Der "Vertrag mit dem Leben", und wie ich Kinesiologie kennenlernen durfte
Der Mensch besitzt ein Potential zur Wiederherstellung durch die ihm innewohnende innere Intelligenz des Organismus. George. J. Goodheart
Kinesiologie - irgendwo hatte ich irgendwann mal davon gehört. Da gab es diesen Muskeltest: Dinge oder Gedanken, die dem Körper nicht gut tun, verändern die Muskelspannung, was sich wiederum in einem speziellen (Muskel)Test aufzeigen lässt.
Wie ich in einem Einführungsseminar von Christian Vogt und Christiane Wolfes erfahren durfte, ist Kinesiologie jedoch mehr, viel mehr. Es geht zum Beispiel um das Aufspüren und Ablösen alter, sich im Laufe der Jahre verselbstständigter Verhaltensmuster. Irgendwann in früher Kindheit in einer bestimmten Situation erlernt und in dieser auch durchaus sinnvoll, wurden sie "vergessen" und einfach beibehalten und schalteten sich im späteren Leben in unerwarteten und bisweilen auch recht unpassenden Lebenssituationen immer wieder ein - ganz automatisch.
Und so fragt man sich hin und wieder oder auch öfter:
Was war das denn - wiso habe ich eben so und so reagiert? Warum macht mich dieses oder jenes so wütend, weshalb stottere ich immer dann blödes Zeug, wiso...
Nicht wirklich jeder fragt weiter:
Und wie kann ich das verstehen - wie kann ich das auflösen, mich davon frei machen?
Genau darum geht es mir. Ich erinnere mich an einige Erlebnisse, meist mit meinem Vater, die für mich als Knirps ganz prägnant (negativ) wirkten und in mir bestimmte Reaktionsmuster erschufen. Später vergaß ich diese, doch sie blieben immer aktiv - im Hintergrund. Passte eine andere spätere Situation irgendwie ins Schema (z.b. Gefahr oder Erstarrung), machte es "schnapp!" und die Auto-Reaktion kam ins Rollen.
(Es gibt vier Verhaltensgrundmuster: Kampf, Flucht, Erstarrung.)
Jahre später, nach Rekapitulation meiner Kindheit und Aufarbeitung alter Gefühle fand ich einige auslösende Situationen sozusagen in meinem Gedächtnis wieder und verstand mein Verhalten in anderen Situationen besser. Doch das allein half mir noch nicht, diese verhärteten Muster aufzulösen. Aus diesem Grund ging ich zum Kinesiologie-Einführungsseminar von Christian und Christiane, welches kürzlich in Berlin stattfand.
Zum Hauptthema des Seminars: Der "Vertrag mit dem Leben".
Was will ich? Nein, nicht mal gerade "wenn das" und "wenn nicht jenes" - sondern WAS WILL ICH WIRKLICH? Ohne Kompromiss, ohne Erwartungen anderer zu erfüllen, ohne moralische Wertung - warum bin ich hier? Wer bin ich?
Die Antwort kann nur ein Leben geben, welches man sich treu bleibend erfüllt. So denke ich lange, so handle ich selten. Warum ist das so?
Indem wir also nach Sich-Kennenlernen und einigen Vorübungen in unserer Runde anfingen, den"Vertrag mit dem Leben" zu schreiben, konnte ich entdecken, wie sich über den vorformulierten Sätzen eine innere Energie aufbaute. Diese war weder künstlich noch fremd, sondern einfach eine starke innere Kraft, welche umso stärker und klarer wurde, je mehr mein Herz die Sätze weiterformulierte oder kürzte, änderte und strich - mein Verstand gab hin und wieder und später immer mehr seinen Führungsposten auf uns assistierte mir, so wie es von Natur aus wohl auch gedacht ist.
Wenn der Diener zum Herren wird und der Herr zum Diener, steht die Welt schnell Kopf.
Danke sehr, na da sind wir heute ja bereits. Aber zurück zu mir. Verstand als Diener, das geht wunderbar. Denn ganz plötzlich kommen zu jeder Anwort nicht neue Fragen, es bleiben tatsächlich immer weniger Fragen offen.
Warum? Ich will es mal so ausdrücken: Das Herz weiß den Weg bereits. Der Verstand mag und versteht nur gerade einsehbare Strecken und keine Kurven mit Überraschungen. Er will vorher schon wissen, wie man angekommen ist und ihm fallen hundert Dinge ein, die zwischen einem selbst und die Reise kommen können. Eben weil "jenes oder dieses, und aber wenn..." - kurz gesagt: weil er sein Kommando einfach nicht ans Herz zurückgeben will.
So sagte ich beim Schreiben meinem plappernden Verstand einfach "Platz!" und schrieb in Ruhe weiter. Erstaunlich und immer wieder schön: WILL ich erst einmal etwas von Herzen, kommt die für das Vorhaben nötige Kraft von ganz allein. Es fehlte also nie wirklich an Kraft, sondern sie war nur gebunden - an Dingen vom Verstand kontrolliert. Doch auf dem Meer der Zweifel ist jeder Kurs der falsche. Mein Herz schrieb und schrieb, und mit der dritten Version meines "Vertrages mit dem Leben" klangen die Worte immer vertrauter, wie etwas aus meinen tiefsten Innersten, meiner Kindheit, meines Glücks, meiner Unendlichen Liebe zum Leben, zu mir, zur ganzen Welt. Der Sinn meines Lebens - entsteht durch mein Leben. Er ist nicht geschrieben, ist kein Schicksal. Er wird von mir definiert, jeden Tag. Ich gebe meinem Leben Sinn - ich bin der Schöpfer, der Liebende, der Brennpunkt meines Seins.
So übe ich weiter. Es ist ein Prozess, wie immer. Doch seit dem Seminar fühle ich so etwas wie einen alten Freund an meiner Seite - eine vertraute Energie die so lange woanders war. Mit ihr als mein Begleiter kann ich meinen Kurs besser halten und wenn nötig, wiederfinden.
Der Vertrag mit dem Leben wurde im Laufe des Seminars dann noch gesprochen und - sofern man passendes Handy oder Diktiergerät dabei hatte - aufgenommen. Anja und ich machen das gemütlich zu Hause, am PC. So können wir das auch gleich auf CD brennen - zum Anhören in aller Stille. Das gibt wohl die größere Wirkung.
An dieser Stelle noch einmal ganz lieben Dank an Christiane Wolfes und Chritian Vogt, von Anja und mir.
Ach ja, wie passt denn nun der Muskeltest eigentlich rein? Ganz einfach: Auf dem Weg zum inneren Selbst werden die verschiedenen Verhaltensmuster und Blockaden spürbar und mit Hilfe des Muskeltests zeigt einem der Körper, was der Verstand lieber nicht zugeben möchte. Es funktioniert!

Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .