DRUM-Piraten und INTENSIVkinder erleben miteinander wertvolle Momente

"Seemannsgarn" für die INTENSIVkinder in der Selma-Lagerlöf-Schule mit den DRUM-Piraten (08.02.1014) (Foto: Ulrich Voß)
 
Musik von Kindern für Kinder: Die DRUM-Piraten spielten für die INTENSIVkinder am 08.02.2014. (Foto: Ulrich Voß)
 
Das machte allen großen Spaß: Maritime Geschichten in der Selma-Lagerlöf-Schule (DRUM-Piraten, 08.02.2014) (Foto: Ulrich Voß)
Ronnenberg: Selma-Lagerlöf-Schule | Die „kleinen Seeräuber auf Trommelkurs“ aus Kirchdorf begaben sich am Samstag, den 8. Februar auf ihre erste „Kaperfahrt“ 2014 und steuerten die Selma-Lagerlöf-Schule in Empelde an. Dort wartete eine schöne Aufgabe auf die DRUM-Piraten, denn schwer pflegebedürftige Kinder und Jugendliche im Alter von 6-19 Jahren freuten sich schon auf ihre maritimen Geschichten.
Die trommelnden Freibeuter waren vom Verein INTENSIVkinder zuhause e.V. eingeladen worden, um den Freizeitsamstag musikalisch abzuschließen und die Kinder in eine ganz neue (Phantasie-)Welt zu entführen.
Der leere Saal war schon längst von den DRUM-Piraten „gekapert“ worden, als nach und nach INTENSIVkinder mit ihren Betreuern eintrafen und sich die besten Plätze im Zuschauerraum sicherten. Dabei gab es auch herzliche Begrüßungen durch Jugendliche mit geistiger Behinderung, was, selbst nach guter Vorbereitung im Vorfeld, bei manchem kleinen Seefahrer zu kurzzeitigen Irritationen führte. Aber schnell spürten auch die Kleinsten der 3-12jährigen Trommler, nach beruhigendem Zureden, die große Herzlichkeit dieser Geste. Körpersprache und Mimik der INTENSIVkinder stellt sich eben anders dar, als es die Kirchdorfer Freibeuter in ihrem gewohnten Umfeld kennen. Nach wenigen Momenten der Gewöhnung „verstanden“ sich aber Piraten und „Gekaperte“ ohne Probleme. Genau um diese Momente sollte es schließlich auch bei dieser „Kaperfahrt“ gehen. Um es vorweg zu nehmen: Diese Begegnung war ein wertvoller Gewinn für alle Beteiligten!

Doch dann ging es endlich auch musikalisch los und die kleinen Piraten segelten schnell „unter vollen Segeln“. „Hey Ho, Piraten kommen!“ so auch der einleitende Ausruf der 17 Freibeuter. Das abschließende „Trommelfeuer“ war noch nicht verklungen, da gab es auch schon großen Beifall und unverkennbar freudige Ausrufe von den sehr aufmerksamen Zuhörern. Musik als gemeinsame Sprache machte die Verständigung im wahrsten Sinne zum Kinderspiel!
Danach erzählte die bunte Piratenbande unter der Leitung von Carsten Voß und Brigitte Schreiber die Geschichte vom schmackhaften „Rollmops“, ehe die Party in den Meerestiefen fortgeführt wurde, wo das „Gelbe U-Boot“ („Yellow Submarine“) auf Tauchstation ging. „Die Band spielte an Bord“, die Piraten trommelten im Saal und die Musik setzte bei den INTENSIVkindern Emotionen frei. Lachen, Bewegungen zur Musik, Klatschen, Freudenrufe – eine schöne, eine besondere Stimmung im Saal. Das verstanden auch die DRUM-Piraten, die selten eine solche unmittelbare Reaktion auf ihre Musik bekommen hatten und erfuhren, welche Freude sie durch ihr Trommeln bereiteten.
Natürlich sprang der Funke auch wieder auf die Bühne über und die Freibeuter legten sich voll ins Zeug bei „Macht doch alle mit!“ und dem keltischen „Piratentanz“ („Sailor’s Hornpipe“), bei denen die Trommeln geradezu durch den Saal „donnerten“. Durst auf hoher See - das war das Thema von „Es gibt nur Wasser“, bei dem die Piraten vehement ihren „Saft“ einforderten. Jedoch behagt es richtigen Fahrensleuten auch nicht, wenn sie gar kein Wasser unter dem Kiel haben und im Wattenmeer trockenfallen. Da wird auch das auflaufende Wasser freudig empfangen, wenn „Die Flut kommt“ („My Bonnie Is Over The Ocean“).
Nachfolgend gab es für die ebenfalls fröhlichen Zuhörer noch „Seemannsgarn“ vom alten Seefahrer „Kuddel Daddel Du“, der auch vom fernen Sansibar erzählte, wo die Eingeborenen ihn mit „Aloha He“-Gesängen empfangen hatten. Grund genug für die kleinen Seeleute, den INTENSIVkindern ihre Ruderfähigkeiten unter Beweis zu stellen.
Auch danach gab es großen, fröhlichen Applaus von allen Zuhörern, die noch lange nicht zulassen wollten, dass die DRUM-Piraten ihren Anker lichteten. Für diese „Kaperfahrt“ nach Empelde hatten die Seeräuber auch noch etwas ganz Besonderes in ihrer „Schatzkiste“. Ihr neuester Song feierte nun Premiere. Der Hit der Nordmeerrocker von Santiano „Frei wie der Wind“ ließ von weißen Sandstränden und großen Palmen träumen, denn er war erstmalig im Reggae-Stil zu hören. Nicht nur durch Applaus hörbar, sondern auch durch „Sonne in den Blicken“ gut zu erkennen, eine gelungene Erstaufführung. Doch dann war es schließlich soweit und die DRUM-Piraten leiteten die Heimreise ein. „Ein langer Tag“ („A Hard Day’s Night“) auf See ging nun für alle zu Ende und dieser wurde nun noch einmal lautstark von allen gemeinsam gefeiert.
Als Lohn gab es für die kleinen Freibeuter zunächst einen großen Abschlussapplaus – aber auch die verdiente „Prise“ für jeden einzelnen Piraten. Die INTENSIVkinder hatten zuvor extra mit ihren Betreuern süße Naschereien selber hergestellt: Sogenannte „Schoko-Crossies“ für alle DRUM-Piraten … „mmmh lecker!“ – Schnell waren die Beutel geöffnet. Außerdem konnte auch noch gehörig in der Spielekiste „geräubert“ werden – strahlende Augen im ganzen Saal als Abschluss einer besonders schönen „Kaperfahrt“ nach Empelde.

