75 Jubiläum des Heimatbundes und Einweihung der Ronnenberger Wappenstelen

Jümmer vorwärts - Heimatbund Niedersachsen, Gruppe Ronnenberg
 
Enthüllung des Stelen Monuments am 1.9.2013 - burgbergblick vom 4.9.2013
 
Das Stelenmonument
Ronnenberg: Über den Beeken | Der Heimatbund Ronnenberg ist 85 Jahre alt geworden und hatte aus diesem Anlass am 1.9. 2013 zu einer Feier der besonderen Art in das Heimatmuseum eingeladen. Im Fokus stand die Enthüllung eines von der Stadt genehmigten Denkmals des Heimatbundes zur Markierung des Mittelpunktes der Stadt Ronnenberg. Gegen kontroverse politische Positionen beruft sich der Heimatbund dabei auf Gesetzesrecht, geografische Mitte und Historische Traditionen. Zu den ca. 220 Gästen zählten der Ronnenberger Bürgermeister Wolfgang Walther, die drei Ronnenberger Bürgermeisterkandidaten, die Ortsratsvorsitzenden der Ronnenberger Stadtteile, Vertreter der Ökumene und kirchlicher Organisationen, der Finanzwelt, der Wissenschaft, des Heimatbundes NDS, der örtlichen Vereine und der Presse. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung der Veranstaltung durch den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr und den Männergesangverein Concordia.

Der folgende Auszug aus der Jubiläumsrede des Vorsitzenden Karl-Fr. Seemann beleuchtet explizit die Verantwortung des Heimatbundes, die historische Hinterlassenschaft des Gründers unserer Ortsgruppe gegen politische Interessen zu sichern.
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Meine Damen und Herren, wir begehen heute ein doppeltes Ereignis.

Vor 85 Jahren, anno 1928 hat der Ronnenberger Bankier Georg Meyer, Ehrenmitglied des Heimatbundes NDS unsere Ortgruppe ins Leben gerufen und gleichzeitig den Grundstein für unsere Ortsgeschichte gelegt. Neben seinen beruflichen Verpflichtungen als Gründer und langjähriger Leiter der Ronnenberger Volksbank zählen die Erforschung der Ronnenberger Geschichte, die Unterstützung vornehmlich Kirchlicher Einrichtungen, aber auch die Förderung des Ronnenberger Vereinswesens, zu seinen Lebensaufgaben.

Wofür der Heimatbund heute steht, ist kurz umrissen:
► Die Aufarbeitung der Lokalgeschichte. Insbesondere die Frühgeschichte steht derzeit im Fokus des Interesses. Wir arbeiten auf diesem Sektor mit Wissenschaftlern der Universitäten Bamberg, Erlangen, Göttingen, Hamburg, Klagenfurt, Kiel, Osnabrück, und Regensburg sowie den Landesämtern für Denkmalpflege in Hannover und Bozen und in Ronnenberg mit dem AK Geschichte zusammen. Unser aktuelles Projekt Altersbestimmung wird gerade von der Stadt Ronnenberg finanziell mit 5000 € gefördert und konzentriert sich gegenwärtig auf die Uni Erlangen.
► dann die Ortsentwicklung und die Aufwertung und Verbesserung des Ortsbildes
► die Einrichtung eines kulturhistorischen Pfades und Beschilderung der historischen Plätze und Straßen
► die Verbesserung der Verkehrsanbindung unseres Stadtteiles.
► Auch ohne Kulturpfad bieten wir seit mehreren Jahren kulturhistorische Führungen durch den Stadtkern an, so auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Ronnenberg zum 26. Entdeckertag der Region um 10 und 14 Uhr.
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Was wollen wir in diesem Zusammenhang nicht!
Zitat aus unserem Flyer:

☺ Wir wollen als namengebender Stadtteil keine leb- und farblose Kernstadt sein sondern ein Stadtmittelpunkt, der unserem kulturhistorischen und zentralen Rang gerecht wird!

☺ Und damit, meine sehr verehrten Damen und Herren komme ich zum zweiten Ereignis unserer heutigen Veranstaltung, der Enthüllung der Stelen.
Mit diesen Stelen setzt nun der Heimatbund ein Zeichen für eine Stadtmitte oder Stadtzentrum Ronnenbergs.

Es lohnt sich sodann, den Voraussetzungen für die Stadtmitte etwas Aufmerksamkeit zu schenken:

☺Das Alt-Ronnenberg geografisch im Zentrum der Stadt liegt, ist unbestritten.
☺ Der Stadtname Ronnenberg ist durch das Ronnenberg-Gesetz autorisiert und basiert ebenso wie die an dieser Stelle vorausgesetzte Stadtmitte auf der geschichtlichen Bedeutung Alt-Ronnenbergs.
☺ Nach hartnäckigen intensiven Bemühen ist es mir gelungen, die in arge Nöte geratenen geschichtlichen Traditionen unseres Stadtteiles zu restaurieren. Die Ortsgeschichte erstrahlt im alten Glanz und erfüllt weiter die gesetzlichen Prämissen für den Stadtnamen und die Stadtmitte, und diese Anmerkung zum Lebenswerk unseres Gründungsvaters liegt mir besonders am Herzen:
☺ Georg Meyer mit seiner Ortsgeschichte ist rehabilitiert.

