Strenge Hygiene hilft gegen Krankenhauskeime

Gerade in Krankenhäusern sind Bakterien verbreitet, die immun gegen viele Antibiotika sind. Vor einer Ansteckung schützen schon einfache Hygienemaßnahmen – aber die müssen konsequent umgesetzt werden
Frauke H. steht besorgt vor dem Patientenzimmer ihrer Mutter. Vor drei Tagen war die 83-Jährige im Pflegeheim gestürzt und ins Krankenhaus gekommen. Jetzt warnt ein Türschild vor einem Erreger namens MRSA. Daneben stehen Desinfektionsmittel, Handschuhe und weiße Schutzkittel bereit. Doch warum nur diese Vorsichtsmaßnahmen?
„MRSA-Bakterien können für einige Menschen gefährlich werden, denn die meisten Antibiotika sind bei ihnen wirkungslos“, sagt Elke Gravert von der hannoverschen Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). „Wer gesund ist, merkt davon nichts.“ Probleme entstehen, wenn diese Bakterien bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr in den Körper gelangen – etwa über die Atemwege, Wunden oder Katheter. Die Folge können Infektionen sein, die schwer in den Griff zu kriegen sind.
Hinzu kommt: Einige Menschen tragen MRSA auf der Haut und können die Keime auf andere übertragen. Gehäuft kommt dies in Krankenhäusern und Pflegeheimen vor. Wissenschaftler schätzen, dass dort bis zu 4 von 100 Menschen betroffen sind. Die Mutter von Frauke H. zählt daher als Heimbewohnerin zu den sogenannten Risikopatienten. Diese sollten im Krankenhaus auf die Keime getestet werden. Für Betroffene empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) neben den Hygienemaßnahmen eine getrennte Unterbringung und die gezielte Behandlung der MRSA.
Auf der Haut lassen sich die Erreger mit speziellen Mitteln bekämpfen. Ist es zu einer Infektion gekommen, helfen nur noch sogenannte Reserveantibiotika. Doch die können schwere Nebenwirkungen haben. „Umso wichtiger ist die Vorsorge“, betont UPD-Beraterin Gravert. Auch ohne erhöhtes MRSA-Risiko sollte man sich daher regelmäßig die Hände waschen – schon zum Schutz für sich selbst. „Und im Krankenhaus sind solche grundlegenden Hygienemaßnahmen erst recht ratsam.“
UPD-Tipp: Achten Sie als Patient mit darauf, dass Krankenhausmitarbeiter und Besucher sich vor dem Körperkontakt immer die Hände desinfizieren. Katheter und Infusionsschläuche sollten nur so lange wie wirklich nötig verwendet und nur mit frisch angezogenen Einmalhandschuhen angefasst werden. Sprechen Sie das als Patient an!
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2 Kommentare
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 01.03.2014 | 10:28  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 01.03.2014 | 17:09  
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