AUFRUF - Holen wir gemeinsam die Schweriner Keramiksäule zur Stadtgeschichte wieder in die Öffentlichkeit der Landeshauptstadt Schwerin

Unsere Landeshauptstadt und 953jährige Stadt Schwerin, konnte sich bis 1993 mit einem, die Stadtgeschichte in ausdruckstarker künstlerischer Form widerspiegelnden KERAMIKSÄULE, geschaffen von der Meißner Künstlerin, Anni Jung, am Eingang zum ALTEN MOOR schmücken. Sie ist zumindest mir, als Wahlschweriner der 50er Jahre in lebhafter Erinnerung geblieben. Ich vermisste sie, als wir mit Mitgliedern unserer Gemeinschaft ROSTOCKER JAHRESRINGE im Januar 2013 bei einem Besuch in Schwerin hier vorbeikamen. Der sicher zeitbestimmte metallene und mit eigenartigen Gestalten besetzte „RUNDE TISCH“ eines Lübecker Künstlers, hatte inzwischen seinen Platz eingenommen. Wir interessierten uns über den Verbleib der Keramiksäule bei alten und jungen Geschäftsleuten in der Umgebung, doch die waren sicher mit Sorgen um ihren Umsatz mehr beschäftigt, als sich um ein fehlendes Kunstwerk zu kümmern, kurzum sie alle wußten nichts. Erst die Hilfe eines sehr freundlichen und hilfreichen Schweriner Stadtführers, Eberhard Albrecht, brachte uns auf die Spur. Er half uns beim „Eindringen“ in ein ausdrucksvolles und hintersinniges Kunstwerk Heinrich des Löwen, placiert auf dem Schweriner Marktplatz gegenüber dem Rathaus. In seiner lustigen Art, half er uns Älteren, die Absicht des Konstanzer Bildhauers Peter Lenk zu verstehen. Diese Löwenskulptur wurde von einer Bank gestiftet und am Vorabend des 800. Todestages des Stadtgründers Heinrich des Löwen eingeweiht. Als viereckiger Sockel, ist er an den Seiten mit vier Reliefbildern ausgestaltet und stellt die vier Lebensepisoden des Sachsenherzogs satirisch kritisch dar. Wie geschrieben, für uns alle ein humorvolles Eindringen in geschichtliche Zeitumstände und damit auch verständlich unaufdringlich belehrend.
Dieses Denkmal war für mich Anlaß über die Gemeinsamkeiten beider Denkmäler nachzusinnen. Haben nicht beide auf ihre Weise zum Verständnis der vielhundert- und wechselvollen Geschichte Schwerins beigetragen? Nun komme ich damit zum Anlaß meiner Schreiberei. Ein Denkmal steht den Besuchern zur Verfügung, das andere ist nicht am gewohnten Platz. Was ist geschehen? Im Jahr 1993 wurde die Keramiksäule durch ein Baufahrzeug stark beschädigt und konnte so nicht mehr stehen bleiben. Eine Nachfrage bei der Künstlerin Anni Jung in Meißen, ob sie an der Wiederherstellung des Säule mithelfen könne, mußte sie damals absagen, weil sie von einem sehr schweren Unfall betroffen war und nur an ihre Gesundung denken konnte. So musste nach Mitteilung der Schweriner Oberbürgermeisterin, Angelika Gramkow von Februar 2013 an mich, „der Abbau verfügt werden", zumal eine Reparatur nicht finanzierbar war. Für den Abbau und die „Übernahme der Keramischen Säule“ in die stadtgeschichtliche Sammlung des Schweriner Museen waren also Sicherheitsfragen, verantwortlich. Die Schweriner Oberbürgermeisterin betonte in ihrem Brief, daß in Gremien der Stadt in den letzten Jahren eine Reparatur und Neuaufstellung diskutiert worden ist, doch die allen bekannte Haushaltslage, die Absichten verhindert. Wir stimmen ihr zu, wenn sie verhindern will, daß Kultur, Kinder und Jugend darunter leiden müssten, wenn nun eine solche mit immensen Kosten verbundene Arbeit in Angriff genommen wird. Nachdenklich machten mich ihre Zeilen: „Darüber hinaus zeigt ein Blick in die Stadtgeschichte, dass auch früher Denkmäler nicht immer vornehmlich aus öffentlichen Geldern finanziert worden sind. Sollte sich eine entsprechende private Initiative gründen, würde ich dies ausdrücklich begrüßen.“
Hier meine ich, hat die Frau OB recht und wir sollten mit dem Einverständnis der Künstlerin, Anni Jung, die zur Mithilfe bei der Reparatur ihres Kunstwerkes bereit ist, nun an Sammlung von Geldern gehen, um zu geeigneten Zeitpunkt die Keramiksäule erneut an einem für Besucher der Stadt Schwerin zentralen Platz aufzustellen. Das würde auch der Tourismusbranche, in der Schwerin einen führenden Platz haben soll, weiteren Auftrieb geben und dem zeitbestimmten grauen verrosteten Stahldenkmal auf dem Betonsockel allemal den Rang ablaufen. Der Beginn könnte eine zu bildende öffentliche Initiative sein, zu der sich Schweriner Bürger und Bürger unseres ganzen Landes M-V bereiterklären sollten.

Am 18. Oktober 2013 erfuhr ich im Telefongespräch durch die Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow, von der bevorstehenden Pressemitteilung. Über diesen persönlichen Anruf war ich verständlicherweise sehr erstaunt und hocherfreut, hatte sie doch meinen Brief mit meinen Gedanken zur Keramiksäule nicht vergessen, sondern wie auch die von anderen Bürgern nicht. Im Gegenteil, wir können froh sein, den Anstoß gegeben zu haben, die beschädigte und weggeräumte Keramiksäule wieder in das Bewußtsein nicht nur der Schweriner, sondern der Mecklenburger und Vorpommer zu rücken.

Mir bleibt der Dank an die OB unserer Landeshauptstadt Schwerin und meinem Aufruf nach, Geld zu spenden, damit dieses Kunstwerk bald wieder zu Schwerin gehört und die Menschen, die wechselvolle Geschichte des heute 953jährigen Schwerins in dieser Keramiksäule erleben können.
Bürgersinn und Freiwilligkeit haben schon manches unlösbar scheinende Problem gelöst, warum sollten wir Mecklenburg-Vorpommern das nicht bei dieser wertvollen stadtgeschichtlichen Erinnerung an unser Land, nicht auch schaffen.
Hans Jürgen Grebin 18107 Rostock
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