Von scheppernden Pfannen, scharfen Messern und gefährlichen Bräuten - Burkhard Driest im Moosburger Hof
Pfaffenhofen an der Ilm: Hotel Moosburger Hof | Selbst auf Ibiza, dem derzeitigen Wohnort des Schriftstellers Burkhard Driest konnte es kaum heißer sein, als gestern Abend in Pfaffenhofen. Wie gut, dass die Klimaanlage im Hotel Moosburger Hof zur dritten Lesung des Kultursommers der Stadt Pfaffenhofen und der Buchhandlung Pesch einwandfrei funktionierte. Ins Schwitzen kam der bestens aufgelegte Autor Driest bei seiner Lesung aus seinem aktuellen Krimi "Küchenkunst" (LangenMüller) dennoch. Delikat und ziemlich mörderisch geht es nämlich zu in dem Krimi, in dem gleich zu Anfang der Sous-Chef eines spanischen Sterne-Kochs auf ziemlich bestialische Weise ermordet wird und der sympathische Kommissar Toni Costa familiäre Verstrickungen und vielfältige Komplikationen bewältigen muss.
Besser hatte es da Sven Tweer, der Küchen- und Hotel-Chef des Moosburger Hof, der in seiner (ebenfalls sehr heißen) Küche während der Lesung ungefährdet schalten und walten konnte und das 3-gängige-Menü zubereitete. Im Saal hatten 50 Krimi-Begeisterte an schön gedeckten Tischen Platz genommen und lauschten zunächst der spannenden Krimi-Handlung zwischen Ibiza und Berlin und wurden von den "Haute-Cuisine"-Szenen des Romans schon bestens auf das folgende Dinner vorbereitet. Burkhard Driest, der zur Verstärkung seine Münchner Verlegerin, Frau Fleissner-Mikorey mitgebracht hatte, gab dann bereitwillig und charmant Auskunft über seine Arbeit am Roman, für den er in so manche Töpfe schauen und an so manchem Herd stehen durfte. "Nichts sei spannender als die Wirklichkeit", deshalb recherchiere er vorher genau und wisse auch, wer sein Mörder und wer seine Opfer seien, betonte der 70-Jährige, dem man sein Alter nicht ansieht. Zu brutal dürfe es aber nicht zugehen, sonst verspüre er nach Tagen noch Nervosität. Wie sein Held Toni Costa, der am allerliebsten Steak isst, scheint Driest der Sterne-Küche aber eher skeptisch gegenüber zu stehen und erwähnte ein ums andere Mal Königsberger Klopse als sein Leibgericht. „Was essen Sie denn am liebsten?“ wollte er dann von den Gästen wissen, die dann zumeist von selbstgekochten Spaghetti oder Schweinsbraten schwärmten. Als dann der erste Gang aufgetragen wurde - Timbale vom Rotbarbenfilet mit Kakao-Chili-Schaum – ließen es sich aber alle schmecken. Sven Tweer servierte eine eigene Interpretation der Rezepte des Fernsehkochs Andreas C. Studer, die dieser für Driests Roman „Küchenkunst“ beisteuerte und auf den zweiten Gang (Linguine auf ibizenkische Art) folgte dann noch ein köstliches Schokoladentörtchen Lakritze an Aprikosen und Ziegenkäse. Derart geistig und kulinarisch verwöhnt gingen Autor und Gäste glücklich auseinander, manche noch mit dem signierten Krimi unterm Arm. Erstmalig hatten sich die Veranstalter Buch & Büro Pesch und das Hotel Moosburger Hof für diese kulinarische Lesung zusammengetan und boten damit einen tollen Programmpunkt im Pfaffenhofener Kultursommer.



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