BLSV-Kreistag stimmt neuer Mittelverteilung im Sport zu

BLSV-Präsident Günther Lommer (rechts) erläuterte den Delegierten aus den Sportvereinen zusammen mit Bezirksvorsitzendem Otto Marchner, Vize-Präsident Bernd Kränzle und Kreisvorsitzendem Florian Weiß (v.l.) die künftige Verteilung der Eigenmittel zwischen dem BLSV und dem BFV. (Foto: Bruckmeier)
  • BLSV-Präsident Günther Lommer (rechts) erläuterte den Delegierten aus den Sportvereinen zusammen mit Bezirksvorsitzendem Otto Marchner, Vize-Präsident Bernd Kränzle und Kreisvorsitzendem Florian Weiß (v.l.) die künftige Verteilung der Eigenmittel zwischen dem BLSV und dem BFV. (Foto: Bruckmeier)
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60 Vertreter aus 31 Sportvereinen im Kreis Pfaffenhofen wählten die Delegierten zum Bezirkstag und Verbandstag des BLSV, die in der zweiten Jahreshälfte stattfinden werden.

Pfaffenhofen (rry) Die Vereine des Bayerischen Landessportverband (BLSV) haben auf ihrem außerordentlichen Kreistag am Montagabend im Vereinsheim des SV Fahlenbach, zu dem Kreisvorsitzender Florian Weiß eingeladen hatte, dem zwischen dem Sportdachverband und dem Bayerischen Fußballverband (BFV) ausgehandelten künftigen Verteilung der Finanzmittel geschlossen zugestimmt. In einem weiteren Punkt gaben sie dem auf der Versammlung anwesenden BLSV-Präsidenten Günther Lommer einen Arbeitsauftrag an das Präsidium mit auf den Weg, die Sportförderrichtlinien neu zu ordnen. Hintergrund war ein Antrag des TSV Jetzendorf, der wegen der sogenannten 4-Prozent-Regelung nicht die vollen Zuschüsse für seine Übungsleiter bekommt.

Es geht um Geld, viel Geld. Seit Jahren liegen BLSV und BFV im Clinch um die Verteilung der 5,4 Millionen Euro Eigenmittel. Die Fußballer mit ihren 1,5 Millionen Mitgliedern fühlen sich durch den seit mehr als 30 Jahren geltenden Verteilungsschlüssel gegenüber Mini-Fachverbänden wie zum Beispiel Skibob mit gerade einmal um die 250 Organisierten übervorteilt.

In den vergangenen Wochen und Monaten gab es immer wieder harte Verhandlungsrunden zwischen den Verbandsspitzen. Zwischenzeitlich war sogar ein Gang vor die Gerichte nicht mehr auszuschließen. Eine Horrorvorstellung für BLSV-Präsident Günther Lommer, wie er am Montagabend vor den 60 Delegierten aus 31 Vereinen im Kreis Pfaffenhofen offen eingestand. „Für das Bild des Sports in der Öffentlichkeit wäre das eine Katastrophe gewesen“, sagte er.

Doch die Sportfamilie konnte sich im Rahmen eines Vergleichs auf einen neuen, nicht unkomplizierten Verteilungsschlüssel einigen, den der für die Bereiche Recht und Personal zuständige BLSV-Vizepräsident Bernd Kränzle den Delegierten in allen Details erläuterte. Ziel ist es seinen Worten zufolge gewesen, in Solidarität mit den kleineren Fachverbänden deren Fortbestehen zu sichern, aber auch die Forderungen des BFV zu befriedigen. Die Eigenmittel des BLSV werden also in Zukunft nach einem auf bestimmten Kennzahlen basierenden Schlüssel verteilt, der unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule Koblenz entwickelt wurde. Im Gegenzug gewährt der BFV eine sogenannte Solidarleistung.

