Alt-Herren-Corps auf Tour im Calenberger Land

    Karnevalistisches-Alt-Herren-Corps Hannover von 1974 e. V.
c/o Jürgen Kruse (Commodore)
Im Hellerloh 2 A
30952 Ronnenberg
Telefon: 05109 9963
Telefax: 05109 516534
e-Mail: commodore@ahc-hannover.de
Internet: www.ahc-hannover.de
Günter Hartmann
Vizecommodore


AHC-Exkursion 2015
Bad Nenndorf--Rodenberg

Eine pünktliche Zugfahrt brachte uns nach Bad Nenndorf, wo wir von unserem Corpsbruder Uwe und seiner Frau Petra empfangen wurden.
Ein schöner Spaziergang bei gutem Wetter führte uns durch den Kurpark von Bad Nenndorf und weiter zu den Süntelbuchen.
Noch vor wenigen Jahrhunderten gab es im Süntel, im Weserbergland in Niedersachsen, einen großen Bestand einer seltsam anmutenden Form der Rotbuche:
DIE SÜNTELBUCHEN
Drehwuchs, Krüppelwuchs, Schlaufenbildung und die sogenannten Hexenbesen gaben den Süntelbuchen nicht nur ihr ungewöhnliches, für viele Menschen auch unheimliches Erscheinungsbild. Sie brachten ihnen auch die entsprechenden Namen ein:
Krüppelbuche, Hexen- oder Teufelsholz, Schlangenbuche und noch viele andere. Wie die Namen schon zeigen, waren die Menschen damals wenig begeistert von der Schönheit oder der Skurrilität dieser Bäume. Selbst wenn sie die "Süntelbeuken", wie sie auf Plattdeutsch genannt wurden, nicht unheimlich und bedrohlich fanden, waren die Waldbesitzer keine Freunde des "Deuwelholts". Es ließ sich wegen des Zick-Zack-Wuchses nicht verwerten. Nicht einmal als Brennholz konnte es in Meterstücken gestapelt werden. Die Süntelbuche wächst so gut wie nie einen ganzen Meter gerade in eine Richtung!

Mit dem Auto ging es dann weiter zum Naturdenkmal „Krater“.
Die fälschliche Bezeichnung „Krater“ beruht auf dem optischen Eindruck, den der tuffsteinartige Ringwall am Quellteich auf die Betrachter macht. Kalkgesättigtes Wasser trifft hier auf eine undurchlässige Tonschicht und so drängt seit Jahrtausenden das aus dem Deister abfließende Niederschlagswasser an die Oberfläche. Sobald das Wasser mit Luft in Berührung kommt, scheidet es Kalk ab, der sich am Teichrand ablagert. Dadurch entsteht der Eindruck eines Vulkankraters. Ein paar Meter weg durften wir einige Münzen in den Quellbrunnen werfen. Sollte Glück bringen.


Unser Hauptziel, das Museum Rodenberg, erreichten wir gegen 11 Uhr wie geplant.
Die von Uwe beauftragte Museumsführerin Frau Marlies Bernd-Büschen erwartete uns schon.
Wir erfuhren sehr viel Wissenswertes durch die sehr interessanten Erläuterungen von Frau Bernd-Büschen.

