Wohin steuert die Energiewende?

Geschäftsführer der Niedersächsischen Energieagentur informiert Sozialdemokraten


Die Ronnenberger und Empelder Sozialdemokraten haben sich über die Zukunft der Energiewende informiert. Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN), berichtete über Rahmenbedingungen und Chancen des Unterfangens.

Nolte stellte eingangs die europäischen Rahmenbedingungen dar. Die Mitgliedstaaten der EU hatten 2007 drei energie- und klimapolitische Ziele beschlossen: Bis 2020 sollen sie ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 reduzieren, die Energieeffizienz um 20 Prozent erhöhen und einen Anteil von 20 Prozent erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch erreichen. Mittlerweile seien diese Ziele noch verschärft worden. Hintergrund ist, die bereits eingesetzte Erderwärmung auf 2 °C beschränkt werden soll.

„Für das Gelingen der Energiewende sind eindeutige Zielvorgaben und klare, langfristige Zielprioritäten festzulegen“, meinte Nolte. Andernfalls werde die Wende nicht gelingen. Eine Säule bilde dabei der Emissionshandel. Der sei grundsätzlich ein wirkungsvolles Steuerungsinstrument. Das derzeitige Preisniveau bei den CO2-Emissionszertifikaten bietet jedoch keine ausreichenden Investitionsanreize in neue emissionsarme Technologien. Erforderlich sei deshalb eine grundlegende Reform des Emissionshandels zur Wiedererlangung von marktgerechten Steuerungssignalen.

Ein weiteres Standbein bilde die Verbesserung der Energieeffizienz. Rund 75 Millionen Tonnen CO2 könnten bis 2020 allein aus Effizienzsteigerungen im Wärmemarkt eingespart werden. Etwa zwei Drittel der Heizungsanlagen im Gebäudebestand seien nicht auf dem neusten Stand der Technik. Das CO2- Minderungs- und Energieeinsparpotenzial sei dementsprechend hoch.

Der Vortrag von Nolte löste unter den rd. 30 Zuhörern eine rege Diskussion aus. Insbesondere Hauseigentümer äußerten die Sorge, dass Maßnahmen zur Gebäudesanierung hohe Kosten verursachen würden. In seiner Erwiderung hielt es Nolte für denkbar, steuerliche Förderungen für energetische Sanierungen einzuführen. „Ohne zusätzliche Anreiz zu schaffen, die Energieeffizienz im Gebäudebereich zu steigern, wird es vermutlich nicht gehen“, sagte der Leiter der KEAN abschließend.
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