Was: Brand beendet vorzeitig die Fahrt der Dellnhauser Musikanten auf der MS Deutschland
Wo: Pfaffenhofen
Wann: 31.05.2010 Uhr

Brand beendet vorzeitig die Fahrt der Dellnhauser Musikanten auf der MS Deutschland

von Heike Fleischmann aus Pfaffenhofen | am 31.05.2010 | 687 mal gelesen | 0 Kommentare | 0 Bildkommentare | 13 Bilder
Die Dellnhauser in St. Petersburg
 
in St. Petersburg

Pfaffenhofen an der Ilm: Pfaffenhofen | Anfang Mai war es wieder soweit: Da hieß es für die Dellnhauser Musikanten „Leinen los“. Bereits wie im letzten Jahr war die Gruppe mit ihrer Tanzorchesterformation Ozean Swingtett auf dem legendären Kreuzfahrtschiff, der MS Deutschland, als Bordorchester engagiert worden.
Zu jüngster Berühmtheit kam der Luxusliner jedoch nicht nur durch die bekannte TV-Serie „Das Traumschiff“, sondern auch durch die erst kürzlich stattgefundene Berichterstattung über den leider unerwarteten Ausgang dieser Reise. Doch dazu später mehr.

Start der Reise war am 8. Mai in Kiel. Eine besondere Reise außerdem, denn es handelte sich hier um die Jubiläumsfahrt der MS Deutschland anlässlich ihres 12. Geburtstages. Mit gut fünf Stunden Verspätung ging die Fahrt zu den Metropolen der Ostsee und die folgenden Reisen in die norwegischen Fjorde los.
Die erste Etappe nach Danzig wurde in 33 Stunden und bei strömenden Regen durch die Ostsee zurück gelegt. Gewiss gab es für die acht Musiker schon bessere Tage an Bord. Von dort ging es mit einem weiteren Seetag weiter nach St. Petersburg. Dort angekommen nutzen Passagiere und Künstler rege das angebotene Ausflugsprogramm um diese interessante Stadt besser kennen zu lernen.

Die Route führte unsere Acht weiter in die finnische Hauptstadt Helsinki. Besorgt, es könne der Eindruck entstehen, dass unsere Dellnhauser hier nur zum Vergnügen an Bord waren, sollte hier erwähnt werden, dass sie musikalisch natürlich auch sehr gefordert waren. Gerade auf einer Jubiläumsfahrt gab es viel zu feiern und dazu gehörte natürlich auch immer der passende musikalische Rahmen. So wie zum Beispiel zu der großen Geburtstagsgala die mit viel Glanz und Prominenz an Bord gefeiert wurde. Sogar der Fernsehkapitän, Siegfried Rauch, wurde hierzu extra eingeflogen.


Nach einem anstrengenden Probentag und einem Abendkonzert mit Bernhard Hirtreiter, besser bekannt als einer der drei jungen Tenöre, gönnte man sich einen ausgiebigen Shopping-Tag in Stockholm. Begeistert von dieser wunderschönen Stadt, die noch dazu bei frühlingshaften Temperaturen erforscht werden konnte, machte man sich am Abend wieder auf den Weg.

Nach einer langen Fahrt durch den Nord-Ostseekanal hatte man die erstmals letzte Station dieser Reise, Helgoland, erreicht. Diese kleine und äußerst sehenswerte Insel konnte nur mit kleinen Ruderbooten angefahren werden, da für das Traumschiff hier keine ausreichend große Anlegestelle vorhanden war. Auf diesen traumhaften Sonnentag folgte ein zusätzlicher traumhafter dienstfreier Abend für die Musiker bevor es am nächsten Tag nach Hamburg, der Endstation dieser Reise, ging.
Trotz der zahlreichen und anstrengenden Auftritte war die Fahrt geprägt von der guten Stimmung die unter allen Künstlern an Bord herrschte und für ein sehr angenehmes Arbeitsklima sorgte.
Von ein paar der bisherigen Weggefährten verabschiedete man sich in der Hansestadt und es kamen dafür ein paar neue Musikerkollegen an Bord.

Die folgende Tour führte die Band weiter nach Norwegen. Nach einem sehr anstrengenden Spieltag mit vielen aufeinander folgenden Terminen wurde die Gruppe mit einem freien Tag in Bergen entlohnt. Bei strahlend blauem Himmel und bester Laune verließ man am Abend die skandinavische Metropole und nahm Kurs auf die Geiranger Fjörde.

Bis hierhin verlief die Reise absolut wie geplant und ohne jegliche Zwischenfällen. Doch angekommen in Eidfjörd fand die Kreuzfahrt der MS Deutschland durch ein Feuer im Maschinenraum ein unerwartetes und verfrühtes Ende.
Nach der anfänglichen Durchsage, in der von technischen Problemen die Rede war, wurde wenige Minuten später der Feueralarm ausgelöst und alle an Bord befindlichen Passagiere, Künstler und Crewmitglieder mussten umgehend Notevakuiert werden. Welch ein Glück für alle 600 Anwesenden, dass diese Situation sich nicht auf hoher See abspielte, denn bedingt durch den Brand war das Schiff schlagartig ohne Stromversorgung und damit auch manövrierunfähig.
Eine Begebenheit, die außerhalb eines Hafens weitaus kritischer gewesen wäre. Nach anfänglicher Ungewissheit und geringem Optimismus war dann wenige Stunden später klar, dass die MS Deutschland ihre Reise nicht mehr fortsetzen konnte und auch die nachfolgende Tour, für die die Musiker ebenfalls noch gebucht gewesen wären, musste abgesagt werden. Der Schaden am Schiff war doch erheblich und erlaubte kein weiteres Fortsetzen der Reisen.

Die Nacht verbrachten alle in den umliegenden Hotels. Am nächsten Morgen wurde der Luxusdampfer mit zwei Hochseeschleppern zurück nach Bergen geschleppt. Zwei Tage lang dauerte dieses Manöver. Während dieser Zeit waren auf dem stromlosen und manövrierunfähigen Schiff nur noch die Crew und die Künstler mit an Bord.
In Bergen angekommen verließen alle Verbliebenen das ehemalige Luxusschiff.

Für unsere Holledauer Matrosen ging es per Flugzeug nun endlich zurück in die Heimat. Bepackt mit vielen Eindrücken, die sie auf diesen unerwarteten, dennoch schönen und abenteuerlichen Reisen machen durften.

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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Stadtmagazin Pfaffenhofen | Erschienen am 14.06.2010
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