Recken im Regen

  Das Gewitter in der ersten Nacht hatte noch dazu gedient, die Einsatzbereitschaft der Betreuer zu testen. Bereits beim ersten Donnergrollen gegen 03.00 Uhr standen die Betreuer unaufgefordert dem Lagerleiter bei der Nachtwache zur Seite und demonstrierten damit das, was gute Feuerwehrleute ausmacht. Da alle Teilnehmer ruhig geblieben waren, konnte diese Aktion gleichsam als Übung betrachtet werden.
Am heutigen Montag war es dann weniger das Gewitter, als die Wassermassen, die den Vormittag prägten. Das Waldspiel "Capture the flag" musste verschoben werden und die Aktivitäten wurden in die Zelte verlegt. Basteln, Gesellschaftsspiele und Karaoke standen somit im Vordergrund während die Betreuer damit beschäftigt waren, einen neuen Pavillon aufzustellen und Dachrinnen an die Zeltplanen zu bauen. Nur wenige Teilnehmer, die den Niederschlag faul als erste Dusche der Woche nutzen wollten, mussten vom Lagerplatz eingefangen werden.
Am Nachmittag hatte dann die Sonne (wenigstens vorerst) das Duell der Elemente gewonnen. Jetzt wurde es den Betreuern leicht gemacht, die Teilnehmerwünsche zu erraten, indem sehr auffällig mit Badekleidung vor dem Essenszelt flaniert wurde. Und natürlich wurde dem Ansinnen stattgegeben und umgehend eine Badeaufsicht eingerichtet.
Das Abendessen schmeckte nach der Abkühlung im Parksee gleich doppelt so gut. Kommunikation und Konzentration wurden später am Abend noch gefordert. Der Höhepunkt des Abends stand auf dem Programm: "Schlag die Betreuer". Nach dem Sieg der Betreuer im letzten Jahr, waren die Teilnehmer gewillt, diese Schmach auszumerzen; 23 von Ihnen waren so motiviert, gegen die Betreuer anzutreten.
Die Spielleiter Christopher Buchler und Matthias Düsterwald hatten sich für eine Mischung aus geistigen und sportlichen, aus Innen- und Außenspielen entschieden. Beim Käseschneiden und Buchstabenzählen konnten die Betreuer schon gewaltig vorlegen und auch ein Sieg beim Flaschenschieben konnte den Rückstand der Teilnehmer kaum wettmachen. Auch bei Frisbee-Golf, Baseball-Zielschlagen und Indiaca siegte die Routine gegen jugendliche Frische. Eierfangen und Papierflieger-Weitfliegen brachten dann allerdings die Wende für die Teilnehmer, die mit einem langen Atem Stefan Raab-Qualitäten an den Tag legten. Und dass Weingummi-mit-dem-Mund-Fangen naturgemäß den Heranwachsenden näher liegt, war keine Überraschung mehr. Doch die Betreuer hatten noch einen Trump im Ärmel: Küchenchef Christian Haberstroh hatte sich während der Spiele in seinen Arbeitsbereich zurückgezogen und konnte quasi aus dem Nichts den Sieg beim Crossgolfen einfahren. Somit war die Saat für den großen Showdown gelegt - das Becherrutschen musste als letztes Spiel die Entscheidung bringen. Ein cooler und abgezockter Jonas Gutzeit schubste den Becher bis an den Tischrand und die Zeltplane schien kurzzeitig vom Jubel der Teilnehmer über den heutigen Sieg abzuheben.
Kleiner Trost für die Betreuer - besser gelaunte Jugendfeuerwehrleute kann man kaum ins Bett schicken. Und noch einige Zeit nach Beginn der Nachtruhe erklang die Abwandlung eines wohlbekannten Gesangs über den Zeltplatz: " So geh'n die Kinder, die Kinder die geh'n so...!"
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Calenberger Zeitung | Erschienen am 04.09.2014
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