Geschlossene Mannschaftsleistung beim Jubiläumslustspiel: Theaterspielgruppe Uttenhofen überzeugt im 60. Jahr ihres Bestehens
Wer seinen 50. Geburtstag rauschend feiert, lässt es beim 60er oft etwas ruhiger angehen. Auch die Theaterspielgruppe Uttenhofen wollte zum diesjährigen 60. Jubiläum kein pompöses Fest veranstalten, die soeben angelaufene Vorstellung des Dreiakters „Hilfe, leih mir Dei Frau“ wird dem runden Geburtstag jedoch allemal gerecht: Das Uttenhofener Theater-Team überzeugt mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, in der jeder Darsteller gut zur Geltung kommt und seine Stärken ausspielen kann.
Eigentlich deutet nur das diesmal achtseitige Programmheft auf das 60jährige Bestehen der Theaterspielgruppe Uttenhofen hin, kein großartiger Festakt und kein vereinsmäßiges Tra-ra. Und dennoch sind sich die acht Darsteller mit den vielen Helfern im Hintergrund des Jubiläums ihrer Theaterspielgruppe bewusst, legen sie doch heuer noch ein bisschen mehr Herzblut in ihren Auftritt. Dem aufmerksamen Zuschauer entgeht es nicht, dass Regisseur Karl-Heinz Ottowitz bei seiner Begrüßung mindestens eine Schweißperle mehr auf der Stirn hat, und auch den Schauspielern ist ihre leicht erhöhte Anspannung positiv anzumerken: Nahezu alle Szenen des Stückes reihen sich in perfektionistischer Manier aneinander, die Mannschaft wirkt gut eingespielt und routiniert.
Das Lustspiel „Hilfe, leih mir Dei Frau“ von Eduard Zeinecke in einer Neubearbeitung von Peter Hinrichsen gibt allen Akteuren Gelegenheit zu glänzen: Sylvia Raps hat schon die Lacher auf ihrer Seite, wenn sie als Magd Philomena zu Anfang die „Schönheitskönigin von Schneizlreuth“ intoniert. Norbert Thurner lässt das Publikum manches Mal im Zweifel, ob er als einfältiger Knecht Hias nun wirklich ein „Depp“ ist oder mitunter nur so tut. Als Bauersleute Peter und Theres Mayer können ein ergebener Josef Mayer und eine resolute Doris Brummer kaum verbergen, warum ihr Anwesen von Spöttern den Hausnamen „Pantoffelhof“ verliehen bekam - obgleich Josef Mayer mit exzellenter Mimik auf sein Unwohlsein hinweist. Forsch und frech tritt zunächst Theo Dullinger alias Norbert Brenner auf, er durchlebt im Laufe des Stückes eine Hetzjagd gegen die Wahrheit, der er bravourös gerecht wird. Und Katja Herzinger beweist als Pepi glaubhaft, warum sie den Theo zunächst verschmäht und dann wohl doch in ihr Herz schließen kann. Horst Kaindl mimt schließlich den reichen Erbonkel Zacharias Dullinger, einen Brauer aus München. Seine heftige Erkältung lässt sich der „Standortälteste“ dabei nicht anmerken, in perfekter Routine serviert er Situationskomik, an mancher Stelle gewürzt mit Anspielungen auf das lokale Geschehen.
Neben den acht Schauspielern tragen Gerlinde Weichenrieder als Souffleuse und Michaela Mitterhuber als Maskenbildnerin zu einem gelungenen Theaterabend bei, nicht zu vergessen die weiteren Helfer an der Theaterkasse und hinter der Bühne. Regisseur Karl-Heinz Ottowitz kann auch diesmal ohne falsche Bescheidenheit eine „recht gute Unterhaltung“ wünschen. Die weiteren vier Vorstellungen von „Hilfe, leih mir Dei Frau“ am 12., 13., 17. und 18. April (jeweils 19.30 Uhr) sind längst ausverkauft, doch für den einen oder anderen Besucher lässt sich an der Abendkasse schon noch ein Plätzchen finden.



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