Die Machata-Sperre ist die Kapitulation des BSD vor der eigenen Verantwortung

Ex-Weltmeister Manuel Machata. (Foto: Gerhard Pohl)
Sie gewinnt immer mehr an sportpolitischer Brisanz, die durch den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) am Montag (03.03.) verhängte einjährige Wettkampfsperre für den Ex-Weltmeister Manuel Machata.

Diese in keiner Weise gerechtfertigte Entscheidung des Verbandes hat innerhalb kürzester Zeit eine Welle der Entrüstung in Potsdam, dem Land Brandenburg und ganz Deutschland ausgelöst. Der Bobpilot des SC Potsdam erklärte heute gegenüber dem Sender ‚Antenne Brandenburg‘ u.a., dass er mit dieser Maßnahme um die sportliche- und berufliche Existenz gebracht wird. Die Sportförderung und der Kaderstatus entfallen, Sponsoren ziehen sich zurück und die Anschieber haben keinen Piloten. Des Weiteren hätte er dann ein Jahr keine Wettkämpfe. Ihn als Verräter hinzustellen, ist nicht nachvollziehbar und hart, zumal man bisher alles für Deutschland gegeben hat.

Worum geht es eigentlich:

Manuel Machata - Viererbob-Weltmeister von 2011, war vom Schweizer Eigentümer und Hersteller der Kufen Pius Meyerhans, vertraglich verpflichtet worden, seine Leih-Kufen an den Russen Alexander Zubkow weiterzugeben, sollte er selbst nicht in Sotschi starten.

Fakt ist aber, dass Machata in Bezug auf die Kufenproblematik einen normalen, privatrechtlichen Vertrag mit Dritten geschlossen hatte, der natürlich nicht gegen die BSD-Satzung, die Athletenvereinbarung des BSD oder gegen sonstiges Recht verstoßen hat!

LSB-Präsident Wolfgang Neubert

Der LSB-Präsident von Brandenburg Wolfgang Neubert erklärte in einer Pressemitteilung, „Nach jetzigem Erkenntnisstand hat Machata gegen keine Bestimmungen oder Vereinbarungen verstoßen, die eine solche Maßregelung rechtfertigen. Wir haben Verständnis für die Enttäuschung des Verbandes über das Abschneiden bei den Winterspielen in Sotschi, erwarten aber dennoch ein sachliches und korrektes Vorgehen und keinen Aktionismus“.

Große Unterstützung erhielt der Bobpilot aus den eigenen Reihen.

Rekordweltmeisterin Sandra Kiriasis sprach u.a. von einem ‚Bauernopfer‘, was nach dem historischen Olympiadebakel von den eigentlichen Problemen im deutschen Bobteam ablenken sollte. „Das was sie mit Manuel machen, finde ich beschämend und fast schon lächerlich. Das ist ein Ablenkungsmanöver, und es macht den Eindruck, als ob er ein Bauernopfer ist“. Übrigens ist Kiriasis mit ausländischen Kufen in den Wettkampf von Sotschi gegangen und damit beste Deutsche geworden.

Verein steht hinter Manuel Machata

Auch der Verein sowie der Bob- und Schlittenverband Brandenburg stellt sich hinter den Piloten. In einer Erklärung heist es u.a., „Diese derart willkürliche Bestrafung entbehrt jeder Grundlage. Das Verhalten von Manuel Machata war und ist in keinerlei Weise rechtswidrig und kann daher logischerweise auch nicht bestraft werden. Hier soll Machata als Bauernopfer für die jüngsten Misserfolge des BSD und für interne Querelen innerhalb des Verbandes herhalten“.

Sotschi war die "Krönung" von Langens Arbeit

Das es im Bereich Bob seit der Führung von Cheftrainer Christoph Langen erhebliche Führungsprobleme gibt, ist nicht unbekannt. Die „Krönung“ seiner Arbeit waren die erreichten Ergebnisse von Sotschi 2014. Wolfgang Hoppe äußerte hierzu, dass die erfolgreiche Arbeit des Vorgängers von Langen, Raimund Bethge, am Boden liegt. Dem ist nichts hinzu zu fügen.

Nur eines, dieser bestehende Konflikt soll doch nicht auf dem Rücken der Athleten/-innen ausgetragen werden, die haben schon genug mit dieser Last ihrer Ergebnisse zu tragen. Und Ergebnisse unter den zehn Besten bei Olympia, auch das muss erstmal erreicht werden!

Der "Machata-Deal“ kam im richtigen Moment..

Da kam offensichtlich der Machata-Deal mit Subkow, welcher eigentlich keiner war und einer privatrechtlichen vertraglichen Reglung entsprach, dem BSD im richtigen Moment in die Hände. Hier konnte man so schön von den eigen hausgemachten Problemen ablenken, die ja bereits zum Saisonbeginn unübersehbar waren. Besser und ehrlicher wäre es gewesen, wenn die Verantwortlichen im BSD zur eigen Arbeit Stellung genommen und sich vor ihre Sportler gestellt hätten. Lieber schütten sie alle auffindbaren Eimer und Behältnisse über sie aus – ein ganz schlechter Stil.

Einer der jetzt alles abbekommt, ist MACHATA. Zum Glück hat er ein breites Kreuz, ist aber auch nur ein Mensch, ein Sportler mit Gefühlen …. Das er rechtlich gegen diese unsinnige Entscheidung gegen den BSD vorgehen will, ist nachvollziehbar und richtig. Er ist ein mündiger Athlet und keine BSD-Marionette.
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