Bürger kündigen Demonstration für Landrat Michael Adam an

Auf der Facebook-Seite "Wir sind Landrat und stehen hinter Michael Adam" haben sich die Bürger und Anhänger des Landrats versammelt. Sie wollen, dass die Hetzjagd ein Ende nimmt. (Foto: Screenshot von facebook.com/wirsindlandrat)

Der niederbayerische Landrat Michael Adam steht im Schussfeuer der Presse. Auslöser sind pikante Details einer Affäre, die seit Sonntag die Runde machen. Doch während alles darauf hindeutet, als wolle man den 28-Jährigen zum Rücktritt bewegen, gehen die Bürger auf die Barrikaden. „Wir sind Landrat und stehen hinter Michael Adam“, verkündet eine neu gegründete Facebook-Seite im sozialen Netzwerk. Für Freitag ist eine Demonstration in der Stadt Regen geplant.

„Sex im Amt“ verkündete die BILD-Zeitung am Sonntag und schmückte die reißerische Überschrift mit einem Bild von Michael Adam. Der niederbayerische Landrat ist für viele längst kein unbekanntes Gesicht mehr. Schlagzeilen machte er bereits 2008 als jüngster bayerische Bürgermeister. Im Jahr 2011 wurde er zum jüngsten Landrat Deutschlands in der Stadt Regen gewählt. Dabei passt Adam nicht zwingend in das Bild, das viele von der ländlichen Gegend Bayerns haben. Unter der großen Dominanz von CSU/CDU hat sich in Niederbayern ausgerechnet ein homosexueller SPD-Politiker durchgesetzt. Soll ihm das jetzt zum Verhängnis werden?

Adam steht zu seinem Fehler

Zahlreiche Zeitungen berichten von Michael Adams Affäre mit einem jungen Mann, wobei es auch im Büro zu „Begegnungen“ kam, wie der Landrat selbst in seiner Stellungnahme schreibt. Genau heißt es dort: „Ja, es ist richtig, dass ich eine Affäre mit einem jungen Mann hatte und es ist auch richtig, dass es auch in meinem Büro zu Begegnungen kam. Beides bedauere ich sehr. Beides hat aber nichts mit meinen Amtsaufgaben zu tun und beides ist moralisch möglicherweise verwerflich aber nicht strafbar. Es war in moralischer Hinsicht ein Fehler von mir, dass ich private Treffen in meinem Büro abgehalten habe. Rechtlich zu beanstanden ist dies in keinster Weise.“ Die Zeilen, die er auf seinem Facebook-Profil veröffentlicht hat, wurden mittlerweile samt Profil gelöscht. Und diese Löschung hat die Bürger und Anhänger von Adam wachgerüttelt.

Bürger kämpfen für ihren Landrat

Wer die Diskussion verfolgt hat, die sich seit Sonntag wie ein Lauffeuer in sozialen Netzwerken und ganz Deutschland ausbreitet, landet irgendwann bei dieser Frage: Wo ist der Skandal im Skandal? Die Bürger stehen hinter ihrem Landrat. In zahlreichen Radio-Umfragen beteuert der Großteil von ihnen, dass sie nicht schlimm finden, was Adam „verbrochen“ hat. Einen ähnlichen Ton schlugen die Kommentare auf dem Facebook-Profil des 28-Jährigen an und finden sich noch immer unter Artikeln über die Vorwürfe gegen Adam. Die „Waidler“, die ihn gewählt haben, stehen noch immer hinter ihm und schließen sich jetzt im Web zusammen, nachdem sich ihr Landrat unter der Kritik zurückgezogen hat. Die Facebook-Seite „Wir sind Landrat und stehen hinter Michael Adam“ konnte in weniger als einem Tag über 2.000 Anhänger versammeln. Ähnliche Zahlen finden sich auf der Seite "Gegen die Hetzjagd auf Michael Adam - Politiker und Mensch", die einen Tag früher gegründet wurde. Doch es soll nicht nur beim einfachen „Gefällt mir“ bleiben: Für Freitag, den 22. November 2013 ist um 19 Uhr eine Demonstration auf dem Stadtplatz in Regen geplant. Das Motto: „Pro-Landrat“. Damit soll nicht nur Unterstützung ausgedrückt, sondern auch verhindert werden, dass Adam nach einem Rücktritt aus den sozialen Medien auch einen Rücktritt als Landrat anstrebt.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
54.295
Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 19.11.2013 | 17:20  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.