung stellt, hat die Hoffnung, im Ernstfall das Leben eines an Leukämie erkrankten Menschen zu retten. Sie alle wissen, dass die Transplantation oft die letzte Chance für den Patienten ist. Nichtsdestotrotz bleibt die Hoffnung, Leben retten zu dürfen. Auch Marc Feis aus St. Wendel hatte vor fünf Jahren diese Hoffnung. Er tat alles, um dem anderen Menschen, den er nicht kannte, zu helfen. Wenige Monate danach erfuhr Feis: Die Hoffnung war vergebens. Aber war dann auch die Spende vergebens? Diese Frage beschäftigte den 36 Jährigen – die Antwort auf seine Frage bekam er mit einem unverhofften Brief ins Haus. Und heute fünf Jahre später weiß er, dass er das Richtige getan hat und es immer wieder tun würde.

Fünf Jahre ist es her, dass der 36-jährige Marc Feis, gebürtig aus Hoppstädten-Weiersbach, Kreis Birkenfeld, für einen Leukämiepatienten Blutstammzellen spendete. Der Mann war ihm völlig fremd, trotzdem ließ Feis, der damals Berufsschullehramt studierte, einige Klausuren ausfallen, um zu helfen. Der Wahl-St.-Wendler wollte dem Erkrankten eine Chance gegen den Blutkrebs geben. Noch heute denkt er an den Patienten, dem er nicht helfen konnte und an seine Familie.

„Es war für mich ein denkbar schlechter Zeitpunkt für die Spende. Ich war mitten in den Klausuren. Auch beim zweiten Mal. Aber ich wollte nur wegen der Klausuren auf keinen Fall riskieren, dass es dem Patienten schlechter geht.“ Feis lernte die Stefan-Morsch-Stiftung kennen, als er 2006 dort als Aushilfe gearbeitet hat. Damals lernte er die Arbeit der Stiftung kennen. Der Gedanke, sich als potenzieller Lebensretter in die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands aufnehmen zu lassen, verfestigte sich in ihm nach und nach und schließlich ließ er sich typisieren.

Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die Stefan-Morsch-Stiftung seit fast 30 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist es, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Daher sind nahezu täglich Teams der Stiftung in ganz Deutschland unterwegs, um bei „Typisierungsaktionen“ über das Thema Stammzellspende zu informieren. „Typisieren“ bedeutet, dass aus einer Blutprobe (knapp ein Fingerhut voll Blut) die Gewebemerkmale des Spenders bestimmt und bei der Spenderdatei gespeichert werden. Denn für den Erfolg der Übertragung ist eine nahezu vollständige Übereinstimmung der HLA-Gewebemerkmale (Humane Leukozyten-Antigene) von Empfänger und Spender notwendig. In den Knochenmark- und Stammzellspenderdateien wie der Stefan-Morsch-Stiftung sind weltweit fast 25 Millionen Menschen registriert und trotzdem ist es immer noch ein Glücksfall, wenn sich für einen Patienten ein passender Spender findet.

Der Ausdauersportler und Fußballfan kannte also das Prozedere: Eine Unterschrift, ein Piek und schon war er registriert. Nach zwei Jahren wurde Marc Feis dann als Stammzellspender gebraucht. Er wusste, dass es mit der Übertragung seiner Stammzellen der Patient ein neues blutbildendes System bekommt. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm – niemals aus dem Rückenmark. Die zweite Möglichkeit, für die sich Marc Feis entschied, ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Dialyse. Das nennt sich Apherese. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. In der Entnahmestation der Stefan-Morsch-Stiftung werden dann die Stammzellen herausgefiltert. Über die Art der Spende entscheidet der Stammzellspender.

Die erste Transplantation verlief für den Patienten nicht optimal. Feis wurde von der Stefan-Morsch-Stiftung darum gebeten, noch einmal Stammzellen zu spenden. Auch diesmal war er gerne bereit: „Ich habe es gerne und mit Überzeugung gemacht.“ Kurz nach der zweiten Transplantation verstarb aber der Patient. Feis, der verheiratet ist und eine kleine Tochter von 18 Monaten hat, fühlte mit der Familie des Verstorbenen mit. Zweifel an der Spende kamen in ihm auf: „Ich dachte, dass es unnötig war. Bis ich dann einen Brief der Witwe bekam.“ Er erhielt von der Frau des Verstorbenen einen Brief voller Dankbarkeit für den Einsatz, den Marc Feis für ihren verstorbenen Mann gebracht hatte. Sie bedankte sich bei ihm für das letzte gemeinsame Weihnachtsfest, dass sie mit ihrem Mann – dank der Stammzellspende von Marc Feis - verbringen konnte. Seitdem weiß Marc Feis: „Allein deshalb ist die Spende gerechtfertigt.“


Jeder kann helfen!



Seit fast Jahren plädieren Emil und Hiltrud Morsch, Gründer der Stiftung, aber für eine verbesserte Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen. Ihr Sohn, der 16 jährige Stefan Morsch aus Birkenfeld erkrankte Anfang der achtziger Jahre an Leukämie. Als erstem Europäer wurde ihm 1984 fremdes Knochenmark übertragen. Der Junge überlebte jedoch die Nachsorge nicht. Das ist für Emil und Hiltrud Morsch der Grund, warum die Stiftung nicht nur immer wieder für die Registrierung als Stammzellspender wirbt, sondern auch Patienten ihre Hilfe anbietet. Aus eigener Erfahrung weiß Emil Morsch, welche Komplikationen bei der Therapie auftreten können, aber auch welche finanziellen und psychischen Folgen die Patienten und deren Angehörige belasten. „Deshalb sind wir als Stiftung auch für die Patienten da – in jeder Frage.“

Die aktuellen Termine für die Typisierungsaktionen der Stefan-Morsch-Stiftung findet man auf der Internetseite (www.stefan-morsch-Stiftung.de). Zudem gibt es die Möglichkeit sich über die Homepage auch Online registrieren zu lassen. Über den Button „Online-Registrierung“ auf der Startseite kann man sich eingehend informieren, die Einverständniserklärung ausfüllen und sich ein Entnahmeset zuschicken lassen – entweder eine kleine Blutprobe oder einen Abstrich der Mundschleimhaut. In dem Päckchen ist das entsprechende Material, um sich bei seinem Hausarzt eine Blutprobe entnehmen zu lassen oder den Wangenabstrich durchzuführen. Dieses Päckchen wird dann einfach an die Stefan-Morsch-Stiftung zurückgesendet.

Informationen zur Stammzellspende finden Sie unterwww.stefan-morsch-stiftung.de oder unter der gebührenfreien Hotline: 0800/ 76 67 724
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