Der Recklinghäuser Koloss

In diesem Jahr sollen die Recklinghäuser „Arcaden“ fertig gestellt und eröffnet werden. Es ist die in ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht größte Fehlplanung der Stadt. Begrüßt von offizieller Seite und der stets erbötigen Presse, begleitet von Bedenken und Existenzangst des heimischen Einzelhandels, abgelehnt und scharf kritisiert von großen Teilen der Bürgerschaft – kurz: umstritten von Anfang an ist dieser Koloss, der die Altstadt erdrückt. Ein Fremdkörper.

Zu der in vielen Leserbriefen geäußerten Kritik gibt es nur noch ein paar Punkte, die bisher nicht oder kaum beachtet worden sind:
1. Das neue Einkaufszentrum wird auch Recklinghausen zu einem Mekka des Konsumtourismus machen.
2. Noch mehr Autos werden in die bereits durch Feinstaub und Abgase belastete Innenstadt fahren und z. T. die neuen rund 800 Parkplätze in den Arcaden aufsuchen. *
3. Die Kaufkraft der Nachbarstädte wird abschöpft werden. Ihnen werden Steuereinnahmen entgehen, ihre Wirtschaft wird geschwächt.

Der überdimensionale Neubau ist so weit fortgeschritten, dass die Arcaden nicht mehr verhindert werden können.

Ein rücksichtsloser Konkurrenzkampf ist bereits im Gange. Verlierer sind schon jetzt die ehemaligen alteingesessenen Kaufleute der Altstadt, in deren einstigen Läden heute lauter Discounterramsch angepriesen wird. Handelskonzerne aus dem alten Löhrhof, die in der Innenstadt Ausweichquartiere bezogen haben, werden in die Arcaden umziehen und weitere Leerstände hinterlassen.

Dieser ruinöse Konkurrenzkampf der Städte beschleunigt den Niedergang ihrer Kultur und schadet den Menschen, die darin wohnen. Wo das sozialdarwinistische Prinzip des Kapitalismus` vorherrscht, können sie nicht lernen, solidarisch miteinander umzugehen.
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* => http://zeitfragen.blog.de/2008/12/14/autos-ab-inne...
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