Erleuchtung nicht inklusive - Reiseschriftsteller Andreas Altmann bei Ganghofer
Ingolstadt: Buchhandlung Ganghofer | Er sei so etwas wie der Superstar der deutschen Reiseschriftsteller hieß es Anfang März nach der Präsentation des neuesten Buches von Andreas Altmann in Köln. Zu Recht, wie sich nach der Lektüre von „Triffst du Buddha, töte ihn. Ein Selbstversuch“ (Dumont Verlag) feststellen lässt, in dem Altmann eine Reise auf den Spuren Buddhas und eine Meditationserfahrung der anderen Art beschreibt. Das Buch, das einen alten Zen-Spruch zitiert, der dazu auffordert, sich von Autoritäten zu lösen und einen eigenen Weg zu gehen, ist aber weder esoterisch noch verspricht es dem Leser eine Erleuchtung, und doch fühlt man sich nach den 255 Seiten auf jeden Fall besser und inspiriert für ein anderes, wacheres Unterwegssein.
Am 9. April liest Andreas Altmann aus „Triffst du Buddha, töte ihn. Ein Selbstversuch“ ab 19.30 Uhr in der Buchhandlung Ganghofer in Ingolstadt (Eintritt 7€)
Sein ganzes Leben schon ist der Kisch-Preisträger Altmann unterwegs, immer kritisch, immer streitbar, zuletzt in Südamerika und Australien. In Indien wollte der umtriebige Reporter mit Wohnsitz in Paris Einkehr und Klarheit finden, fuhr von Neu-Delhi nach Varanasi, reiste zu den wichtigsten Stätten des Buddhismus und landete zufällig in einem Meditationszentrum von S.N. Goenka. Seit vierzig Jahren unterrichtet der indische Lehrer „Vipassana“, Buddhas Meditationstechnik. Die Regeln sind streng, jede Form der Ablenkung ist untersagt. 10 Tage und Nächte soll kein Radio, kein Buch, kein Laptop oder Papier ablenken. Kein Strom, nur kaltes Wasser. Keine Drogen, kein Sex, keine Gespräche. Altmann macht mit und befolgt alles, nur eines nicht: das Verbot des Schreibens. Vom frühen Morgen bis zum Abend wird meditiert – doch statt der erhofften Leere bricht sich die mitgebrachte Fülle Bahn. Das Kopfkino, die Assoziationen, die vergangenen Niederlagen und Versäumnisse, die Reisen rund um die Welt, die ansehnlichen und unangenehmen Erinnerungsbilder legen sich erst nach und nach. Doch wer sich rückhaltlos einlässt, wird belohnt – mit der Einsicht, dass Kräfte in einem schlummern, die bitter nötig sind, um ein Leben zu führen, das gut tut. Selten hat man jemandem so gern beim Schweigen zugehört.
„Andreas Altmann, einer mit zweifachem Talent: Er lässt sich ein mit Haut und Haaren – und er kann unnachahmlich gut schreiben.“ Berliner Literaturkritik



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