Das wahre Alter ist dabei aber noch völlig offen. Mit wissenschaftlicher Unterstützung arbeiten wir an dessen Erforschung. Denn viele Orte geben sich heute mit der belegten schriftlichen Ersterwähnung nicht zufrieden und beharren auf einem höheren Alter. So auch Alt-Ronnenberg. Messlatten sind dann allerdings andere Kriterien wie insbesondere eine nachzuweisende Siedlungskontinuität. Und an dieser Stelle trennt sich die Spreu vom Weizen. Was die Perspektive Alt Ronnenbergs anbelangt, möchte ich mich im Moment auf diesen Satz beschränken: Die bereits vorliegenden Datierungen reichen tief in die vorchristliche Zeit und bieten noch viel Spielraum für echte Überraschungen. Bleiben wir also neugierig.

☺ Wir wissen also das Gesetz auf unserer Seite,
►wenn wir hier und heute deutlich sagen „Diese Stelen markieren symbolisch den Stadtmittelpunkt oder das Stadtzentrum Ronnenbergs.“
Da die Stadt Ronnenberg eine Stadtmitte für ihre Kommune in Abrede stellt - möglicherweise sieht man da keinen Bedarf- habe ich im Februar d.J. einen Antrag des Heimatbundes der Bürgerversammlung in Alt-Ronnenberg mit diesen Forderungen vorgetragen:

► Anerkennung eines Stadtzentrums Alt-Ronnenberg
► Nutzung des alten Amtshauses zu repräsentativen Zwecken, ausdrücklich auch des Bürgermeisters
► Einrichtung eines Ortsrates für unseren Stadtteil

Entsprechende Papiere wurden der Ratsvorsitzenden Dr. Karin Reinelt zur Beschlussfassung ausgehändigt. Ein diesbezüglicher Ratsbeschluss steht bislang aus. Wenn es da Klärungsbedarf gibt, stehen wir zur Verfügung. Ansonsten sind wir bestrebt, den Vorgang zeitnah zu verfolgen.

Der Heimatbund hätte mit seinen Mitgliedsbeiträgen die Kosten nicht tragen können. Viele Bürgerinnen und Bürger -Heimatfreunde und Nichtmitglieder- sind unterstützend eingesprungen und haben nun Anteil an diesem Monument. Unser Dank gilt ausdrücklich diesen zahllosen Spendern. Sie alle haben dazu beigetragen, Alt-Ronnenberg wieder ins rechte Licht zu rücken.
Danke der Stadt Ronnenberg, dass wir nach endlos langer Suche doch noch eine Übereinkunft treffen konnten.
Danke dem Heimatmuseum für die Unterstützung bei der Platzsuche und dass wir heute hier feiern dürfen.


☻/☺ Die Ronnenberger Stelen stehen zugleich für Erinnerung und Gegenwart.

►Beginnen wir mit der Vergangenheit.

Als Stele wird seit der griechischen Antike primär ein hoher, freistehender Steinpfeiler bezeichnet. Das Monument diente als Grabmal oder als Inschriften- und Grenzstein.
Übertragen auf Ronnenberg symbolisieren die sieben Stelen zum einem die Grenzsteine der ehemals selbständigen Orte, die seit dem freigewählten Grenzänderungsvertrag von 1967 und den Weisungen des NDS Landtages wie Ronnenberg-Gesetz und dem erzwungenem Anschluss von Ihme-Roloven keine oder allenfalls historische Grenzen markieren und sie erinnern zum anderen an die ehemalige Eigenständigkeit dieser sieben Gemeinden,
Benthe, Empelde, Ihme-Roloven, Linderte, Ronnenberg, Weetzen, Vörie
die in der neuen Großgemeinde Ronnenberg aufgegangen sind.

► und wir begeben uns dann in die Gegenwart

☺ Nach dem vorher gesagten beschränke ich mich darauf, den Text der Inschrift Tafel zu zitieren:
Den Bürgern des heutigen Stadtteiles Ronnenberg ist es wichtig mit diesem Stelen-Denkmal deutlich zu machen, dass der Stadtteil Ronnenberg den geographischen, historischen und kirchlichen Mittelpunkt der Stadt Ronnenberg kennzeichnet.
Jede einzelne Stele stellt mit seinem Wappen einen der sieben Stadtteile dar. Ebenso sind die Wappen der Partnerstädte angebracht.
Diese Stelen wurden anlässlich des 85 jährigen Bestehens des Heimatbundes Gruppe Ronnenberg in 2013 gespendet und mit Hilfe weiterer Spender aufgestellt.

Karl-Fr. Seemann
im Oktober 2013
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