Kanada aktuell - Naturkatastrophe abgewendet

vor Vancouver Island (Foto: Orcalab (Hanson Island))
 
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Am 20. August 2007 verunglückte vor Robson Bight, einem Gebiet inmitten des Naturschutzgebietes zwischen dem Norden von Vancouver Island und dem kanadischem Festland, ein Lastkahn und verlor seine Ladung. Unter anderem sank ein Tanklastzug mit über 10.000 Litern Diesel. In 350 Metern Tiefe lag die Ladung seitdem auf dem Meeresgrund.
Sofort nach dem Unglück wurden große Flächen Öl an der Wasseroberfläche gefunden, doch die ultimative Katastrophe blieb aus.

Die Unterwassermikrofone, auch Hydrofone genannt, die Dr. Paul Spong an fünf verschiedenen Punkten rund um die Insel Hanson Island für die Erforschung der Kommunikation der Orcas installiert hat, haben die Katastrophe aufgenommen:
http://www.orcalab.org/news-archive/orcalab_genera...
(abzuspielen mit Media-Player oder Quick Time)

Im Dezember 2007 wurde nach der verlorengegangen Ladung getaucht, um den Zustand der Gegenstände zu prüfen. Zu aller Erleichterung schien der Tank des Trucks intakt zu sein.

Trotz aller Zusagen der Regierung und einer von Naturschutzorganisationen organisierten Sammlung, die die Hebung der gefährlichen Fracht finanzieren sollte, passierte beinahe zwei Jahre lang gar nichts.

Auf dem Grund, mitten im Naturschutzgebiet, tickte eine Zeitbombe. Die Orcas kommen regelmäßig in diese Region, um sich im flachen Wasser der Bucht von Robson Bight ihre Haut an den Kieselsteinen zu reiben. Deshalb ist diese Bucht unter den Walkennern auch als Rubbing Beach bekannt.
Aber nicht nur die Orcas waren durch die verloren gegangene Ladung bedroht. Eine Ölkatastrophe hätte das gesamte Ökosystem dieser atemberaubenden Landschaft zerstört. Die Heimat der Wildlachse, Robben, Greifvögel, Schwarzbären und vieler anderen Tierarten war über Monate in akuter Gefahr. Viele Menschen waren verzweifelt, weil nichts unternommen wurde. Dabei stand so viel auf dem Spiel. Eine Natur, die seinesgleichen auf dem Globus sucht.

Nachdem 2009 immer wieder das Wetter einen Strich durch die Pläne machte, begann nun endlich am 12. Mai 2009 die groß angelegte Aktion zur Hebung der Fracht. Mit angehaltenem Atem beobachten die Ortsansässigen und hörten viele Orca-Fans über die Online-Übertragung des Orcalabs von Hanson Island die Fortschritte.
Übertragung unter:
http://orca-live.net/index.html

Am 15. Mai konnten die ersten Fässer und Gegenstände geborgen werden. Am 19. Mai, nach anfänglichen Problemen, wurde endlich der Truck mit den über 10.000 Litern Diesel aus der Tiefe geborgen und sicher auf das Lastschiff gehoben. Geringe Mengen Treibstoff (199 Liter) liefen aus, wurden aber Dank diverser Vorsichtsmaßnahmen des Bergeteams sofort beseitigt.

Die ganze Region und alle, die sich um die Natur sorgen, können nun endlich aufatmen. Dr. Paul Spong richtet seinen ausdrücklichen Dank an:
Verschiedene Naturschutzorganisationen, angeführt von Soinula’s Living Oceans Society und der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS). Namgis First Nation, dem Ort Altert Bay und Mount Waddington und der dänischen Firma Mammoet Salvage.

Mein Dank für die Erlaubnis, die Fotos von Dr. Paul Spong vom Orcalab zu zeigen.

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Hans-Rudolf König aus Marburg am 21.05.2009 um 17:41 Uhr  
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