SoVD besichtigte das Neue Rathaus in Hannover

  35 Mitglieder der Wandergruppe des SoVD OV Ronnenberg konnte Hans Mentner auf dem Ronnenberger Bahnhof begrüßen, die mit ihm mit der S-Bahn bis zum Fischerhof fuhren und dann in die Buslinie 200 umstiegen. Ihr Ziel war das Neue Rathaus in Hannover. Dort erwartete uns bereits Herr Böhmer vom Besucherdienst zu einer Führung. Bevor er uns die vier Stadtmodelle in der Halle im Einzelnen erläuterte, beschrieb er kurz die wichtigsten Daten des Rathauses. Da das riesige Gebäude in der Leinemasch geplant war, also im Überschwemmungsgebiet der Leine, wurde es auf 6026 Buchenpfählen gegründet, wobei der erste Pfahl 1901eingerammt wurde. Bei diesem Komplex handelt es sich um einen späthistorischen Bau in der Art eines Barockschlosses, wobei viele Details meist in Neorenaissance ausgeführt wurden. Der Rohbau wurde 1905 beendet, Kuppel und Türme 1908. Der Innenausbau wurde im gemäßigten Jugendstil (Freitreppe, usw.) ausgeführt. Die Kosten betrugen insgesamt 12 Millionen Goldmark. Am 12. Juni 1913 wurde das Rathaus in Gegenwart von Wilhelm II. eingeweiht, wobei Stadtdirektor Heinrich Tramm stolz dem Kaiser gesagt haben soll, „Alles bar bezahlt, Majestät“. Die Attraktion war jedoch der bisher einzige Schrägaufzug der Welt zur Kuppel in fast 100m Höhe. Herr Böhmer erläuterte dann die einzelnen Stadtmodelle. Das älteste von 1689 zeigt noch das befestigte Hannover mit Stadtmauern und Wehrtürmen, aber schon verbunden mit der Calenberger Neustadt. Nach der Reformation bekannten sich die Bürger am 26. Juni 1533 zum Protestantismus. Danach wohnten innerhalb der Stadt nur Bürger mit dem lutherischen Glauben. Alle Andersgläubige mussten in die Calenberger Neustadt ziehen. So sind dann später auch die reformierte Kirche, die St. Clemenskirche sowie die Synagoge gebaut worden. Das zweite Modell zeigt die Innenstadt von 1939 vor dem 2. Weltkrieg. Erschüttert ist man beim Anblick des Modells von 1945, das das Ausmaß der Zerstörung durch die alliierten Luftangriffe zeigt, dabei ist die Innenstadt zu 90 Prozent dem Erdboden gleichgemacht worden.
Das vierte Modell zeigt die Gegenwart und wird stets auf dem neuesten Stand gebracht. Hier ist vor allem die Handschrift von Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht zu erkennen, der nach dem Krieg die Chance nutzte, auf den zerstörten Flächen weitsichtig den inneren und äußeren Stadtring zu bauen und die Innenstadt neu zu ordnen. Von den mehr oder weniger zerstörten Kirchen ist nur die Aegidienkirche nicht mehr aufgebaut worden. Sie dient heute als eindrucksvolle Gedächtnisstätte für die Opfer von Krieg und Gewalt. Jedes Jahr wird dort am 6. August die Friedensglocke der Partnerstadt Hiroshima angeschlagen zur Erinnerung an den ersten Atombombenabwurf.
Da der Ratssaal z. Z. wegen Bauarbeiten nicht betreten werden konnte, war nur noch der Hodlersaal zu besichtigen. Er ist nach dem schweizer Maler benannt, der das Monumentalgemälde „Einigkeit“ geschaffen hat, das den Schwur der hannoverschen Bürger für die Reformation darstellt. Ursprünglich war er als Sitzungssaal für die städtischen Kollegien vorgesehen. Heute tagen in ihm die Fraktionen und die Ausschüsse des Rates. Damit war für uns der offizielle Teil beendet. Anschließend fuhren aber noch alle mit dem Schrägaufzug zur Kuppel, wo die vier Plattformen bei sonnigem aber sehr windigem Wetter einen herrlichen Ausblick über das gesamte Stadtgebiet ermöglichten. Sogar den Brocken konnte man im Hintergrund schwach erkennen. Zum Abschluss saßen wir gemütlich zusammen im Gartensaal bei Kaffee und Kuchen und genossen den herrlichen Blick auf den Maschpark. Alle Teilnehmer schwärmten von diesem schönen und interessanten Nachmittag.
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