Todgesagte leben länger: Das drohende Aus in den Qualifikationsspielen zu den Play-Offs der Deutschen Wasserball-Liga hat der OSC Potsdam am Wochenende beim SSV Esslingen nicht nur abgewendet, sondern hat nun selbst „Matchball“ in der „Best-of-Five-Serie“. Nach der unglücklichen 7:8-Auftaktniederlage im heimischen Brauhausberg-Bad am Mittwoch gewannen die Jungs von Trainer André Laube im Stuttgarter Inselbad am Sonnabend 10:9 (4:3, 3:2, 2:2, 1:2) und tags darauf 7:6 (1:4, 1:1, 3:0, 2:1). „Eine unglaubliche Energieleistung meines Teams“, so Laube begeistert. „Mit dem Rücken an der Wand haben wir auswärts die passende Antwort auf die Heimniederlage gegeben.“
Besondere Wertigkeit erfährt dieser Doppelsieg bei Blick auf die anderen Ausscheidungsduelle. Dort gewannen die Vertreter der DWL-B-Gruppe WUM Magdeburg (gegen Bayer Uerdingen), Duisburger SV 98 (gegen SV Weiden) und SV Cannstatt (gegen SV Würzburg) das Auftaktmatch, unterlagen aber jeweils auswärts in beiden Partien und liegen nun mit 1:2 in Rückstand.
„Nach diesen Erfolgen haben wir nicht vor, noch einmal nach Stuttgart zu fahren“, so Potsdams Mannschaftskapitän Jacob Drachenberg. „Vor unserem Publikum wollen wir nun unbedingt gewinnen.“ Am Sonnabend (17 Uhr Anpfiff) haben die Laube-Schützlinge die Chance, die Erfolgsgeschichte der OSC-Wasserballer weiterzuschreiben und in die A-Gruppe der DWL aufzusteigen.
Mutig spielten die Havelstädter in der Anfangsphase des Samstag-Spiels nach vorn. Tobias Lentz (2), Hannes Schulz und Matteo Dufour erzielten die Treffer zur 4:3-Führung im ersten Viertel. Im zweiten Durchgang erhöhte der später zum „Spieler des Tages“ gewählte Lentz auf 5:3, Nationalspieler Schulz auf 6:3. Nach einem weiteren Schulz-Treffer wurden bei 7:5 die Seiten gewechselt. Nach der Pause markierte zunächst Lasse Noerbaek das 8:5. „Danach haben wir nach vorn zu wenig getan“, bemängelte Laube. Der Gastgeber kam zum 8:7-Anschluss, doch Dufour erzielte vorm letzten Durchgang per Strafwurf das 9:7. Der Italiener erhöhte im Schlussviertel in Überzahl auf 10:7, die Hausherren kämpften allerdings weiter, kamen über den 10:9-Endstand jedoch nicht hinaus.
Am Sonntag ein ganz anderes Bild: Die Esslinger bestimmten das erste Viertel, ließen sich auch durch das 1:0 Dufours nicht verunsichern und erzielten vier Treffer in Folge zum 1:4. Markige Worte fand Laube in der Viertelpause und diese schienen zu fruchten. Zumindest defensiv stand der OSC nun besser und fing sich im zweiten Abschnitt lediglich einen Treffer ein, vorn konnte sich aber nur Artur Tchigir zum zwischenzeitlichen 2:4 durchsetzen. Im dritten Viertel klappte es nun auch offensiv. Die Treffer von Schulz (2) und Lentz sorgten für den 5:5-Ausgleich. Tchigir und Dufour erhöhten im letzten Durchgang auf 7:5. Der SSV erzielte seinen einzigen Treffer in der zweiten Halbzeit zum 7:6. Drei weitere hochkarätige Möglichkeiten vereitelte der „Spieler des Tages“ André Koschmieder im OSC-Kasten.
Potsdam: André Koschmieder, Andreas Ehrl, Artur Tchigir (2), Stefan Frank, Jacob Drachenberg, Christopher Vang, Philip Uhlig, Tobias Lentz (4), Matteo Dufour (5), Hannes Schulz (5), Marc Langer, Axel Krzenciessa, Lasse Noerbaek (1), Christoph Schmidt









