7 Pappeln an der PETRIBRÜCKE - Soeben Pappels an dei Petribrück´

  Rostock: Grebin | Unlängst stieß ich beim Lesen eines Buches über „40 Jahre Stadtplanung Rostock“ eines verantwortlichen Stadtarchitekten auf den auch mir bekannten Spruch, nachdem „ ein Mann einen Sohn gezeugt, einen Baum gepflanzt und sich ein Haus gebaut haben soll“.
Ich wurde an die 50er Jahre in Rostock und meine Tätigkeit an der St. Georg-Schule II erinnert. Zwei Söhne konnten wir unser eigen nennen. Ein Haus wollten wir nicht, uns hätte schon eine neue 2 ½ - Zimmerwohnung gereicht. Das Baumpflanzen kannte ich noch von zu Hause.
Gemeinsam mit Schülern verwirklichten wir etwas, das die Stadt verschönern sollte, nachdem wir uns mit 3333 großen und kleinen Feldsteinen von der Feldflur der heutigen Südstadt, bereits am Bau der Hafenmole in Warnemünde beteiligt hatten. Der SPIEGEL beschrieb das damals so: ..“um die relativ bescheidenen - volkseigenen Mittel zu vermehren, kamen 60 620 Tonnen von der FDJ gesammelte Feldsteine dazu…“ Wir haben das damals anders gesehen, jedenfalls nicht vom Finanziellen her. So dachten wir auch, als wir die Pappeln pflanzten.
Wir besorgten uns sieben junge Pappeln und pflanzten diese an der Straße zur Petribrücke, nahe dem damaligen VEB-Kohlehandel, in größeren Abständen von einander ein. Immer wenn ich mit der Straßenbahn daran vorbeifuhr, konnte ich mich vom Gedeihen der Bäume überzeugen. Der Umzug nach Reutershagen aus der Einzimmerwohnung am Petridamm 1962 ließ mich nicht mehr ständig das Wachsen der Bäume verfolgen. Sie gerieten im Laufe der Jahre in Vergessenheit. Die Jahre vergingen, die Straßenbahn nahm weiter ihren Weg über die Brücke, jedoch die Straße wurde gesperrt, denn nunmehr verlief der Verkehr über die neue Vorpommernbrücke, die den Nordosten Rostocks mit den Stadtteilen Dierkow, Toitenwinkel, Gehlsdorf und Überseehafen mit dem Stadtzentrum von da an verband. Der Kohlehandel stellte nach dem politischen Umbruch 1989/90 seinen Betrieb ein, die Flächen wurden beräumt und machten Platz für das „Petriviertel“, einem sehr gelungenen Wohngebiet an der Unterwarnow. Hier werden in den nächsten Monaten zahlreiche Rostocker eine Wohnung beziehen können.

Beim Vorbeifahren in den warmen Märztagen des Jahres 2014 sah ich Pappeln durch andere Bäume ragen. Auf dieser Fläche hatte ich mich 1986 „als kleines Mäuschen“ den Ratsmitgliedern der Stadt dazugesellt, die sich von den Ausgrabungen der Burgwallanlage (vor der Zeit der Stadtgründung) überzeugen wollten.
Ich nahm mir ein Stück Holz aus dem Wall mit und war erstaunt, wie gut erhalten es die Jahrhunderte im feuchten Erdreich überdauert hatte. Es ist somit älter als die Stadt Rostock (1218). Ganz wenig grünliche Pilzspuren zeigten sich, doch das Holz blieb auch nach den 28 Jahren fest. Auch einige Aufnahmen machte ich bei dieser seltenen Gelegenheit. Die Burganlage wurde nach der Besichtigung wieder zugeschüttet, um sie als Denkmalanlage erhalten zu können. Hier in dem kleinen Geviert zwischen alter Petribrücke und Vorpommernbrücke haben sich inzwischen Bäume angesiedelt, die nun die alte Burganlage (am Durchstich des Warnowarms) bedecken.

(12.04.2015 - Inzwischen sind die Sträucher und kleine Büsche, die sich hier angesiedelt hatten, beräumt worden, um diese Fläche für eine Neugestaltung vorzubereiten.)

Ich fuhr mit meinem kleinen roten C1 zum genaueren Verfolgen „unserer Pappeln“ auf die Holzhalbinsel mit seinen Büroflächen einem Parkhaus, Senioren- und, Eigentumswohnungen, Einzelhandel und Gastronomie.

Von hier konnte ich unsere Pappeln gut verfolgen. Die Mühe vor 54 Jahren hatte sich gelohnt, denn es waren immerhin noch zwei (2) übrig geblieben. Pappeln standen damals genügend für das Anpflanzen zur Verfügung.

Die Rostocker 7 Kennewohrn

Soeben Doeren to Sankt Marien Karke,
Soeben Straten von den Groten Markte,
Soeben Doren, so dor gahn to Lande,
Soeben Kopmannsbrüggen bi dem Strande,
Soeben Toern, de up dat Rathus stahn,
Soeben Klocken, so dagliken slahn,
Soeben Linden up den Rosengorden.
Dat sünd de Rostocker Kenneworden.

Wahrzeichen
Sieben Türen in die St. Marienkirche,
sieben Straßen bei dem großen Markt,
sieben Tore, durch die man ins Land geht,
sieben Kaufmannsbrücken am Strand,
sieben Türme, die auf dem Rathaus stehen,
sieben Glocken, die zugleich schlagen,
sieben Lindenbäume auf dem Rosengarten.
Das sind die Rostocker Wahrzeichen.

Mich würde sehr freuen, wenn meine Erinnerung Ehemalige anregen könnte, an ihr Wirken zu denken und sich zu melden.
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