Das Vogtland entdecken

            Plauen: Rathaus Plauen |

Im Vierländereck von Sachsen, Thüringen, Bayern und Böhmen liegt eine schöne Mittelgebirgslandschaft mit weiten Wäldern und Wiesen, der weißen Elster, drei Talsperren, Burgen und Schlössern. In Städten wie Plauen, Greiz oder Bad Elster gibt es sehenswerte Innenstädte und ergänzend ein vielfältiges, oft musikalisch geprägtes kulturelles Angebot.

Plauen, die Spitzenstadt, im Tal der Weißen Elster, ist mit ca. 60.000 Einwohnern die größte Stadt im Vogtland. Die Entwicklung während der letzten 130 Jahre verdankt sie der weltweit bekannten Spitzenfabrikation. Wahrzeichen der Stadt ist am Altmarkt das Alte Rathaus mit einem Renaissancegiebel, an dem eine restaurierte Astronomische Uhr mit zwei Zifferblättern angebracht ist. Geschmückt ist das Gebäude außerdem mit einer Sonnenuhr und einer 1912 gebauten Doppeltreppe. Im Gebäude ist das Plauener Spitzenmuseum untergebracht. Der neu gestaltete Altmarkt ist mit dem König-Albert-Brunnen, umgeben von zahlreichen Geschäften und Cafés, einer der Treffpunkte in der Stadt. Von dort aus ist es nicht weit zum neuen Rathaus, von dessen Turm aus sich ein schöner Blick über die Stadt und bis weit ins Vogtland bietet. In der Nobelstraße befindet sich mit dem Vogtlandmuseum und der Galerie „e.o. plauen“, eine kleine Museumsmeile. Die Gebäude zählen zu den bedeutenden frühklassizistischen Architekturdenkmälern in Mitteldeutschland. Davor erinnert das Denkmal „Vater und Sohn“ an den bekannten Zeichner Erich Ohser, alias „e.o. plauen“. In der Nähe liegt die St. Johanniskirche, eine der ältesten Kirchen des Vogtlands, mit zwei Türmen und einem beeindruckenden Sterngewölbe. Die Kirche ist heute die evangelisch-lutherische Hauptkirche Plauens. Das Wendedenkmal direkt im Stadtzentrum wurde zum Andenken an die friedliche Revolution errichtet. Bereits am 7. Oktober 1989 demonstrierten erstmals tausende Plauener und Vogtländer Bürger für Freiheit und Demokratie.

Neben einem Stadtrundgang kann man eine Stadtrundfahrt mit den historischen Wagen der Plauener Straßenbahn unternehmen. Auf Bestellung fährt die „Bier-Elektrische“. Die als Salonwagen umgebaute Straßenbahn 78 ist als rollende Gaststätte eine beliebte Location für Plauener und Gäste. In Plauen und Umgebung gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Einen angenehmen Aufenthalt mit Sterneniveau bietet beispielsweise das Hotel am Straßberger Tor. Das Hotel unterscheidet sich positiv von vielen anderen Hotels, weil im Hotel ein integratives Team arbeitet, wodurch Behinderte berufliche Chancen bekommen. Vorteilhaft ist auch die Lage in der Nähe zu den Sehenswürdigkeiten der Altstadt. Dort gibt es eine lebendige Kneipenszene, sodass man einen Tag nach vielen Besichtigungen oder einer langen Wanderung gut ausklingen lassen kann. Wer ein traditionelles Landhotel vor den Toren der Stadt bevorzugt, ist hingegen im familiengeführten Plauener Gasthof Zwoschwitz gut aufgehoben. Hier freut sich der Gast über behagliche Zimmer und ganz besonders über die vogtländische Küche, aber auch über moderne, leichte Gerichte, die im gemütlichen Restaurant serviert werden.

