1. Rostocker (Rogida) Spaziergang

    Rostock: ZOB | Am 1.März 2015 war es nun so weit. Der Rostocker Ableger der Pegida Bewegung genannt Rogida hatte zum „Spaziergang“ um 15:30 Uhr am ZOB eingeladen. Ein erster Versuch vor längerer Zeit wurde abgesagt. Ob ein Sonntag für Versammlungen, bei Pegida, Rogida , Legida nennen sich diese ja „Spaziergänge“ ,ein gut überlegter Termin war, sei dahingestellt. Schon lange vor den Demonstranten war in und um Rostock die Polizei sehr präsent und im späteren Verlauf des Tages kreiste bis in die Abendstunden ständig ein Hubschrauber der Polizei über dem Stadtgebiet. Nach scheinbar anfänglichen Schwierigkeiten die zwischen der Polizei und dem Orgateam auftragen, fanden sich dann auch die notwendigen Ordner zusammen, die unerlässlich für die Veranstaltung sind. Dazu setzte noch kurz ein typischer mecklenburgischer Nieselregen ein, der die Leute unter den Fahrradstand trieb. Dann war es so weit, als Bühne diente wieder ein Hubwagen der als Ersatzbühne für einen Herrn Khan und einer weiteren Dame dienen musste. Leider gestaltete sich der Dialog zwischen dem Publikum und dem Gastredner als problematisch, da dieser teilweise in verschiedenen Sprachen sprach und oft erst übersetzt werden musste. Nun mag man darüber nachdenken ob es überhaupt Sinn macht, dem Herrn eine Plattform im Rahmen der Pegidabewegung zu bieten und wer dafür verantwortlich ist, dass der Mann durch Deutschland reist, scheinbar im Namen von Pegida? Für mich zählt die Stimme des Volkes und eigentlich nicht die persönlichen Fehden anderer Religionen. Als weitere Gastrednerin war Tatjana Fersterling in Rostock vor Ort. Man hätte sich gewünscht dass die Dame am Bahnhof ihren Vortrag gehalten hätte. Von Gegendemonstranten war am Bahnhof nichts zu spüren, die Polizei hatte diese scheinbar weiträumig ferngehalten. Am Rande sei noch ein Erlebnis der besonderen Art erwähnt. Da die Polizei überall ständig präsent war, zog ich es vor mich nicht zur Pinkelpause in die Büsche zu schlagen und folgte den Schildern WC quer durch den Bahnhof. Endlich angekommen stand ich gleich vor mehreren Problemen. Der Besuch bzw. die Benutzung der Toilette kostet 1.-€.(!) Nun ein wenig Kleingeld hatte ich in der Tasche leider frisst Automat nur Cent Münzen ab 0,10 Cent, so musste bei einer netten jungen Frau meine 0,05 Cent Münzen wechseln. In der Zwischenzeit kamen meine bereits eingeworfenen Münzen in Höhe von 0,90 Cent wieder aus dem Automaten. Also alles noch einmal wieder rein und irgendwann kam ein Zettelchen aus dem Automaten. Irgendwie bin ich dann auch durch die Drehtür gekommen und am Urinal gelandet. Zum Glück war mein Bedürfnis die Toilette aufzusuchen nicht so dringend, aber man kann sich gut vorstellen, wie groß die Verzweiflung am Automaten und der Drehtür sein kann, wenn es mal dringend nötig ist. Übrigens ist mir immer noch nicht klar wie man rein bzw. wirklich raus kommt. Irgendwie bin durch Drehtür rein und auch wieder raus. Wie das Prinzip funktioniert ist mir verborgen geblieben, denn als ich raus wollte ging es jedenfalls nicht durch die Tür an der ich rüttelte, sondern wieder durch die Drehtür. Eine Stimme forderte mich ständig auf irgendwas zu machen, aber leider verstand ich die Stimme nicht wirklich und als ich sah das die Damen von der Damentoilette durch die Drehtür entkamen, versuchte ich es auch. Heilfroh der Toilette entkommen zu sein, hetzte ich den Spaziergängern hinterher, die sich inzwischen auf den Weg begeben hatten. Die Polizei hatte die Strecke gut vor den Attacken der Gegendemonstranten abgesichert, die sich auch in Grenzen hielten. Ein paar Böller, ein paar Stinkefinger mit gleichzeitigem Nasezuhalten, Musik aus der eigenen Fahrradanlage waren kaum der Rede wert. An den Fenstern waren aber auch zahlreiche Zuschauer auf den Tribünenplätzen zu sehen, also kann man Anmerken, man nahm die Spaziergänger schon zur Kenntnis. Frau Festerling las dann noch ihren Beitrag bei einem Zwischenstopp auf der Strecke ab. Zwischenzeitlich setzte dann auch schon die Dämmerung ein, bevor die Spaziergänger wieder durch einen Tunnel in Richtung Bahnhof von der Polizei eskortiert wurden.

In eigener Sache sei noch erwähnt, dass die zahlreichen noch recht jungen Damen und Herren mit den ausgezeichneten Teleobjektiven ihrer sehr teureren Kameras, wieder ganze Arbeit leisteten und ziel-und punktgenau die Teilnehmer der Rogida auf ihre Speicherkarten bannen. Diese zahlreichen „Pressemitarbeiter“ haben scheinbar nur die Aufgabe, ganz gezielt Aufnahmen der Pegida-Teilnehmer zu schießen. Dies hat aber nichts mehr mit Pressearbeit zu tun und viele Besucher haben schon das Gefühl Erkennungsdienstlich behandelt zu werden. Sollen hier die Teilnehmer verunsichert werden?
Der Gipfel waren dann zwei junge sehr sehr selbstbewusste Damen die mich direkt ansprachen, was ich denn hier machen würde, ohne sich vorzustellen und den Grund für ihre Fragen zu nennen. Mit Blick und mit schnellen Griff auf meinen Presseausweis stellte dann eine der Damen meinen Namen fest und wollte noch wissen, wo ich den meine Sachen veröffentlichen würde. Gerne gab ich Auskunft mit der Bemerkung dass ich mich weder als Bürger noch als freier Journalist rechtfertigen oder verstecken muss. Zudem darf ich auch meine eigene Meinung vertreten und nach meiner Anmerkung das es hier sich nicht nur um Zuwanderung und Asyl geht, sondern auch um Zwangsumzüge, unbezahlbare Stromrechnungen, ständig steigende Mieten und und und, kam die schnippische Bemerkung, da müsse man doch nicht bei DIESEN mitlaufen….? So schnell wie die Damen kamen, waren sie auch wieder verschwunden. Nachdem mich dann noch kurz danach am Aufgang am Ende des Tunnels ein älterer Herr mit einfachem Fotoapparat und total aufgeregt mit der Bemerkung ansprach, da würden doch gleich die Rechten rauskommen(!) fragte ich mich schon, warum die Toilette am Bahnhof nicht öfters mal klemmt.

Ein Dank sollte auch an die Polizei gehen, die teilweise noch sehr jungen Beamten, jungen Damen und Herren, haben Familien und Freunde und würden gerne den Sonntag im Kreise der Ehefrauen und Männer,Verwandten, Bekannten und Freunden verbringen, so sage ich hoffentlich auch im Namen aller DANKE!

Keine Schuld ist dringender als die, Danke zu sagen.
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Hans Jürgen Grebin aus Rostock | 02.03.2015 | 13:44  
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