Elwetritsche Mythos endlich entschlüsselt?

Der Eisweiher, wo der Sage nach die Elwetritsche zur Tränke gehen.
Ohne sie geht nichts.

Elwetritsche sind, wie jeder Pfälzer weiß, allgegenwärtig. Die Fabelwesen finden sich überall, sei es auf Kaffeebechern oder Schildern, Cartoons oder in Andenkenläden. Elwetritsche sind ein Kulturgut, was niemand bestreiten kann. Nah verwandt sind die bayerischen Wolpertinger, welche den pfälzischen Maskottchen sehr ähnlich sehen.
Die putzig aussehenden Elwetritsche sind nicht nur niedlich, sie sind auch wichtig - denn ohne sie könnte man wohl kaum jemanden in den Wald schicken um "Elwetritsche se fonge".

Jägerlatein

Der entschlossene Jäger muss natürlich gut vorbereitet sein. Es ist anzuraten, die Netzhaut mit mehreren Gläsern Bier oder auch ein bis zwei Schoppen Wein zu stärken und für das zu jagende Wild zu sensibilisieren.
Mit Jutesack und Taschenlampe oder auch Retrolaterne mit Teellicht ausgerüstet, je nach Einstellung, geht der eifrige Jäger auf die Pirsch. Geduldig muss er sein, furchtlos und schwindelfrei. Denn das stundenlange "im Kreis gehen" um einen Baum der eine Elwetritsch beherbergt, kann den Gleichgewichtssinn doch etwas verwirren. Die Hoffnung, dass es der Jagdbeute ebenso geht, war seit vielen Generationen die Hoffnung der Elwetritschejäger und vor allem der Forscher. Leider wurde noch nie jemanden wirklich Jagdglück beschert, noch konnte man ein Exemplar des pfälzischen Wappentieres lebendig fangen. Tot übrigens auch nicht. Es gibt und gab immer Stimmen, daß die existierenden ausgestopften Exemplare nichts weiter als dreiste Fälschungen seien.

Die Wissenschaft greift ein--oder eher an?

Das Fehlen von Beweisen in Gestalt einer lebenden Elwetritsch oder einem fälschungssicheren Kadaver hat nun einen Fabeltierforscher auf den Plan gerufen- Dieser behauptet nun allen Ernstes, daß es gar keine Elwetritschen gibt - jedenfalls nicht so wie wir sie uns vorstellen. Der Gelehrte hat mit Hilfe eines befreundeten Sprachwissenschaftlers das Wort "Elwetritsche" analysiert und kam zu erstaunlichen Erkenntnissen.

Dieses Wort, so der Wissenschaftler besteht aus zwei Teilen. Zum einen das Wort "Elwe", was so etwas wie Elfe oder Alb bedeute und zweifellos ein Wesen aus der Anderswelt beschreibe. Der Wortteil "Tritsche" heißt nichts weiter als "Trittsiegelchen" oder eben Fußabdruck, bzw. Spur.
Die Elwetritsche seien also nichts anderes als die Fußspuren von Elfen. Seinen Ausführungen nach besteht kein bedeutsamer Unterschied zwischen dem "in-einen-Sack-stopfen" eines Fabelwesens und dem nachspüren einer Elfenfährte.

Wo bleiben die Wolpertinger?

Der Wissenschaftler bezieht sich auf die Tatsache, daß die Pfalz einige Zeit zu Bayern gehörte und diese sich des pfälzischen Fabelwesens bemächtigt hätten. Der bajuvarische Lindwurm entbehre doch sehr der Niedlichkeit und mache sich nicht so gut in Andenkenläden. So habe man die Elwetritsch einfach umbenannt und zum bayerischen Mythos hinzugefügt.

Abschied von der äusseren Form?

Natürlich wäre es schade, müsste man alle die hübschen Darstellungen und Figuren durch einen schlichten Fußabdruck ersetzen. Aber so ist es mit Mythen..sie sind letztendlich vergänglich.

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3 Kommentare
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Christel Löhle aus Wedemark | 31.07.2014 | 21:04  
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Puck Gruenenwald aus Pirmasens | 31.07.2014 | 23:44  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 01.08.2014 | 00:48  
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