Wer von Plauen aus das touristische Angebot des Vogtlands entdecken will, für den ist die Besichtigung der Göltzschtalbrücke ein „Muss“. Bevor man die größte Ziegelbrücke der Welt erreicht, passiert man viele Orte, die zu Recht das Wort „Grün“ im Namen tragen. Die zwischen 1846 und 1851 erbaute Göltzschtalbrücke ist eine reine Eisenbahnbrücke auf der Strecke von Leipzig nach Nürnberg, die bei einer Höhe von 78 Metern und einer Länge von 574 Metern in vier Etagen mit 81 Bögen das Tal überspannt. Die mittigen Bögen sind aus technischen Gründen besonders groß, was die Wirkung der Brücke umso beeindruckender macht. Konstrukteur war Prof. J. Andreas Schubert, der dieses außergewöhnliche Bauwerk, zur ersten statisch berechneten Brücke der Welt werden ließ. Die Brücke der Superlative, bei der unter anderem 26 Millionen Ziegel verbaut wurden, lässt die Besucher auch heute noch beim Betrachten staunen. Vor der Kulisse der Brücke, die ein architektonisches Meisterwerk ist und bei Netzschkau liegt, finden gelegentlich Veranstaltungen statt, wie z.B. seit Jahren „Philharmonic Rock“. Der nächste Termin, wenn wieder Klassik auf Rock trifft, ist der 14. Mai 2016. Im Allgemeinen kann man aber in Ruhe unter der Brücke und durch das Göltzschtal auf ausgeschilderten Wegen wandern. Man trifft auch immer wieder auf Radfahrer, die ihre Freizeit sportlich genießen. Wer in der Zeit vom 1. Mai bis spät in den Oktober Wandern und Radfahren will, sollte sich mit dem Angebot des Freizeitbus’ Vogtland vertraut machen. Die Fahrgäste können mit einer Tageskarte an Samstagen, Sonn- und Feiertagen zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten des Vogtlandes nach Fahrplan im Hop-On, Hop-Off Verfahren nutzen. Dabei können auf Wunsch Fahrräder in einem speziellen Anhänger kostenlos mitgenommen werden. Eine der Haltestellen ist die Göltzschtalbrücke. Für den Winter gibt es einen Extrafahrplan. Viele Ziele im Vogtland sind auch gut mit dem Zug, der Vogtlandbahn, erreichbar.

Wer sehen will, wie Plauener Spitze hergestellt wird, sollte in Netzschkau im Ortsteil Brockau die Plauener Spitzenmanufaktur besuchen. Die Firma ist ein historisches Unternehmen und fertigt heute nach Unterbrechung während der Wendezeit seit 1992 wieder Plauener Spitzenstores und Tischwäsche von klassisch bis modern. Während der laufenden Produktion finden hier Werksführungen statt. Unter anderem kann man hier die längste Stickmaschine der Welt sehen. Dabei bekommt man eine gute Vorstellung von der Geschichte der Plauener Spitze und die große Bedeutung für das Vogtland und seine Bewohner. Man sieht die historischen Maschinen, die lochkartengesteuert sind, im alten Sticksaal. In einem anderen Raum stehen die modernen, computergesteuerten Stickmaschinen mit einer Breite bis zu 38 Metern, mit denen hochwertige Plauener Spitzengardinen gefertigt werden. Eine besondere Kostbarkeit unter den zahlreichen Ausstellungsstücken ist die im Jahr 1941 ursprünglich für das Niederländische Königshaus gefertigte größte, klassische Plauener Spitzen-Wickeldecke der Welt. Sie wurde aus insgesamt 1250 gestickten Einzelteilen, die aufwändig zu einer Einheit zusammengefügt wurden, gefertigt. Handwerkliches Geschick und künstlerische Kreativität und sind bis heute in der Spitzenmanufaktur ebenso wichtig, wie unternehmerisches Handeln. Auf Wunsch können die Besucher auf dem Werksgelände Original Plauener Spitzenwaren, in klassischen und modernen Designs, in einem großen Ladenlokal mit geschmackvoll präsentierter Tischwäsche, über Gardinen bis hin zu bestickten Taschentüchern und gestickter Weihnachtsbaumdekoration anschauen und auch kaufen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit bei Netzschkau ist die Elstertalbrücke. Sie wird die „kleine Schwester“ der Göltzschtalbrücke genannt und wurde auch von Prof. J. A. Schubert konstruiert. Sie ist die zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt. Die Brücke wurde 1851 fertig gestellt und ist 68 Meter hoch und 279 Meter lang. Die im 2. Weltkrieg völlig zerstörte Brücke wurde 1950 wieder hergestellt und sichert ebenso wie die Göltzschtalbrücke die Eisenbahnverbindung zwischen Sachsen und Bayern. Auch in dieser Umgebung sind sowohl ausgedehnte als auch kurze Wanderungen für aktive Urlauber möglich. So verbindet beispielsweise ein Wanderweg die zwei Ziegelsteinbrücken. Ein Naturparadies ist seit 1964 die idyllisch gelegene Talsperre Pöhl. Mit einer Länge von 7 km und einer Breite von 2 km ist sie die drittgrößte Talsperre Sachsens. Einstündige Schiffsrundfahrten finden von April bis Oktober täglich ab 11 Uhr statt. Die bewirtschafteten Fahrgastschiffe Plauen und Pöhl haben Innen- und Sonnenplätze und ermöglichen eine erholsame Zeit, während die idyllische Landschaft und Strände gemächlich vorüber ziehen. Auch Segeln, Rudern, Surfen, Tretbootfahren, Angeln und Tauchen ist hier möglich. Wem das zu geruhsam ist, der kann den größten Kletterwald Mitteldeutschlands, der direkt neben der Schiffsanlegestelle der Talsperre liegt, besuchen. Bei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen findet jeder die passende Herausforderung, bis hin zu einer 180 m langen Seilbahn, bei der die Kletterer über das Wasser fliegen. Wer es gemütlicher mag: Rund um die Talsperre Pöhl gibt es ein ca. 100 km langes, gut markiertes Wanderwegenetz. Ein 20 km langer Wanderweg mit faszinierenden Ausblicken führt um die Talsperre herum.

