Senf als Heilmittel

Potsdam: Senfelfen | Senf als Heilmittel


Die Geschichte des Senfs als Heilmittel ist so vielseitig, dass wir ihr hier eine eigene Seite widmen wollen.

Das Senfkorn ist der Samen einer wilden Kohlart. Die Pflanze gehört zu den Korbblütlern. Diesem Korn wurden bereits im Mittelalter sowohl heilende als auch magische Kräfte zugesprochen. Die Römer setzten Senf ein, um Läuse, Haarausfall uns Schlangenbisse zu bekämpfen. Und mit dem Rauch der verbrannten Blätter der Senfpflanze wurden angeblich sogar Schlangen vertrieben. Der griechische Arzt Pedanios Dioskurides behandelte mit Senf schon im ersten Jahrhundert Hysterie, Schlangenbisse und Beulenpest.

Schon Hippokrates erkannte, das Senfkorn ist ein großer medizinischer innerer Reiniger. Ähnlich beschrieb es auch der griechische Arzt Pedanios Dioskurides in seiner „materia medica“. Im Mittelalter wurde hierzulande Senf von Apothekern als Heilmittel für die Verdauungsorgane verkauft. Tatsächlich wirkt Senf positiv auf die Darmmotorik, wie 1967 am Max-Planck-Institut für Ernährungsphysiologie festgestellt wurde. Verantwortlich für die verdauungsfördernde Wirkung von Senf sind die ätherischen Öle. Diese regen nämlich den Speichelfluss und die Magensaftproduktion an. Darüber hinaus wird vermutet, dass die im Senf enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe im Darmtrakt antimikrobielle und krebsvorbeugende Wirkung haben.

Wie der römische Dichter Plinius später beschreibt, sollen drei Blätter der weißen Senfpflanze, wenn man sie mit der linken Hand pflückt und mit etwas Honigwasser einnimmt, die Liebeskraft verstärken.

Seit dem ersten Jahrhundert ist bekannt, dass man die Senfkörner zermahlen, mit Öl mischen uns sich mit der Paste einreiben kann, was noch heute als Senfpflaster gegen Rheumatische Beschwerden eingesetzt wird.

Auch bei kalten Füßen und Kreislaufstörungen kann Senf wahre Wunder wirken. Ein Fußbad, bestehend aus 5 Liter Wasser und 50g Senfmehl behebt das Problem.

Die medizinische Forschung hat aber herausgefunden, dass Senf nicht nur die Produktion von Verdauungssekreten im Magen und Darm günstig beeinflusst und die Darmbewegungen anregt, sondern dass er auch auf den Blutdruck regulierend einwirkt. Außerdem hat er antibakterielle Eigenschaften, er wirkt also entzündungshemmend.

Senfpflaster oder Senfwickel sind auch bei Gelenkschmerzen hilfreich, wenn man einen Brei aus Senfmehl und warmen Wasser auf die betroffenen Stellen aufträgt und mit einem Tuch abdeckt. Bei Augen- und Ohrenschmerzen kann man diesen Wickel im Nacken auftragen und gegen Bronchialkatarrh hilft er auf der Brust. Diese Auflage lässt man solange liegen, wie die Wärme gut tut. Wenn die Haut sich dabei leicht rötet, ist das lediglich ein Zeichen der Wirkung. Das ätherische Öl im Senf entfaltet seine Wirkung erst richtig, wenn es mit Wasser reagiert. Nach einer solchen Wickelkur sollte die Haut mit warmem Wasser von Senfresten befreit werden und weiter warm gehalten werden.
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Atana N. aus Schönaich am 01.07.2013 um 17:00 Uhr  
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