In Rostock: Jastrams „Schreiender Hengst“ vor dem Kröpeliner Stadttor

Auf dem Platz vor dem Kröpeliner Stadttor wurde der „Schreiende Hengst“ von Jo Jastram aufgestellt. Das bronzene Pferd ist eine Kopie des Originals von 1981. Foto: Helmut Kuzina
Rostock: Schröderplatz | Anfang September 2014 wurde auf dem Platz vor dem Kröpeliner Tor die Bronzeskulptur „Schreiender Hengst“ des Bildhauers Jo Jastram (1928 - 2011) aufgestellt.

Durch die Skulptur, bei der es sich um eine Kopie handelt (das Original, das Jastram 1981 erstellte, befindet sich in Privatbesitz), hat die Stadt eine weitere Bereicherung der Kunst im öffentlichen Raum erfahren, die von dem Rostocker Bildhauer geschaffen wurde.

Zu seiner Person: Jo Jastram, 1928 in Rostock geboren, begann eine Lehre zum Brunnenbauer, wurde schließlich Holzbildhauer, studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, lebte und arbeitete als freischaffender Bildhauer in Rostock, ab 1973 in Kneese (jetzt Ortsteil von Marlow). 1964 erhielt Jastram einen Lehrauftrag an der Universität Greifswald, von 1980 bis 1986 arbeitete er als Professor für Plastik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

Zu seinem Werk: "Ich habe in und mit der DDR gelebt", wird Jo Jastram häufig zitiert. Der Bildhauer habe sich als politisch denkenden Menschen gesehen und sich nicht von der damaligen Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) vereinnahmen lassen. "Mir war die künstlerische Aussage immer wichtiger als die politische", soll er in einem Interview zu seinem 80. Geburtstag 2008 gesagt haben. Menschen und Pferde zählten immer zu seinen bevorzugten künstlerischen Darstellungen. Jastram hatte einst den „Schreienden Hengst“ als seine "Wendeplastik" bezeichnet. Der Schrei des Pferdes bedeute quasi: "Jetzt muss doch was passieren!"

September 2014, Helmut Kuzina
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