Die Stadt Oelsnitz ist eine kleine Industriestadt mit ungefähr 11.000 Einwohnern und hat neben der St. Jakobikirche und dem Rathaus am Marktplatz mit Spergenbrunnen eine ganz besondere Sehenswürdigkeit, das Schloß Voigtsberg. Die Burganlage befindet sich am Stadtrand über den Dächern der Stadt. Vermutlich wurde um 1200 mit dem Bau der Burg begonnen, die erweitert wurde, im 14. Jahrhundert an das Haus Wettin fiel und kurfürstliches Amt wurde. Im restaurierten Schloss befinden sich das Teppichmuseum und in einem historischen Kellergewölbe eine Sammlung von vogtländischen Mineralien. Dazu kommt die geschichtsträchtige, mittelalterliche Kernburg, von der man Zugang zu einer Aussichtsplattform hat. In der Kernburg, die von einem Bergfried mit mehr als 3 m dicken Mauern überragt wird, befinden sich die St. Georg Kapelle mit sakralen Kunstwerken, die Schösserstube mit einer frühbarocken Holzbalkendecke, der Ritter- und der Fürstensaal, der heute als Trauzimmer genutzt wird. Bis zum 25. Oktober 2015 wird im Burgbereich des Schlosses die Sonderausstellung „Hautnah & Hochmodisch: 150 Jahre Miederwarenproduktion“ gezeigt. Bis zum 31. Dezember 2015 präsentiert das Teppichmuseum ergänzend zur Dauerausstellung unter dem Titel „(Bild)Gewaltig - Wandteppiche aus vier Jahrhunderten“, u.a. die Tapisserie „Aubusson“ von Francois Picon, die um 1700 entstand und Gerhard Richters „Abdu“ aus dem Jahr 2009. Die Ausstellungen kann man sich selbst erschließen oder sich nach Anmeldung kompetent von Fachleuten führen lassen und danach noch in der Schlossstube einkehren.

Eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region ist die Skisprunganlage Vogtland Arena in Klingenthal. Der nahe der tschechischen Grenze gelegene Ort ist bekannt für die zweitgrößte Rundkirche Sachsens und seine 160 Jahre währende Akkordeongeschichte. Noch berühmter ist er seit Jahren wegen Skispringen der Weltklasse, die dort nicht nur im Winter sondern danke des FIS Grand Prix auch im Sommer stattfinden. Die moderne, an die Raumfahrt erinnernde Architektur der 2006 eröffneten Anlage am Aschberg beeindruckt zu jeder Jahreszeit. Die Arena fasst bis zu 33.000 Zuschauer. Im Blickpunkt stehen jedoch die Weltcup-Schanze und der Anlaufturm. Mit einer schienengeführten Bahn kommen die Besucher, an Kampfrichtergebäude und Schanzentisch vorbei, den steilen Berg hoch zum Schanzenturm. Dort steigt man in einen Lift und genießt von einer Aussichtsplattform den großartigen Panoramablick. Beim Blick von oben auf die Sprungschanze, kann man sich ein wenig fühlen wie die prominenten Skispringer Simon Amman, Severin Freund, Andreas Wellinger, Richard Freitag oder Roman Koudelka und viele andere mutige Sportler. Der Schanzenrekord im Winter wurde mit 146,5 m von Michael Uhrmann im Februar 2011 aufgestellt. Die Besucher dürfen und müssen nicht Springen und kommen deshalb nach der Besichtigung gemütlich durch den angrenzenden Wald mit der offenen Schienenbahn zurück ins Tal. Wer mag, kann dort im Bistro oder gemütlichen Biergarten eine Rast mit Blick auf die Anlage machen.

