Brezelsalz und Olympiade

Brezelsalz im Kalisalzmuseum.
Ronnenberg-Empelde: Kalisalzmuseum Empelde | Fast könnte man meinen, das Wort "Brezelsalz" gehöre ab sofort zu den zukünftigen Erinnerungen an die Winterolympiade in Sochi, weil es dort so warm war.
Also wurden die Strecken und Loipen "gesalzen", um das Schmelzen des Schnees aufzuhalten. Für den Laien klingt das wenig einleuchtend, denn Streusalz soll Schnee und Eis doch auftauen, oder? Das war die Frage, die ein Besucher im Kalisalzmuseum stellte, und ich werde die Antwort hier - hoffenlich allgemeinverständlich - noch einmal geben.
Jeder weiß, dass Salzwasser (z. B. das Meer) weniger oder gar nicht gefriert, wenn es nicht wirklich sehr kalt ist. Gesättigte Sole gefriert erst bei etwas unter - 21 Grad! Das bedeutet in der Praxis, dass Salz, auf eine vereiste Straße gestreut, den Schmelzpunkt erniedrigt, weil die Wassermoleküle aus dem Eis Bestandteil der Sole werden. Das bedeutet, dass die Schmelzwirkung nur eintritt, wenn Wasser vorhanden ist; darum wird auf Straßen auch Feuchtsalz gestreut.
Durch die Schmelzpunkterniedrigung wird dabei aber auch der Gefrierpunkt erniedrigt, der damit niedriger wird als der des Eises oder Schnees, d. h., der Schnee wird kälter.
Das funktioniert aber nur, wenn das Salz nicht zu fein gemahlen ist, wie beim haushaltsüblichen Streusalz. Darum wird das grobe Brezelsalz gestreut, das eine länger anhaltende Wirkung hat.
Übrigens ist für Straßen die Abtauwirkung stärker, wenn ein größerer Anteil von Calciumchlorid, Magnesiumchlorid oder Kaliumchlorid im Streusalz, dem Natriumchlorid, enthalten ist.
Alles klar? Sonst fragen Sie die Salzexperten im Niedersächsischen Museum für Kali- und Salzbergbau in Empelde. Jeden Sonntag von 10 bis 14 Uhr.
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Gudrun Vorreiter aus Gehrden | 23.08.2014 | 11:14  
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