SPD lud zur Besichtigung des Containerdorfes ein

Schon 143 Flüchtlinge am Lerchensteig

Bis zu 200 Asylbewerber können im Containerdorf am Lerchensteig unterkommen. Der SPD-Ortsverein Mitte/Nord lud zu einer öffentlichen Mitgliederversammlung ins Heim. Nach der Besichtigung konnten Bürger Fragen stellen. Für ein Problem von AWO-Vorsitzender Angela Basekow hatte ein SPD-Mitglied noch am selben Abend eine Lösung parat.

Potsdam.
Der große weiße Container, der sich im schon dunklen Lerchensteig hell abhebt, ist noch unbewohnt. Auch innen ist er hell eingerichtet, dabei zweckmäßig: In jedem der drei Zimmer stehen zwei Betten, die Schränke müssen noch geliefert werden. Außerdem gibt es in dem Wohnkomplex eine Küche, zwei WCs und einen Duschraum. Bei einer öffentlichen Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins hatten Interessierte am Donnerstagabend die Möglichkeit, einen der für Flüchtlinge bereitgestellten Wohncontainer von innen zu besichtigen. Anastasia Batuyeva, Leiterin im Bereich Asyl der AWO, erklärte die Zusammensetzung innerhalb der Wohneinheiten: „Wir achten schon darauf, dass die Leute aus einem Land stammen, dieselbe Sprache und Religion haben“, sagte die junge Frau.
Die Menschen brauchen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung

„Und hier soll ein Kinderspielplatz entstehen“, sagte Angela Basekow auf dem Rückweg zum Café. Die Geschäftsführerin des Potsdamer AWO Bezirksverbandes sorgt gemeinsam mit ihrem Team für reibungslose Abläufe auf dem 10 000 Quadratmeter großen Areal. Anschließend hatten die Anwesenden Zeit, die AWO-Mitarbeiter zu befragen. Wie viele Besen gibt es pro Wohneinheit? Wie kann man helfen? Die Potsdamer hatten viele Fragen. Daniel Keller von der SPD Babelsberg schlug vor, Flüchtlingskinder in Sportvereinen mittrainieren zu lassen – etwa beim SV Motor Babelsberger, wo der Student Vorsitzender ist. Schon im Vorfeld hatte SPD- Ortsvereinsvorsitzender Norbert Wiemann angekündigt: „Wir wollen wissen, wo der Schuh drückt.“ Basekow wünscht sich vor allem mehr Freizeitgestaltungsmöglichkeiten. Gefragt nach Spendenmöglichkeiten, stellte sie klar: „Wir können immer alles gebrauchen.“ Insbesondere freut sich das AWO-Team über Personen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen – etwa Flüchtlinge bei Amtsgängen begleiten. SPD-Mitglied Uwe Adler aus Bornstedt stellte das von ihm initiierte Projekt der Fahrradwerkstatt vor. Die Asylsuchenden aus dem Lerchensteig können dort die Reparatur von Fahrrädern lernen. Losradeln dürfen die Flüchtlinge aber noch nicht: „In manchen Ländern gibt es andere oder gar keine Verkehrsregeln“, sagte Basekow. Daher wurde noch nach geeigneten Verkehrserziehern gesucht. Für dieses Problem hatte Mike Schubert, Vorsitzender der SPD-Fraktion der Landeshauptstadt Potsdam eine Lösung: Er stellte noch am selben Abend einen Kontakt zur Verkehrswacht Potsdam her.
Die Maximalkapazität beträgt 200 Personen

143 Leute leben zurzeit im Flüchtlingsheim am Lerchensteig, die Maximalkapazität der Wohnanlage beträgt 200 Personen. Menschen aus Syrien, den Balkanstaaten, Eritrea, Tschad oder Kamerun, darunter auch 28 Kinder. In den nächsten Tagen werden weitere Personen erwartet – einen „Transfer“ nennen es Basekow und ihre Kollegen. Spätestens am Dienstag wird auch der leere Container mit Leben gefüllt.

Von Anne-Kathrin Fischer
(MAZ)
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