Durch den kleinen Ort Zwota führt der Weg nach Schöneck. Dort gibt es im Quellgebiet der Roten Mulde eine Meilerhütte im Wald, direkt am weiten, gut ausgeschilderten Wanderwege- und Loipennetz. Auch dort kann man es sich in der Imbiss-Gaststätte nach einem Spaziergang, einer Wanderung oder Radtour gut gehen lassen. Einige Motorradfahrer, die gern auf den gut ausgebauten Straßen des Vogtlands unterwegs sind, schätzen die Einkehr abseits des Verkehrs ebenfalls. Von Schöneck ist es nicht weit bis zum Erholungsort Muldenberg. Hier entspringt die Zwickauer Mulde. Der Ort ist bekannt als Flößerdorf und am Wegrand sieht man Floßplatz und Floßgraben. Alles über das Flößerdorf und ganz viel über das gesamte Vogtland weiß Anja Kummer aus Muldenberg, die Land und Leute im Vogtland sehr gut kennt. Das Vogtland ist ihre Heimat, durch die sie auf Anfrage mit viel Wissen herzlich und unterhaltsam führt. In Muldenberg gibt es einen Stausee und gut markierte Rad- und Wanderwege mit herrlichen Tal- und Ausblicken in die waldreiche, hochgelegene Landschaft.

Das Vogtland ist seit Jahrhunderten eine traditionsreiche Musikregion. Über 100 Werkstätten sind heute im Musikwinkel zwischen Markneukirchen, Schöneck und Klingenthal mit der Herstellung von hochwertigen Musikinstrumenten beschäftigt, die weltweit einen guten Ruf haben. Etwas Besonderes für Groß und Klein ist ein Besuch in der „Erlebniswelt Musikinstrumentenbau Vogtland“ in Markneukirchen. Dort dürfen Interessierte den Meistern in einer Schauwerkstatt über die Schulter schauen und Werkstattatmosphäre erleben. Dabei gehen nicht nur Musiker den Spuren ihrer Instrumente nach, auch musikalische Laien sind beeindruckt, wenn Sören, ein gelernter Geigenbauer, ganz praktisch komplexe Arbeitsgänge zeigt, die beispielsweise beim Bau eines Cellos anfallen. Dazu hört man verständlich Erklärungen zu Holzschraubzwingen, Hobeln, Schleifen, Seitenteilen, Hals und Schnecke, Beizen und Lackieren, Steg und Stachel, Zehntelmillimeter genauer Arbeit und jeder hört fasziniert zu. Nachfragen, Anfassen und Ausprobieren ist hier nach Absprache ausdrücklich erlaubt. Fachsimpeln ist möglich. Wer noch mehr wissen möchte, kann an Workshops teilnehmen.

Im Markneukirchener Ortsteil Wohlhausen gibt es eine Besonderheit, die „Hüttels Musikwerke Ausstellung“. Familie Hüttel hat in ihrem Haus viele seltene Instrumente ausgestellt, die man in dem kleinen Museum bestaunen und natürlich auch hören kann. Wenn Bärbel Hüttel die in 50 Jahren gesammelten Kostbarkeiten unterhaltsam präsentiert, erklärt und in Gang bringt, singt sie gern dazu. In allerkürzester Zeit ist die Stimmung so gut, dass viele Gäste bei Liedern und Schlagern wie „La Paloma“ mit einstimmen, wenn die mechanisch selbstspielenden Musikwerke einer vergangenen Zeit erklingen. Automatische Klaviere, Melodien-Zungenorgeln, Gaststättenautomaten von 1900, der Gambrinus Musikautomat, eine Flötenuhr aus dem Schwarzwald, eine schöne Kirmesorgel der Firma Bruder aus Waldkirch, einst waren sie tonangebend in Wohnzimmern, Gasthäusern und auf Rummelplätzen. Alle Instrumente wurden von den Eheleuten Hüttel und ihrem Sohn entdeckt und mit viel Liebe zum Detail restauriert.

Wer im Vogtland unterwegs ist darf einen Besuch in Bad Elster mit dem historischen Kurgelände nicht auslassen. Das prachtvolle König Albert Theater ist das kulturelle Zentrum des Staatsbades mit 455 Plätzen. Das restaurierte königliche Kurhaus, erinnert an ein Schloss. Im Stil eines englischen Landschaftsgartens ist der gepflegte, blumengeschmückte Kurpark angelegt, sodass sich die Besucher in eine elegante Zeit zurückversetzt fühlen. Wer etwas für seine Gesundheit tun möchte, sollte das Albert Bad aufsuchen, das 1852 als Badehaus für die sächsischen Könige errichtet wurde. Die Architektur ist prunkvoll, im besten baulichen Zustand und wurde vor Jahren durch eine modernen Bade- und Saunalandschaft harmonisch ergänzt. Beliebt ist bei den Gästen und Kurgästen von Bad Elster die KunstWandelhalle mit dem Bademuseum und dem Quellenausschank der berühmten Moritzquelle. In Bad Elster gibt es tausende von Gästebetten. Für besonderen Luxus liebende Gäste der Kultur- und Festspielstadt Bad Elster wird im Frühjahr 2016 ein 4-Sterne-Hotel eröffnet.

