Atommüll-Endlager: Suche bis zum Nimmerleinstag?

SO hatte man sich das gedacht: die Asse als Endlager
Ronnenberg: Kalisalzmuseum Empelde | Endlager für schwach- bis mittelradioaktive Abfälle (mit geringer Wärmeentwicklung) gibt es bereits in Salzgitter (Schacht Konrad) und Morsleben.
Konrad will ab 2019 (so die letzte Kunde) in Betrieb gehen und einlagern, wogegen Morsleben, 1971 zu DDR-Zeiten angelegt, gerade geschlossen und hoffentlich irgendwann sicher verwahrt wird.
Nach der Pleite mit der Asse hat sich die Atommüll-Industrie auf Morsleben gestürzt, so dass dort seit der Wiedervereinigung mehr Stoffe aus den alten Bundesländern lagern, als aus dem Osten.
Ach ja, die Asse: "Heimlich" zum Endlager gemacht, sollen die Abfälle wieder herausgeholt werden. Immerhin ist im zweiten Anlauf der Schacht # 5 in Arbeit. Wer sich nicht so gut auskennt: Die Schächte # 1 und # 3 sind abgesoffen, der alte Schacht # 2 verrichtet im Moment die Hauptarbeit, und dann gibt es noch den sehr engen Notschacht # 4. Die Rückholung kann vermutlich nicht vor 2033 starten, wenn denn das Grubengebäude (das, was unter der Erdoberfläche liegt) so lange durchhält. Der Prozess selbst wird auch mehrere Jahrzehnte dauern - die Aussichten sind also nicht gerade glänzend.
Aktuell ist der Streit um die "Endlager-Kommission", die, bis Ende 2015 zusammengesetzt, die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Stoffe aufnehmen soll. Damit hat sie Zeit bekommen bis 2031 - erst dann wird eine Erkundung des vorgeschlagenen Standortes möglich. Einige Umweltverbände haben ihre Mitarbeit schon mehr oder weniger verbindlich verweigert. Kann denn der Umstand, dass Gorleben nicht von vornherein ausgeschlossen wurde, wirklich ein Grund sein, nicht an der Lösung eines brennenden Problems mit zu wirken?
Gorleben ist ein Erkundungsbergwerk, und die Erkundung ist noch nicht abgeschlossen. Wenn es nach dem Willen der Gegner geht, dann wird sie das auch nie. Zu befürchten ist, dass nach einer neuen Standortwahl die gleichen Probleme auftauchen werden.
So einfach, wie es sich kürzlich eine Besucherin im Kalisalzmuseum machte ("Ich bin gegen Atommüll") geht es freilich nicht. WIR haben den Müll produziert, er steht, z. B. in Castorenbehältern, oberirdisch an verschiedenen Stellen herum, und WIR haben die Aufgabe, damit fertig zu werden und ihn nicht der nächsten Generation zu hinterlassen.
Im Niedersächsischen Museum für Kali- und Salzbergbau in Ronnenberg-Empelde informiert eine kleine Ausstellung über die Endlagerung in Salz, aber auch in Ton und Granit. Infomaterial kann eingesehen oder mitgenommen und Salzstufen aus der Asse, aus Gorleben und Morsleben, sogar aus Konrad können in Augenschein genommen werden.
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