Die Regelung gilt nach den Worten Kränzles bis 2026, also die nächsten zehn Jahre. Um nun eine rechtssichere und zukunftsfähige Lösung für alle Beteiligten herbeizuführen, muss aufgrund der beträchtlichen Mittelverteilung das oberste Verbandsgremium das neue System absegnen. Der demokratische Weg zum auf den 26. November terminierten außerordentlichen BLSV-Verbandstag führt von der Basis bis ganz nach oben. Deshalb fanden in ganz Bayern, so auch in Pfaffenhofen, außerordentliche Kreistage statt, um auf ihnen die Delegierten zum Verbandstag zu wählen.

Die Pfaffenhofener Sportler werden am Jahresende beim BLSV-Verbandstag neben Kreisvorsitzendem Florian Weiß durch dessen Stellvertreter Albert Hiereth (Hettenshausen) sowie Wolfgang Jahre vertreten. Die Delegierten zum Berirkstag, der im September zusammentritt, sind Florian Weiß, Albert Hiereth, Wolfgang Jahre, Karl-Heinz Binder (Baar-Ebenhausen), Michael Wallner (Jetzendorf), Manfred Esterl (Ilmmünster), Stefan Vachal (Fahlenbach) und Horst Pieper (Manching).

Dass ein Kreistag dem anwesenden Präsidenten und seinem Vize einen Arbeitsauftrag für das Präsidium mit auf den Weg gibt, kommt nicht alle Tage vor. So aber geschehen am vergangenen Montagabend. Dem TSV Jetzendorf, der um die 75 lizensierte Übungsleiter in seinen Reihen hat, entgehen durch die sogenannte 4-Prozent-Regelung einige tausend Euro. Zuletzt waren es für 2015 exakt 3006 Euro, die nicht ausbezahlt wurden, weil eine Förderung laut den einschlägigen Richtlinien nur bis zu den besagten vier Prozent der Gesamtmitgliederzahl (nach dem Punkteschlüssel gerechnet“ gewährt wird. Bis zu fünf Prozent können es sein, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder unter 26 Jahre alt ist. Richard Schnell, BLSV-Ehrenvorsitzender, früherer Bürgermeister von Jetzendorf und einst auch TSV-Vorsitzender, unterstützte den Antrag ausdrücklich: „Es wäre schön, wenn man dem TSV Jetzendorf hier helfen könnte.“

Präsident Lommer bedauerte allerdings, den Vorschlag aus Jetzendorf sowie auch einen weiteren Antrag auf eine höhere Bezuschussung für ältere Mitglieder ab 60 Jahre ablehnen zu müssen. So ganz allerdings wollte der BLSV-Chef den Antragstellern die Hoffnung auch nicht mehmen. „Sie haben mir und uns hier die Augen für ein generelles Problem geöffnet.“ Warum der Vorstoß nicht in die geltende Regelung passt, versuchte der BLSV-Präsident durch folgende Rechnung zu verdeutlichen. Derzeit gibt es in Bayern 90700 lizensierte Übungsleiter. Bei der Erhöhung um ein Prozent kämen bis zu einem Viertel, also 23000 neue Trainer dazu. Dies bedeutet Ausgaben von um die fünf Millionen Euro, die Lommer für utopisch hält. „Wir können nicht mehr Geld verteilen, als tatsächlich auch da ist“, bedauerte er. Den Antragstellern versprach er aber, die Thematik in der zuständigen Arbeitsgruppe an der Verbandsspitze noch einmal zu durchleuchten.

Auf der Versammlung hat der BLSV-Präsident auch die Neuausrichtung des Sports in Bayern skizziert. „Wir stellen den BLSV komplett neu auf“, sagte Lommer. Die Prozesse werden seinen Worten zufolge moderner, der Service für die rund 12000 Vereine besser. Investiert wird in eine neue IT-Architektur und eine zentrale, interaktive Plattform, das sogennannte „Vereinscockpit“. Online haben dann alle Vereine jederzeit Zugang zu ihren eigenen Daten sowie aktuellen Informationen des Verbandes. Lommers ehrgeiziges Ziel: „Wir wollen die Mitgliederzahl des BLSV auf fünf Millionen steigern.“ Derzeit sind in den 12000 bayerischen Vereinen 4,48 Millionen Sportlerinnen und Sportler organisiert.

Bürgerreporter:in:

Florian Weiß aus Pfaffenhofen

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