Erinnerung an verfemte Autoren

Engagierte Recklinghäuser Bürger lesen Texte von Autoren, deren Bücher von den Nationalsozialisten verbrannt wurden.
Am Montag, den 14. Juli fand zum sechsten Mal die Gedenkveranstaltung „Lesen gegen das Vergessen“ der gleichnamigen Initiative statt. Aufgrund der Wettervorhersage wich man kurzfristig in die Süder Stadtbücherei aus. Dort lauschten ca. 40 Zuhörer der Veranstaltung, die an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten vom 14. Juli 1933 auf dem heutigen Neumarkt erinnerte.
Zu Beginn des Gedenkens las Erich Burmeister Texte aus der Recklinghäuser Zeitung von 1933 über verbotene Autoren und deren verbrannte Bücher. Anschließend zitierte er mit Dr. Asli Nau (den Organisatoren der Gedenkveranstaltung) die Rufer der Berliner Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933. Dies erfolgte abwechselnd mit Texten von Autoren, deren Bücher verbrannt wurden, die mehrere engagierte Recklinghäuser Bürger – u. a. Mitglieder politischer Parteien und Gewerkschaften –, lasen. Diese beispielhaften Texte – Gedichte, Auszüge aus Romanen und Sachbüchern – stammten von Heinrich Heine, Mascha Kaléko, Erich Kästner, Karl Kraus, Karl Kautsky, Else Lasker-Schüler, Karl Marx, Erich Mühsam, Joachim Ringelnatz, Heinrich Vogeler und Frank Wedekind. Zum Abschluss las Erich Burmeister den Bericht der Recklinghäuser Zeitung von 15. Juli 1933 über die Bücherverbrennung in der eigenen Stadt.

Die Initiative „Lesen gegen das Vergessen“ setzt sich für einen Themenraum ein, der sich mit den von den Nationalsozialisten verbotenen Autoren, deren Bücher verbrannt wurden, befasst. Dieser Raum soll sich geplanten Haus der Bildung (dem ehemaligen Efeuhaus) in der Näher des Ortes der Recklinghäuser Bücherverbrennung befinden.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 16.07.2014 | 15:55  
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