Feuerbrand auf dem Vormarsch - Auf Symptome achten

von Rathaus Pfaffenhofen aus Pfaffenhofen | am 22.04.2009 | 1561 mal gelesen | 1 Kommentar | 0 Bildkommentare | 1 Bild

Feuerbrand, eine gefährliche Bakterienkrankheit, ist in den vergangenen Jahren verstärkt aufgetreten. Seit 1997 wurde auch im Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm diese gefährliche Krankheit festgestellt. „Vor vier Jahren war Feuerbrand im gesamten Landkreis fast epidemisch verbreitet. Die Krankheit wurde seither in jeder Gemeinde des Landkreises nachgewiesen“, berichtet Josef Stadler, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Pfaffenhofen. Aufgrund der für diese Krankheit idealen Infektionsbedingungen in den vergangenen Tagen wird um erhöhte Aufmerksamkeit der Gartenbesitzer gebeten. Vor allem einige Obstarten und bestimmte Ziergehölze werden von dieser Bakterienkrankheit befallen. Der Feuerbrand ist mit herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln nicht zu bekämpfen und breitet sich stetig weiter aus. Aufgrund der Feuerbrandverordnung ist jeder verpflichtet, das Auftreten der Krankheit zu melden.

Nach der Obstbaumblüte auf Symptome achten
Befallen werden neben Apfel- und Birnbäumen vor allem Wildkulturen und Zierformen dieser Baumarten, Quitten, Cotoneaster, Zierquitte, Stanvaesia, Weißdorn, Rotdorn, Feuerdorn und Mehlbeere. Es ist daher vor allem bei diesen Gehölzen auf Befallsymptome zu achten. Nicht befallen werden das Stein- und Beerenobst sowie Nadelgehölze.

Woran ist Feuerbrand erkennbar?
Im Frühjahr und Sommer beginnen junge Triebe zu welken und sind nach wenigen Tagen verdorrt. Die Triebspitzen krümmen sich beim typischen Verlauf hakenförmig, krückstockartig ein. Josef Stadler: „Die Hauptadern der Blätter sind oft auffallend dunkel gefärbt. Befallene Blüten und Früchte verfärben sich ebenfalls dunkelbraun bis schwarz. Die abgestorbenen Blätter, Blüten und Früchte bleiben, im Gegensatz zu einigen anderen Krankheiten, an der Pflanze hängen. Die Gehölze sehen im Endstadium wie verbrannt aus – daher der Name Feuerbrand.“ Ähnliche Erscheinungen an Gehölzen können jedoch auch durch andere Krankheiten, z.B. Frost und Bakterienbrand entstehen. Auch der Moilia-Pilz an Kirschbäumen, die nicht vom Feuerbrand befallen werden, verursacht oft ähnliche Symptome. Vielfach verläuft die Feuerbranderkrankung nicht immer so dramatisch und mit nicht eindeutigen Symptomen. Eine sichere Diagnose kann in vielen Fällen nur im Labor erfolgen. Die Bakterien überdauern in den befallenen Pflanzenteilen. Bei feuchtwarmer Witterung im Frühjahr und Sommer erscheinen hellbraune Schleimtröpfchen – es handelt sich dabei um Bakterienschleim mit Bakterien. In dieser Form werden die Bakterien durch Insekten, Vögel, Regenspritzer, Schnittwerkzeuge, Fahrzeuge und so weiter auf andere Pflanzen verbreitet.

Bekämpfung durch Rückschnitt oder Rodung
Eine chemische Bekämpfung des Feuerbrandes mit den herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln ist im Hausgarten nicht möglich. Die Ausbreitung kann je nach Stadium des Befalls nur durch rigorosen Rückschnitt, am sichersten durch Rodung und Vernichtung erkrankter Gehölze eingedämmt werden.

Feuerbrand muss gemeldet werden
Mit dem Ziel, die Verbreitung des Feuerbrandes so gut wie möglich zu verhindern, wurde die Feuerbrandverordnung erlassen. Nach dieser Verordnung ist jeder verpflichtet, das Auftreten des Feuerbrandes oder auch nur den Verdacht auf Feuerbrand unverzüglich zu melden. Ansprechpartner für den Landkreis Pfaffenhofen ist der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege beim Landratsamt Pfaffenhofen unter Tel. 08441 27315. Merkblätter zur Problematik sind ebenfalls beim Landratsamt zu erhalten.

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Wolf Hoffmann aus Hannover-Bothfeld am 28.10.2009 um 16:53 Uhr  
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