Schöneck, die höchstgelegene Stadt des Vogtlandes ist aufgrund der Höhenlage von rund 700 Metern und der ausgedehnten Wälder seit Jahrzehnten staatlich anerkannter Erholungsort und Wintersportort. Wer relativ preisgünstig, umgeben von vielen anderen Gästen sportlich aktiven Urlaub oder Familienurlaub machen will, entscheidet sich für den IFA Ferienpark mit seinem leider nicht klimatisierten Panoramarestaurant. Wanderwege, Sportplätze, Tennishalle und –plätze, Squashhalle, Fitness Center, all das können die Urlauber ausprobieren. Für Kinder gibt es viele Angebote, für Wellnessfreunde ebenfalls. Großartig ist die Lage des Hauses mit einem wunderbaren Fernblick und einer schönen Abendstimmung, wenn die Sonne hinter dem Kirchturm von Schöneck untergeht und den Himmel färbt. Für Wintergäste liegt das Skigebiet mit Liften direkt vor der Haustür.

Vom Süden des Vogtlandes sind wir an einem anderen Tag nach Greiz, nordöstlich von Plauen gefahren. Dort erwartete uns am hellen Vormittag der Nachtwächter von Greiz, Holger Wittig, wegen der Tageszeit incognito. Holger Wittig ist ein Kenner der Stadt Greiz und ihrer Geschichte im Thüringer Teil des Vogtlandes. Er führt auf Wunsch Gäste auch in anderen Teilen des Vogtlandes. Greiz, die heimliche Hauptstadt des Thüringischen Vogtlands, liegt im Tal der Weißen Elster und wird schon im Jahr 1225 mit einer Burganlage und einem Vorgängerbau der Stadtkirche St. Marien, erbaut von den Vögten von Weida, erwähnt. Heute hat die Stadt nach spannender und wechselreicher Geschichte mit zahlreichen „Heinrichs“ zwei Schlösser, das Obere und das Untere Schloß, ein Gymnasium, das von außen wie ein Schloss aussieht und das Sommerpalais. In der Stadt Greiz gab es in der Vergangenheit viele, auch schwerwiegende Brände. Heute ist die Stadt mit den vielen Jugendstilhäusern und dem Rathaus im neogotischen Stil in jedem Fall einen Besuch wert. Die ehrwürdige St. Marienkirche wurde nach dem großen Stadtbrand von 1802 nach kurzer Zeit wieder aufgebaut. Auch der hohe Turm wurde wieder errichtet. Vor zwei Jahren wurde St. Marien grundlegend saniert. In der Kirche befindet sich eine der größten Orgeln im Thüringischen Raum. Der Kanzelaltar ist sehenswert. Auf der Empore der ehemaligen Hofkirche erinnert der Prunksarg an Heinrich VI., Graf Reuß-Obergreiz, der in der Türkenschlacht bei Zenta 1697 gefallenen ist. In der Kirche werden das ganze Jahr über musikalische Werke aufgeführt. Das in der Aue der Weißen Elster stehende frühklassizistische Sommerpalais wurde 1769 errichtet und nach der Erhebung Heinrich XI. in den Reichsfürstenstand im Inneren umgebaut. Heute bewundern die Besucher vor allem den mit weißem Stuck geschmückten, großzügigen Gartensaal, in dem früher Konzerte und Theateraufführungen veranstaltet wurden. Das Sommerpalais ist seit langem Museum. In dem Gebäude findet man die staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz und Satiricum, eine Sammlung von Blättern deutschsprachiger Karikaturisten.

Der Landschaftspark, der das Sommerpalais umgibt, entstand ab 1800. Er ist von einem Pückler-Schüler mitgestaltet worden und bietet außer dem See, Blumen, alten Bäumen und verschiedenen Gehölzen immer wieder wechselnde Nah- und Fernsichten. Das Vogtland, das seinen Namen von den Vögten von Weiden, Gera und Plauen hat, ist bisher für viele Leute aus den „alten“ Bundesländern immer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Es bietet Urlaubern gerade auch im Herbst viele Möglichkeiten, diese schöne Kulturlandschaft zu entdecken und sie auf ihrer eigenen Landkarte bei einem Besuch bunt zu malen.
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