Baumkrankheit: „Feuerbrand“ breitet sich aus

Der Feuerbrand, eine gefährliche Bakterienkrankheit für Pflanzen, ist in den vergangenen Jahren verstärkt aufgetreten. Seit 1997 wird der Feuerbrand auch im Landkreis Pfaffenhofen festgestellt. „Vor zwei Jahren war die Krankheit in unserer Region nahezu epidemisch verbreitet“, so Josef Stadler, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Pfaffenhofen.

Aufgrund der für diese Krankheit idealen Infektionsbedingungen der vergangenen Tage wird um erhöhte Aufmerksamkeit der Gartenbesitzer gebeten. Vor allem einige Obstarten und bestimmte Ziergehölze werden von dieser Bakterienkrankheit befallen. Josef Stadler: „Der Feuerbrand ist mit herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln nicht zu bekämpfen und breitet sich stetig weiter aus. Aufgrund der Feuerbrandverordnung ist jeder verpflichtet, das Auftreten der Krankheit zu melden.“

Hier einige Tipps vom Fachberater:

Nach der Obstbaumblüte auf Symptome achten
Befallen werden neben Apfel- und Birnbäumen vor allem Wildkulturen und Zierformen von Birn- und Apfelbäumen, Quitten, Cotoneaster, Zierquitte, Stanvaesia, Weißdorn, Rotdorn, Feuerdorn und Mehlbeere. Achten Sie vor allem bei diesen Gehölzen auf Befallsymptome. Nicht befallen werden das Stein- und Beerenobst sowie Nadelgehölze.

Woran ist Feuerbrand zu erkennen?
Im Frühjahr und Sommer beginnen junge Triebe zu welken und sind nach wenigen Tagen verdorrt. Die Triebspitzen krümmen sich beim typischen Verlauf hakenförmig ein. Die Hauptadern der Blätter sind oft auffallend dunkel gefärbt. Befallene Blüten und Früchte verfärben sich ebenfalls dukelbraun bis schwarz. Die abgestorbenen Blätter, Blüten und Früchte blei-ben, im Gegensatz zu einigen anderen Krankheiten, an der Pflanze hängen. Die Gehölze sehen im Endstadium wie verbrannt aus – daher der Name Feuerbrand.
Ähnliche Erscheinungen an Gehölzen können jedoch auch durch andere Krankheiten, z.B. Frost und Bakterienbrand, entstehen. Auch der Moilia-Pilz an Kirschbäumen, die nicht vom Feuerbrand befallen werden, verursacht oft ähnliche Symptome. Vielfach verläuft die Feuerbranderkrankung nicht immer so dramatisch und mit nicht eindeutigen Symptomen. Eine sichere Diagnose kann in vielen Fällen nur im Labor erfolgen.
Die Bakterien überdauern in den befallenen Pflanzenteilen. Bei feuchtwarmer Witterung im Frühjahr und Sommer erscheinen hellbraune Schleim-tröpfchen – es handelt sich dabei um Bakterienschleim mit Bakterien. In dieser Form werden die Bakterien durch Insekten, Vögel, Regenspritzer, Schnittwerkzeuge, Fahrzeuge und so weiter auf andere Pflanzen verbreitet.

Bekämpfung durch Rückschnitt oder Rodung
Eine chemische Bekämpfung des Feuerbrandes mit den herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln ist im Hausgarten nicht möglich. Die Ausbreitung kann je nach Stadium des Befalls nur durch rigorosen Rückschnitt, am sichersten durch Rodung und Vernichtung erkrankter Gehölze, eingedämmt werden.

Eine Zusammenarbeit mit den Gemeinden ist empfehlenswert - Feuerbrand muss gemeldet werden!
Mit dem Ziel, die Verbreitung des Feuerbrandes so gut wie möglich zu verhindern, wurde die Feuerbrandverordnung erlassen. Nach dieser Verordnung ist jeder verpflichtet, das Auftreten des Feuerbrandes oder auch nur den Verdacht auf Feuerbrand, unverzüglich zu melden.

Bei Fragen können Sie sich an Kreisfachberater Josef Stadler unter Tel. 08441 27-315 wenden. Merkblätter zu der Problematik sind ebenfalls im Landratsamt erhältlich.

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Sabine G. Schumacher aus Dransfeld am 02.07.2007 um 10:57 Uhr  
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