Im ehemaligen Amt Rodenberg haben Frauen und Männer von jeher Tracht getragen. Die ältesten Stücke der sehenswerten Trachtenausstellung im Heimatmuseum stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Festtagstrachten wurden aus feinstem Leinen und aus mit Perlen bestickten Seidenstoffen gefertigt. Das Museum befindet sich im ehemaligen Ständehaus und wird vom Heimatbund Rodenberg und Umgebung liebevoll betrieben. Das Ständehaus ist das letzte Gebäude, das von der ehemaligen Wasserburg Rodenberg erhalten geblieben ist. Das Schloss Rodenberg war ursprünglich eine Wasserburg in Rodenberg im heutigen Niedersachsen, die die Herren von Schaumburg wahrscheinlich im 13. Jahrhundert erbauten und bis zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs besaßen. Im Übergang vom Spätmittelalter in die Frühe Neuzeit erfuhr die Burg eine Umgestaltung in ein Schloss mit umgebenden Befestigungsanlagen. Nach dem verheerenden, auch auf das Schloss übergreifenden Stadtbrand von 1859 wurden die Schlossgebäude bis auf das Ständehaus als früherer Palas, das heute als Heimatmuseum dient, abgerissen. Das unter Denkmalschutz stehende Schlossgelände ist nach vierjährigen Ausgrabungen 2005 in ein Freilichtmuseum umgewandelt worden, das die freigelegten Festungsanlagen präsentiert.
Die Corpsbrüder lauschten aufmerksam den interessanten Ausführungen.
Das Ständehaus ist das einzig erhaltende Gebäude der Burg. Es liegt auf einer Insel, die vom wasserführenden Burggraben umgeben ist. Ursprünglich handelte es sich um den Palas innerhalb des Burgkomplexes, der sich als fast geschlossene Vierflügelanlage darstellte. An der Außenfassade des Ständehauses sind die Reste eines Kamins erkennbar, der ehemals zu einem abgebrochenem Nachbargebäude gehörte. Der frühere Palas wurde durch Umbauten auf ein Stockwerk reduziert, was sich anhand des angesetzten, ansatzweise noch vorhandenen Treppenturms erkennen lässt. Die Burg besaß einen Bergfried, der heute nicht mehr existiert. Die Burg- und spätere Schlossanlage war von einem Festungswall umgeben, der noch heute im Gelände erkennbar ist. Im Wall befanden sich Basteien und Rondells als Befestigungswerke, von denen sich zwei Anlagen als Reste im Boden erhalten haben. Drei weitere Befestigungswerke im Wall sind durch Steinraub in früheren Jahrhunderten komplett verschwunden. Dem Wall vorgelagert war ein Wassergraben, der von der Rodenburger Aue gespeist wurde, aber später verfüllt wurde. Im Verteidigungsfall konnte der Wasserspiegel durch zwei Stauwehre, die von der Bastei und dem Rondell aus in den Flussbereich führten, erhöht werden.
In den Jahren 2000 bis 2004 führte der Förderverein Schloss Rodenberg e. V. Ausgrabungen an den früheren Festungsanlagen von Schloss Rodenberg durch. Dabei wurden die Reste der sechseckigen Bastei und des Turmrondells sowie zweier Stauwehre freigelegt. Die Anlagen waren im Übergang vom Spätmittelalter in die frühe Neuzeit entstanden und sind bei der Entfestigung des Schlosses ab 1663 geschleift worden. Nach Abschluss der archäologischen Untersuchungen wurden die beiden Türme und die Stauwehre teilrekonstruiert. Dabei ist die Anfang des 16. Jahrhunderts entstandene Bastei teilaufgemauert und gegen Witterungseinflüsse mit einem Schutzdach versehen worden. Sie hat Ausmaße von 10×10 Meter und ist zweigeschossig, wobei sich die Pulverkammer im Untergeschoss in einer Kasematte im Wall befindet. Die Kanonen der Bastei verfügten über eine raffinierte Schießschartenanordnung mit acht Maulscharten sowie einer Hosenscharte. Das um 1480 errichtete Turmrondell hat einen Durchmesser von fast acht Metern. Es erhielt nach der Sanierung der Mauern ebenfalls ein Dach. Beide Bauwerke wurden aus Sicherheitsgründen eingezäunt. Für die Denkmalpflege sind die rekonstruierten Festungswerke wegen ihres Erhaltungszustandes und ihrer architektonischen Details von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung. Sie machen den Wandel in der Wehrtechnik hin zu weitreichenden Geschützen anschaulich, der im Übergang vom Spätmittelalter in die frühe Neuzeit eintrat.
Nach einer kurzen Autofahrt und der Stärkung mit einem „Kaltgetränk“ ging es zur Rodenberger Mühle auf dem Rodenberg. Rodenbergs Wahrzeichen ist schon von Weitem auf den Hügeln der Stadt sichtbar. Die Mühle wurde 1850 auf dem Alten Rodenberg erbaut, direkt über einer heidnischen Kult- und Opferstätte. Die Mühle ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Gegend. Wer auf den Rodenberg wandern möchte, der startet dort. Sehenswert sind auch die naturbelassenen Obstwiesen und der Bürgerpark ganz in der Nähe. Von der Anhöhe bietet sich ein fantastischer Blick auf den Nordwestzipfel des Deisters.
Inzwischen war es Zeit geworden für größere Stärkung. Es ging weiter mit dem Auto zu dem Gasthaus „Ole Dönze“ in Algesdorf, wo wir schon erwartet wurden. Das Essen war von Uwe gut ausgewählt und mundete uns vorzüglich. Nach der versprochenen Medizin, guten Gesprächen und guten Getränken ging ein ereignisreicher und lehrreicher Tag zu Ende.
Wie wir gekommen waren fuhren wir auch wieder zurück. Zwischen 17 und 18 Uhr waren wir alle wieder zu Hause?

Ein Herzliches Dankeschön dem Organisator Uwe Heitmann und ein Dankeschön auch an seine Frau Petra, die uns gefahren hat.




Bilder: Jürgen Kruse, Text: Günter Hartmann
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