Ausflug nach unten und oben

Unsere Gruppe: Günther Eschrich, Ewald Zmarsly, Martin Engelkamp, Kordula Hell und Ulrich Spoden vor einer Kohlelore (Foto: Horst Wolgast)
 
Auf der Tafel werden die beiden Gruppen, die das Trainingsbergwerk Hochlarmark besichtigen, herzlich begrüßt.
Am 16. August machte das Fachforum Nachhaltige Stadtentwicklung der Lokalen Agenda 21 Recklinghausen einen Ausflug. Dabei werden traditionell gemütliches Beisammensein mit Informationen verbunden. Zuerst ging es nach unten, denn auf Vorschlag von Ulrich Spoden wurde das Trainingsbergwerk der RAG in Hochlarmark besichtigt. Unsere Gruppe wurde – wie es im Bergbau üblich ist – traditionell mit „Glück auf“ begrüßt. Nachdem wir einen Film über den Steinkohlenbergbau in Deutschland sahen, fuhren wir zwar nicht mit dem Förderkorb ein, sondern gingen in die Halde Hoheward, die sich auf Recklinghäuser und Hertener Gebiet befindet. Frank Nettelmann und Horst Wolgast leiteten die interessante Führung humorvoll. Im Gegensatz zum Deutschen Bergbaumuseum in Bochum sind im Trainingsbergwerk Hochlarmark die neuesten Maschinen aufgebaut und werden eingesetzt. An ihnen lernen die Bergmechaniker und andere Berufe des Bergbaus. Der deutsche Bergbau ist High-tech pur, die geringe Zahl der Opfer dokumentieren dies seit Jahrzehnten. Das führt dazu, dass die Produkte der deutschen Bergbauzulieferer weltweit gefragt sind. Doch hat dies auch seine Schattenseite, denn den – aufgrund der damit verbundenen hohen Kosten – subventionierten Steinkohlenbergbau wird es 2018 in Deutschland nicht mehr geben. Obwohl wir die Bergbaumaschinen in Aktion sahen und auch hörten, war es doch weit angenehmer als in einem Bergwerk, denn die Temperatur und Luftfeuchtigkeit waren erträglich.

Nach ca. drei Stunden ging es nach oben, auf die benachbarte Halde Hoheward. Hier informierte Wolfgang Bischof (Mitglied des Fördervereins „Freunde der Volkssternwarte Recklinghausen e. V.“ und des Arbeitskreises Horizontastronomie) uns über die Möglichkeiten der astronomischen Beobachtungen mit Hilfe des Horizontobservatoriums und Obelisken auf den beiden Plateaus der genannten Halde. Zunächst ging es in die Nähe der beiden Bögen, die das Wahrzeichen der Halde sind. Der Meridianbogen – seine Ebene steht senkrecht – teilt den Himmel in eine Vor- und Nachmittagshälfte. Der schräg eingelagerte Äquatorbogen liegt parallel zur Äquatorebene der Erde, daher teilt er die Erde in eine Nord- und Südhälfte. Für wichtige astronomische Tage, z. B. die Äquinoktien (Tag-Nacht-Gleichen) gibt es Markierungen. Außerdem kann der Polarstern angepeilt werden. Der Obelisk ist ein Zeiger einer Sonnenuhr, der die wahre Ortszeit anzeigt. Am Boden befindliche Linien geben den Verlauf des Schattens innerhalb eines Jahres wieder. De am Boden befindlichen Stundenlinien verlaufen am Ort der zeitlichen Stille zusammen. Von ihm aus sieht man die auf dem Obelisk befindliche Kugel, die den Polarstern verdeckt, im Himmelspol. Um ihn drehen sie die Sterne im laufe eines Jahres. Stellt man sich auf die andere Seite, so kann man eine künstliche Sonnenfinsternis erleben, da dieKugel die Sonne vollständig bedeckt. Dies sind nur wenige astronomische Aussagen, die man durch das Horizontobservatorium und den Obelisken erfahren kann.

Kaum dass wir nach dem Abstieg im benachbarten Lokal „Am Handweiser" einkehrten, begann es zu regnen. Als es später wieder sonnig war, machten wir uns nach einem interessanten und unterhaltsamen Ausflug auf den Heimweg.
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