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Ein persönliches Resümee von Carsten Voß:
Da haben alle einen ganz besonders schönen Auftritt erlebt. Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass Musik verbindet und vielfältige Emotionen weckt. Prima, dass unseren kleinen Piraten die Möglichkeit gegeben wurde, diese Erfahrungen zu sammeln. Unverkrampftes Aufeinanderzugehen und gelebtes Miteinander zeichneten diese Veranstaltung aus. Nur so ist es auch möglich, bereits den Kleinsten „Anderssein als Normalität“ begreifbar zu machen. Mit etwas Unterstützung erkennen Kinder schnell, was gehandicapte Kinder und Jugendliche durch ihre Körpersprache ausdrücken wollen und scheuen den Kontakt keineswegs. Daher sind solche Begegnungen für alle Beteiligten besonders wertvoll: Begegnungen schaffen, bevor Trennungen und Vorurteile entstehen können.
„Inklusion“ wird in der Pädagogik derzeit oft genannt. Jedoch steht dieser Begriff sehr sperrig da und hemmt die sicherlich gutgemeinten beinhalteten Ziele mehr, als dass er sie fördert. Denn derartige Begriffe dokumentieren doch oft nur eine gewisse Hilflosigkeit, gepaart mit einiger Verkrampfung. Warum muss man erst in der Schule mit „einschließen“? Wäre es nicht sinnvoll, Trennungen weitestgehend zu vermeiden?
Gespräche mit den kleinen Piraten und deren Eltern im Anschluss an diese Veranstaltung belegten eindrucksvoll die positive Wirkung einer solchen spielerischen Zusammenführung mit musikalischen Mitteln.
Mitleid ist absolut fehl am Platze, denn die INTENSIVkinder beeindruckten uns alle durch ihre Lebensfreude und dem ausdrucksvollem Spaß an unserer Musik, allen persönlichen Schwierigkeiten zum Trotz.
Es würde mich sehr freuen, wenn wir einmal wieder an diese Begegnung anschließen könnten.

Carsten Voß

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Nähere Information zum Verein „INTENSIVkinder zuhause e.V.“ im Internet:
www.intensivkinder.de


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Wer Lust hat, musikalische Abenteuer „auf den Weltmeeren“ zu erleben, kann ganz einfach bei den DRUM-Piraten „anheuern“ und „frei wie der Wind“ „auf große Fahrt gehen“.

Herzlich eingeladen sind alle Kinder von 4 − 12 Jahren, die gerne auch als Piraten kostümiert und geschminkt kommen können und Spaß am gemeinsamen Trommeln und Singen haben. Einmal im Monat treffen sich die DRUM-Piraten in der „Arche“ (Gemeindehaus der Heilig-Kreuz-Kirche) in Kirchdorf.
− Ein Neueinstieg ist jederzeit möglich.
− Instrumente sind in begrenzter Zahl vorhanden.

Natürlich stärken sich die Piraten beim gemeinsamen
„Piratenschmaus“.

Die Teilnahme ist kostenlos
um Spenden zum Erhalt der Gruppe wird gebeten.

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Weitere Probentermine 2014:
- 01. März
- 29. März
- 10. Mai
- 07. Juni
- 05. Juli
- 02. August
- 06. September
- 11. Oktober
- 01. November
- 06. Dezember
=> jeweils 12:00 - 13:30 Uhr.

(Änderungen vorbehalten!)


Infos bei Brigitte Schreiber:
Tel.: (05105) 8214.
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