liebe Freie Wählerinnen und Freie Wähler,
die Ergebnisse der 6. Bayerischen Armutskonferenz mit dem Titel „Arbeitslos=Chancenlos“, an der ich heute in München teilnahm, zeigen deutlich, dass auch im Freistaat immer mehr Menschen von der florierenden Wirtschaft abgehängt werden. Bayerns Wirtschaft boomt, die Arbeitslosenzahlen sind so niedrig wie nie... aber viele Menschen können von ihrer regulären Arbeit nicht mehr leben. Weil die Ausgaben immer rasanter steigen und ihr Einkommen nicht mehr ausreicht, um Miete, Essen und sonstige Lebenshaltungskosten zu bezahlen, müssen sie zusätzlich Sozialleistungen beantragen. Dies betrifft vor allem Alleinerziehende.
Insgesamt sind bereits knapp vierzehn Prozent der bayerischen Bevölkerung sogenannte Aufstocker und damit armutsgefährdet, das sind rund 1,6 Millionen Menschen! Allerdings bin auch ich wie die Vertreter der Wohlfahrtsverbände davon überzeugt, dass die Dunkelziffer beim weitem noch höher liegt, weil sich viele ihrer Armut so schämen, dass sie gar kein Hartz IV beantragen, obwohl sie es bitter nötig hätten. Fest steht jedenfalls, dass dieses Problem zunehmen wird.
Die Bayerische Armutskonferenz vertritt fünf Thesen, die als Auslöser der Misere g elten:
1. Viele Menschen sind arm, obwohl sie arbeiten;
2. Diskriminierung verbaut Chancen auf dem Arbeitsmarkt;
3. Wer Langzeitarbeitslosen Chancen nimmt, verstärkt Armut;
4. Armut macht krank - Krankheit macht arm;
5. Materielle Armut führt zu Bildungsarmut - und umgekehrt.
Um ein Abrutschen in die Armutsfalle zu vermeiden, fordern die Wohlfahrtsverbände einen besseren Schutz vor Armut unter anderem durch einen flächendeckenden Mindestlohn für alle Branchen, plus einer kostenlosen Gesundheitsversorgung, bezahlbaren Wohnraum und eine auskömmliche Mindestrente.
Ich persönlich halte BILDUNG für die beste „Sozialversicherung“ und den wirksamsten Weg gegen Armut erfolgreich vorzugehen. Dafür muss unser Bildungssystem noch durchlässiger gemacht werden!
Ihre
Claudia Jung











