Wo einst die Fuhse floß - Auf der Peiner Worth saß man im Trockenen

Stadtplan von 1785
Die Peiner Worthstraße bezeichnet noch heute ein besonderes Areal aus fernen Zeiten. Eine Worth, an der Küste auch „Wurt“ oder „Warft“ genannt, ist eine Anhöhe mit Gewässer-Bezug. Hoch im Norden hat man schon vor über 2 Jahrtausenden solche Wohnhügel aufgeschüttet, um den Sturmfluten der Nordsee zu trotzen.

Die Peiner Worth dagegen war eine natürlich Anhöhe. Sie liegt südwestlich der Kernstadt und war zumindest einmal eine Art Fluß-Halb-Insel. Vor Jahrhunderten mäanderte die Fuhse noch ungehindert in ihren Flußbett dicht an Peine vorbei und umspülte dabei auch diese leichte Anhöhe „Worth“. Besonders nach der Schneeschmelze wird es regelmäßig Überschwemmungen im Uferbereich der Fuhse gegeben haben, was unseren Vorfahren sicherlich ein Dorn im Auge war, weshalb man sich um Hochwasserschutz bemühte.

Land unter?


Bevor man die Fuhse aus dem Kniepenburg-Damm-Gebiet verbannte, das alte Flußbett verfüllte, dürfte es besonders dort häufiger zu Überschwemmungen gekommen sein, denn die uralte Bezeichnung „Damm“ deutet auf einen sogenannten „Knüppeldamm“ hin, ein aus armdicken Hölzern befestigter Weg, welcher durch ein Moor oder ein Sumpfgebiet führte.

Auf der Worth war man dagegen auf ganz natürliche Weise geschützt, weshalb man hier vermutlich unter Verzicht auf den Schutzwall der Stadt Peine letztlich siedelte, wobei man zunächst wohl Äcker, Gärten und später dann auch Wohnhäuser einrichtete. Und wer dort einst wohnte, hatte seinerzeit zumindest noch einen echten „Fuhseblick“, denn unterhalb der Worth befanden sich die Stauanlagen einer Wassermühle, der Neustadtmühle!
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